Freiwilliges Engagement / Demokratie

ZEIT-Stiftung initiiert Website gegen Antisemitismus im Alltag

Eine junge Frau hält ihre ausgestreckte Hand zur Stopgeste vor ihr Gesicht.
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Die Website www.stopantisemitismus.de informiert über Antisemitismus im Alltag und unterstützt Betroffene und Zeugen antisemitischer Vorfälle. Sie gibt Menschen Werkzeuge an die Hand, die sich einbringen wollen, aber nicht wissen wie und wo sie Unterstützung finden. Auf der Website finden sie Informationen, Handlungsempfehlungen und Argumentationshilfen gegen antisemitische Äußerungen und Übergriffe. Die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius ist Initiatorin der Website.

„Antisemitismus geht uns alle an. Deshalb muss die Zivilgesellschaft Flagge zeigen. Da lässt sich nichts auf niemanden delegieren: Wir zeigen Kante, sofort und unmittelbar!" sagt Prof. Dr. Michael Göring, Vorstandsvorsitzender der ZEIT-Stiftung.

Alltagszitate verdeutlichen Problematik

Wie kann man in dem Moment reagieren? Wer hilft dabei? 35 Alltagszitate verdeutlichen was an gewissen Äußerungen problematisch ist. Ein Expertenteam hat die Zitate zusammengetragen, anonymisiert und analysiert. Sie stammen nicht von Rechtsextremen, sie kommen aus der Mitte der Gesellschaft und zeigen, dass antisemitische Äußerungen und Vorurteile kein ausschließliches Phänomen des rechten Randes sind, sondern weit verbreitet sind.

„Wir möchten die Zivilgesellschaft für Antisemitismus im Alltag – auch den weniger offensichtlichen – sensibilisieren und Reaktionsmöglichkeiten anbieten. Und wir wollen die tollen Angebote, die es in dem Bereich Antisemitismusprävention gibt, stärker sichtbar machen, miteinander vernetzen, und so eine Anlaufstelle für diejenigen werden, die sich informieren und Haltung im Alltag zeigen möchten, aber bisher noch nicht wissen wie“, betont Dr. Nina Smidt, Bereichsleiterin Internationale Planung und Entwicklung der ZEIT-Stiftung.

Auf www.stopantisemitismus.de bietet eine Adressdatenbank hilfreiche Kontakte, Anlaufstellen für Workshops, Fortbildungen, Seminare für Lehrer, Jugendliche, Eltern und interessierte Bürger.

Für alltäglichen Antisemitismus sensibilisieren und Hilfestellung bieten

Das Projekt ist ein Zusammenschluss von bundesweiten Initiativen und Einzelpersonen gegen Antisemitismus. Eine Gruppe mit interreligiöser, transkultureller Kompetenz und langjähriger Erfahrung im Erkennen, Erforschen und Bekämpfen von Antisemitismus hat die Inhalte für die Webseite erarbeitet mit dem Ziel, die Zivilgesellschaft für alltäglichen Antisemitismus zu sensibilisieren, zu informieren und Hilfestellung zu bieten.

Initiatorin und Beteiligte

Die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius ist Initiatorin der Website. Beteiligte Experten sind Sarah Levy, freie Journalistin, (Idee, Konzept, Leitung), Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT, Louis Lewitan, Lewitan Coaching und Consulting, Jüdisches Museum, KIgA Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V., Bildungsstätte Anne Frank, Kompetenzzentrum Prävention und Empowerment/OFEK, Beratungs- und Interventionsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung, Projekt „Junge Muslime in Auschwitz“, Jungs e.v.,: Burak Yilmaz, Pädagoge, Bundeszentrale für politische Bildung, Zentralrat der Juden, Zentralrat der Muslime, Dr. h.c. Sonja Lahnstein-Kandel, step21 Initiative für Toleranz und Verantwortung, University of Applied Sciences, Technische Universität Berlin, Zentrum für Antisemitismusforschung, Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus.

Quelle: ZEIT-Stiftung vom 12.06.2019

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