Ganztagsbildung / Bildungspolitik

700 zusätzliche sozialpädagogische Fachkräfte an Hessens Schulen

Schüler sitzen um Tisch
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Mit 700 zusätzlichen Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte sollen die Lehrerinnen und Lehrer in Hessen entlastet werden. Neben der Unterstützung beim Bildungs- wie auch Erziehungsauftrag sollen die Pädagoginnen und Pädagogen dabei helfen, Schülerinnen und Schüler besser zu fördern und mit der Sozialarbeit der Landkreise und Städte zusammenarbeiten.

Hessens Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel hat sich am 18. Juni in Linden-Leihgestern über den Einsatz und die Aufgabengebiete der neuen sozialpädagogischen Fachkräfte an hessischen Schulen informiert und dabei die Bedeutung dieses Projekts für das ganze Land hervorgehoben: „Wir haben 700 zusätzliche Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte an Schulen geschaffen – das ist aktuell eine der größten Investitionen in die hessische Bildungslandschaft. Damit entlasten wir unsere Lehrerinnen und Lehrer bei Tätigkeiten, die zusätzlich zum alltäglichen Schulunterricht anfallen. Hessenweit profitieren mehr als 1.300 Schulen von unserer Investition. Eine Zahl, die uns durchaus stolz macht“, erklärte der Staatssekretär in der Wiesengrundschule. Rund 75 Prozent der hessischen Schulen – Förderschulen nicht berücksichtigt – erhalten eine Zuweisung für eine sozialpädagogische Fachkraft.

In der Wiesengrundschule ist die Diplom-Pädagogin Svenja Müller seit dem 1. Juni im Einsatz. Sie verfügt über Erfahrungen in der Kinder- und Jugendarbeit und übernimmt aktuell in drei Klassen unterrichtsbegleitende und lernunterstützende Aufgaben. Daneben berät und unterstützt sie Lehrkräfte in multiprofessionellen Teams und in der Elternarbeit.

700 Stellen an Grund- und weiterführenden Schulen

Nicht nur in Linden-Leihgestern, auch an vielen weiteren Grundschulen in ganz Hessen starten in diesen Wochen nach und nach die ersten Sozialpädagogen, Sozialarbeiter und andere pädagogisch qualifizierte Fachkräfte mit ihrer Arbeit. Seit Beginn des zweiten Schulhalbjahres stehen 400 Stellen für die Grundschulen zur Verfügung. Zu Beginn des neuen Schuljahres im August kommen 300 sozialpädagogische Fachkräfte in den weiterführenden Schulen hinzu. „Bei der Verteilung der Stellen haben wir uns dafür entschieden, dass der Anteil der inklusiv beschulten Schülerinnen und Schüler ein maßgebliches Kriterium sein soll“, erläuterte Lösel. Insgesamt haben die Schulen in der Stadt und dem Landkreis Gießen 40 Stellen erhalten – 22 für die Grundschulen und 18 für die weiterführenden Schulen. Davon profitieren 50 Grundschulen und 32 weiterführende Schulen.

Schulleiterin Karin Schramm erklärte: „Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt neben unserem Schulsozialarbeiter, der aus der kommunalen Jugendhilfe kommt, ergänzend eine sozialpädagogische Fachkraft von Landesseite erhalten. Wir setzen sie insbesondere in einer Klasse ein, in der sie die reguläre Lehrkraft im Bereich der Inklusion unterstützt. Damit erhalten wir eine echte Entlastung, die sich positiv auf das Lern- und Arbeitsklima auswirken wird.“

Hintergrund

Die Einstellung sozialpädagogischer Fachkräfte geht unter anderem auf eine Anregung des Praxisbeirats Grundschulen zurück, dem Leiterinnen und Leiter von Grundschulen sowie Mitarbeiter der Schulverwaltung angehören. Im Kern geht es darum, dass die neuen Kolleginnen und Kollegen die Lehrerinnen und Lehrer neben dem Bildungs- auch beim Erziehungsauftrag unterstützen. Auch sollen sie dabei helfen, Schülerinnen und Schüler besser zu fördern und mit der Sozialarbeit der Landkreise und Städte zusammenarbeiten. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind: Angebote im Rahmen des Ganztags, Hausaufgabenhilfe, Schülerberatung, Betrachtung der Lern- und Lebenssituation, Begleitung von Kindern in sozial-emotional schwierigen Situationen, Unterstützung in enger Kooperation mit den Lehrkräften insbesondere im inklusiven Unterricht, Entwicklung von Präventionskonzepten, Angebote zur individuellen Förderung.

Quelle: Hessisches Kultusministerium vom 18.06.2018

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