Ganztagsbildung / Kinder- und Jugendarbeit

Kulturschulen entwickeln, Zusammenarbeit stärken – Netzwerkgründung initiiert

Knetfigur mit Schultüte
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Damit Kinder und Jugendliche von kulturellen Schulprofilen für ihren Bildungserfolg und die Persönlichkeitsentwicklung flächendeckend profitieren können, sind eine verlässliche Zusammenarbeit dieser Handlungsfelder und bessere Rahmenbedingungen durch Politik und Verwaltung wichtige Voraussetzungen. Um den strategischen Dialog zwischen Ländern, Verbänden und Wissenschaft zu fördern und Kulturschulen zu vernetzen, wurde eine Netzwerkgründung initiiert.

Staat und Zivilgesellschaft sind gefordert, miteinander Strategien zu vereinbaren, die über ihr eigenes Handeln hinausreichen. 120 Wissenschaftler/-innen, Verwaltungsvertreter/-innen von Bund und Ländern und zivilgesellschaftliche Akteure unterstützten diese Forderung anhand von Praxiserfahrungen und wissenschaftlichen Beiträgen auf Einladung der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) und des Netzwerks Empiriegestützte Schulentwicklung auf der 27. Tagung des EMSE-Netzwerks zum Thema „Kulturelle Schulentwicklung im Querschnitt von Schule, Kultur und Jugend“.

Schulen entwickeln ein kulturelles Profil

Seit rund 10 Jahren gibt es in Deutschland zahlreiche Schulen, die sich zur Förderung ihrer Schülerinnen und Schüler für ein kulturelles Schulprofil entscheiden und ihre Schulentwicklung darauf ausrichten. Theoretisch untermauert werden diese Entwicklungen durch das Konzept ‚Kulturelle Schulentwicklung‘ der BKJ und ihrer Partner. Dies bildet die Grundlage für die umfassende Expertise der BKJ und die Implementierung in den Ländern. Mit den Mitteln und Prinzipien Kultureller Bildung kann in Schule ein anderes Lernen ermöglicht werden, Stärken von Kindern und Jugendlichen betont, eine offene Schulkultur gefördert, Demokratie und Inklusion damit unterstützt sowie Individualisierung und Gemeinschaft gleichermaßen gestärkt werden. Theorie und Praxis streben an, dass Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe für mehr Kinder und Jugendliche auf diesem Weg erreicht werden.

Es braucht Zeit und langfristige Strategien

„Der wechselseitige Erkenntnistransfer zwischen Praxis, Verwaltung und Wissenschaft ist elementar wichtig, um der Komplexität von kultureller Schulentwicklung gerecht zu werden“, so Prof.in Dr.in Susanne Keuchel, Vorsitzende der BKJ, in ihrem einleitenden Grußwort anlässlich der Tagung. „Kulturelle Schulentwicklung braucht Zeit, damit sich das Bildungssystem und die einzelnen Schulen mit ihren Trägern und Partnern nachhaltig entwickeln können. Langfristige Strategien mit nachhaltiger Finanzierung und die Anerkennung der breiten Fachexpertise der Kulturellen Bildung sind daher unumgänglich.“

Programme auf Landes- und Bundesebene ermöglichen es seit einigen Jahren bereits, dass Rahmenbedingungen für kulturelle Schulentwicklung weiterentwickelt werden und fördern die Zusammenarbeit der Schulen mit außerschulischen Partnern.

Ulrich Steffens, Peter Dobbelstein und Prof. Dr. Martin Heinrich, Koordinatoren des EMSE-Netzwerks, betonten in ihrem Statement: „Schulentwicklung ist immer auch eine kulturelle Frage, weswegen wir die Impulse aus der Forschung kultureller Schulentwicklung als enorm wegweisend erachten, gerade unter der Perspektive der Educational Governance. Zugleich ist für eine wirksame Schulentwicklung empiriebasierter Wissensaustausch, Vernetzung und konzertierte Strukturbildung erforderlich. Gerade Bildungspolitik und -verwaltung müssen hier investieren.“

Tagung initiiert Netzwerkgründung

Um die akteurs- und handlungsfeldübergreifende Zusammenarbeit weiter zu unterstützen, initiierte die BKJ als Dachverband der kulturellen Kinder- und Jugendbildung am Ende der Tagung die Gründung eines Netzwerks kultureller Schulentwicklung. Beteiligte sind Wissenschaftler*innen, Praxisvertreter*innen und Vertreter*innen aus Schulen und Verwaltung, die sich dem Ziel verschrieben haben, den Dialog fortzuführen und sich für bessere Rahmenbedingungen einzusetzen. Es soll dem praxis- und wissenschaftsbasierten Austausch einer nachhaltig angelegten kulturellen Schulentwicklung auf Bundes- und Länderebene dienen.

Weitere Akteurinnen und Akteure sind im Netzwerk herzlich willkommen.
Interessierte wenden sich an:  hallo@DontReadMebkj.de

Material und Literatur rund um kulturelle Schulentwicklung

Über die Tagung

Die Tagung war eine gemeinsame Veranstaltung der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) und des EMSE-Netzwerks (Netzwerk Empiriegestützte Schulentwicklung). Zu den von wechselnden gastgebenden Einrichtungen durchgeführten Fachtagungen des EMSE-Netzwerks hatte dieses Mal die BKJ unter der Themenstellung „Kulturelle Schulentwicklung im Querschnitt von Schule, Kultur und Jugend“ eingeladen.

Die Tagung fand in Kooperation mit dem Netzwerk Forschung Kulturelle Bildung, der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW und der Arbeitsstelle „Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW“ statt. Gefördert wurde die Tagung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Richard M. Meyer Stiftung und der Kommission Bildungsplanung, Bildungsorganisation und Bildungsrecht (KBBB) in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE).

Die über 120 Teilnehmenden aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft kamen aus der gesamten Bundesrepublik sowie Österreich, der Schweiz und Südtirol. Informationen zum EMSE-Netzwerk und zu den bisher durchgeführten Fachtagungen: www.emse-netzwerk.de

Über die BKJ

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) ist der Dachverband der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Deutschland. Sie ist ein Zusammenschluss von 56 bundesweit agierenden schulischen und außerschulischen Institutionen, Fachverbänden und Landesdachorganisationen der Kulturellen Bildung. Die Mitgliedsorganisationen repräsentieren die unterschiedlichen Künste, Kultursparten und kulturpädagogischen Handlungsfelder. Ihr Ziel ist die Weiterentwicklung und Förderung der Kulturellen Bildung: gesellschaftlich sensibel, nachhaltig, möglichst für jeden Menschen zugänglich, von Anfang an und ein Leben lang. www.bkj.de

Quelle: Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) vom 19.12.2018

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