Fachbeitrag

Formen und Funktionen von pädagogischer Diagnostik in Schule und Jugendhilfe

Eine Lehrerin sitzt mit zwei Kindern an einem Tisch und sie schreiben etwas
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„Diagnostik? Machen das nicht nur Ärztinnen und Psychologen?“ mag die eine oder andere pädagogische Fachkraft sich denken. Nein, denn selbstverständlich ‚erziehen‘ oder ‚unterrichten‘ auch Pädagog(inn)en nicht einfach drauf los. Auch ihr Handeln erfolgt, wie das anderer intervenierender Professionen, auf der Grundlage von Analysen und Einschätzungen der jeweiligen Situation bzw. Problemlage. Ein Fachbeitrag der Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe beleuchtet das Thema.

Die pädagogische Diagnostik gehört zum zentralen methodischen Handwerkszeug von Lehrkräften und Sozialpädagog(inn)en. Sie umfasst das „systematische Sammeln von Informationen (…) sowie deren Analyse und Integration, um professionelles pädagogisches Handeln vorzubereiten und zu begleiten“ (van Ophuysen/Litorf 2013: 60).

Welche Informationen aber zu sammeln sind und wer und was alles in einen diagnostischen Prozess einbezogen werden kann, soll oder muss, das ist in pädagogischen Settings häufig nicht so eindeutig wie beispielsweise im medizinischen Bereich. Hierfür ist ausschlaggebend, welchen (pädagogischen) Auftrag die Organisation/Fachkraft hat: Geht es wie in der Schule hauptsächlich um die Vermittlung von Wissen und die Steigerung von Leistungen, so wird eine pädagogische Diagnostik eher eine Leistungsdiagnostik sein. Geht es wie in der sozialpädagogischen Familienhilfe um die Stabilisierung eines Familiensystems, so wird die pädagogische Diagnostik neben den schulischen Leistungen der Kinder auch noch die sozialen Konstellationen innerhalb der Familie, das Umfeld, die Ressourcen der Eltern und vieles mehr mit einbeziehen.

Aber nicht nur im Auftrag, sondern auch in der professionsspezifischen Kultur, den methodischen Herangehensweisen und den fachlichen Blickwinkeln unterscheiden sich Verfahren der pädagogischen Diagnostik in Schule und Jugendhilfe. Im aktuellen Fachbeitrag der Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe sollen daher die Diagnoseprozesse in beiden Systemen dargestellt und Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten herausgearbeitet werden. Denn wenn Lehrkräfte und Sozialpädagog(inn)en in der Praxis kooperieren, ist es hilfreich, wenn sie eine gemeinsames oder mindestens ein gegenseitiges Verständnis von diagnostischen Prozessen haben.

Der Vollständige Fachbeitrag „Zwischen ‚Leistungsdiagnostik‘ und dem ‚ganzheitlichen Blick‘. Zu Formen und Funktionen von pädagogischer Diagnostik in Schule und Jugendhilfe“ (PDF, 542 KB) steht als Download zur Verfügung.

Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe (LSJ)

Der Beitrag ist Teil der Reihe Fachbeiträge zur Kooperation, die von der Landeskooperationsstelle Schule – Jugendhilfe (LSJ) in Potsdam herausgegeben wird. Die LSJ arbeitet in Trägerschaft der kobra.net, Kooperation in Brandenburg, gemeinnützigen GmbH. Der Projektverbund kobra.net hat zum Ziel, durch das Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Akteure die Bildungsqualität und Partizipationschancen für junge Menschen im Land Brandenburg zu verbessern. Mit den regelmäßig erscheinenden Fachbeiträgen zur Kooperation soll der Praxis-Theorie-Praxis-Transfer erhöht und Erfahrungswissen aus 20 Jahren Kooperationsberatung weitergegeben werden.

In der Reihe Fachbeiträge werden aktuelle Themen an der Schnittstelle Schule – Jugendhilfe aufgegriffen. Die  Fachbeiträge erscheinen drei- bis viermal jährlich und sind auf der Internetseite der LSJ frei herunterladbar.

Autor(inn)en: Elke Klein, Julian von Oppen

Quelle: kobra.net, Kooperation in Brandenburg, gemeinnützige GmbH

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