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Freiwilliges Engagement / Kinder- und Jugendpolitik

Zweiter Engagementbericht: Ehrenamt fördert lokale Entwicklung

Junge Erwachsene bilden einen Turm aus ihren Händen
Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Immer mehr Menschen in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich. Für den Zusammenhalt der Gesellschaft hat das eine hohe Bedeutung. Die Bundesregierung unterstützt das Engagement mit zahlreichen Programmen. Im Bundeskabinett hat sie den Zweiten Engagementbericht verabschiedet.

Ob als Trainer im Fußballverein, als Vorleseoma in der Kita, als Unterstützung im Seniorenheim oder in der Kleiderkammer: Ehrenamtliches Engagement in Deutschland hat viele Gesichter. Und immer mehr Menschen sind generell bereit, sich zu engagieren, um anderen zu helfen. Das ist eine zentrale Botschaft des Zweiten Engagementberichts der Bundesregierung, den das Kabinett am 29. März 2017 verabschiedet hat.

Schwerpunkt: Demografischer Wandel und bürgerschaftliches Engagement 

Der Deutsche Bundestag hat die Bundesregierung 2009 beauftragt, einmal in jeder Legislaturperiode einen Bericht vorzulegen, der sich mit dem bürgerschaftlichen Engagement in Deutschland beschäftigt. Die Bundesregierung hat mit der Ausarbeitung des Berichts eine Sachverständigenkommission beauftragt und nimmt hierzu Stellung. Beides zusammen bildet den Zweiten Engagementbericht. Sein Schwerpunkt ist das Thema "Demografischer Wandel und bürgerschaftliches Engagement: Der Beitrag des Engagements zur lokalen Entwicklung".

Hohe gesellschaftliche Bedeutung des Ehrenamtes

Der Sachverständigenbericht arbeitet die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements für eine moderne Gesellschaft heraus. Demnach ist Engagement unerlässlich für individuelle Teilhabe, gesellschaftliche Integration, Wohlstand, kulturelles Leben sowie stabile demokratische Strukturen und damit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Der Bericht nimmt den demografischen Wandel in den Blick mit all den Herausforderungen, die er für die Kommunen mit sich bringt. Er geht der Frage nach, wie bürgerschaftliches Engagement zur Stärkung des Zusammenlebens vor Ort beitragen kann, und was notwendig ist, damit sich Bereitschaft zum Engagement besser entfalten kann. Die Sachverständigenkommission hat zudem Vorschläge und Empfehlungen entwickelt, die sich an alle Akteure im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements richten.

Wichtige Ergebnisse des Berichts

Ein immer höherer Prozentsatz der Menschen engagiert sich. Je nach Definition des Begriffes engagieren sich bereits heute 44 Prozent der Menschen in Deutschland ehrenamtlich. Das sind gut zehn Prozent mehr als noch vor fünfzehn Jahren. 50 Prozent derjenigen, die sich noch nicht engagieren, sind dazu prinzipiell bereit.

Das Engagement ist in seinen vielfältigen Formen in der Gesellschaft sehr unterschiedlich verankert. Generell engagieren sich Menschen auf dem Land stärker als jene in Städten. Insgesamt hat sich die Bereitschaft, sich für das direkte Wohnumfeld, die Nachbarschaft, einzusetzen seit Ende der 1990er Jahre deutlich erhöht.

Menschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren sind und den deutschen Pass haben, sind ähnlich häufig engagiert wie Menschen ohne Migrationshintergrund. Der Anteil der Engagierten unter Menschen mit Migrationshintergrund, die zwar in Deutschland geboren sind aber keinen deutschen Pass haben, ist deutlich geringer (31,1 zu 43,2 Prozent).

Einige Empfehlungen des Berichts

  • Es ist notwendig, Kommunen in ihrer Politik- und Gestaltungsfähigkeit zu stärken. Das gilt insbesondere für die Bedeutung des Engagements für die Grundversorgung mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen (beispielsweise Öffentlicher Nahverkehr, Lebensmittelgeschäfte) vor Ort.
  • Kommunen sollten die Engagementförderung vorantreiben und sich gegenüber innovativen Ideen und Angebotsformen öffnen, um zunehmenden Engpässen entgegenzuwirken.
  • In städtischen Gebieten mit komplexen sozialen Problemlagen sind quartiers- und sozialraumorientierte Ansätze und Konzepte zur Förderung des Engagements und des sozialen Zusammenhalts von hoher Bedeutung.
  • Das vielfältige Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund sollte besser wahrgenommen, respektiert, einbezogen und gefördert werden.

Zahlreiche Programme der Bundesregierung

In ihrer Stellungnahme geht die Bundesregierung auf die zentralen Vorschläge und Empfehlungen ein, die an die Bundesebene gerichteten sind. Eine ganze Reihe der Kommissionsempfehlungen realisiert die Bundesregierung bereits in Projekten und Programmen. So bietet die Stellungnahme einen umfassenden Überblick über die engagementpolitischen Maßnahmen, die von den Bundesministerien in verschiedenen Politikfeldern gefördert werden.

Die Bundesregierung sieht durch den Bericht ihre Weichenstellung in der Engagementpolitik bestätigt. Sie misst der Stärkung und Förderung von Engagement eine zentrale Bedeutung zu und gestaltet geeignete Rahmenbedingungen. Sie unterstreicht auch, dass bürgerschaftliches Engagement in keiner Situation staatliche Daseinsvorsorge und Sozialstaat ersetzen soll und kann.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 29.03.2017