Freiwilliges Engagement

Weil freiwilliges Engagement Anerkennung braucht – Freie Fahrt für Freiwillige

Mehrere junge Erwachsene stehen hintereinander in einer Reihe und machen "Daumen hoch"
Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Kultur ohne freiwilliges Engagement? Undenkbar! Über 2.500 Freiwillige engagieren sich jährlich allein in den Freiwilligendiensten Kultur und Bildung. Es fehlt aber immer noch an guten Rahmenbedingungen. Deshalb geht es mit vielen Freiwilligen jetzt um mehr Anerkennung. Die Zentralstellen unterstützen die Forderung nach ÖPNV-Tickets für alle Freiwilligen anlässlich des Deutschen Engagement-Tags am 5. Dezember.

#freiefahrtfuerfreiwillige – die Zentralstellen des FSJ, FÖJ und BFD unterstützen die Forderung von Freiwilligen nach kostenfreien oder kostengünstigen ÖPNV-Tickets für alle Freiwilligen in Deutschland in ihrem jeweiligen Bundesland. Rund 100.000 Freiwillige in ganz Deutschland engagieren sich pro Jahr in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder einem Bundesfreiwilligendienst (BFD). Sie nehmen dabei Wege zur Einsatzstelle in Kauf, für die sie auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Busse und Bahnen sind die Verkehrsmittel Nr. 1 für viele Freiwillige.

© #freiefahrtfuerfreiwillige / BAK FSJ

Busse und Bahnen sind Verkehrsmittel Nr. 1 

Am 5. Dezember werden Freiwillige mit der Kampagne #freiefahrtfuerfreiwillige in den Sozialen Medien auf sich und ihre Forderungen aufmerksam machen. Dominik Evcimen, Bundessprecher der Freiwilligen im Bundesfreiwilligendienst 2016/2017, weiß, wie groß der Unmut auf Seiten der Freiwilligen bei teuren Nahverkehrstickets ist. Er hat daher die Aktion initiiert. „Es geht uns hierbei um Gerechtigkeit und Anerkennung unseres Engagements. Freiwilliges Engagement sollte gewürdigt werden und nicht noch durch Hürden wie teure Ticketpreise bei der Anreise zum Freiwilligendienst behindert werden“, erklärt Evcimen.

Busse und Bahnen sollten so günstig wie möglich für die Freiwilligen nutzbar sein. Das ist längst nicht überall der Fall. Deshalb unterstützen die Zentralstellen die Forderung, denn:

  1. Freiwillige müssen ihre Dienststelle erreichen,
  2. Freiwillige sollen sich einfach und schnell mit Gleichgesinnten treffen können,
  3. Freiwillige sollen ohne großen finanziellen Aufwand ihre Region erkunden können,
  4. Freiwilliges Engagement erhält so mehr Wertschätzung in der Öffentlichkeit.

Zugänge in die Freiwilligendienste ermöglichen 

„Es gilt, Engagement als zivilgesellschaftliche Komponente der Umsetzung von gemeinsamen gesellschaftlichen Zielen in der neuen Legislaturperiode zu stärken. Freiwilligendienste in der Kulturellen Bildung sind ein wichtiges Erfahrungs- und Experimentierfeld, deren demokratiefördernde Potenziale weiter freigesetzt werden sollten. Durch flächendeckende kostengünstige oder kostenlose Tickets werden Zugänge in die Freiwilligendienste erleichtert und für viele Menschen erst denkbar“, betont Prof. Dr. Gerd Taube, Vorsitzender der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ).

„Die Freiwilligen schenken anderen Menschen ihre Zeit und Tatkraft und erleben ihren Dienst als eine wertvolle Zeit der Orientierung und der Bildung – persönlich wie sozial. Ein Freiwilligenticket wäre eine sehr konkrete und nachhaltige Wertschätzung dieses besonderen Engagements“, unterstützt Dr. Petra Bahr, Beauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für Freiwilligendienste, die Forderungen.

Wertschätzung des besonderen Engagements

„Durch Freiwillige wird unheimlich viel für die Gesellschaft geleistet. Die Politik ist gefragt, wenn es darum geht, die Rahmenbedingungen für Engagement zu verbessern. Die AWO hat auf ihrer Bundeskonferenz 2016 beschlossen, sich aktiv für die Möglichkeit der vergünstigten Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs einzusetzen“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die Unterstützung der AWO für die Aktion #freiefahrtfuerfreiwillige.

Als Anerkennung erhalten Freiwillige kein Gehalt sondern ein Taschengeld (zurzeit maximal 381 Euro, teilweise aber unter 200 Euro pro Monat), von dem oft auch noch das Fahrtgeld zur Dienststelle aufgebracht werden muss. Lasse (22, Freiwilliger in Schleswig-Holstein) findet es nicht gerecht, dass er von seinem Taschengeld auch noch 46,20 Euro für ein Monatsticket in Kiel bezahlen muss. Seiner Meinung nach müsse eine kostenfreie Nutzung des ÖPNVs im Bundesland für Freiwillige das Ziel sein. Wilma (17, Freiwillige in Thüringen) pendelt für ihren Freiwilligendienst zwischen Jena und Weimar. Das kostet sie monatlich sogar 101,30 Euro. Ihr bleiben am Ende noch 98,70 Euro, weil der Rest des Taschengeldes auf das Sozialgeld ihrer Familie angerechnet wird.

Das Feld der Kulturellen Bildung ist wie der Kulturbereich insgesamt ohne freiwilliges bzw. ehrenamtliches Engagement undenkbar. Insbesondere durch die Engagementbereitschaft im Bereich Flucht, Migration und Integration manifestiert sich gesellschaftspolitische Gestaltungsfähigkeit.

Weitere Informationen zur Kampagne #freiefahrtfuerfreiwillige finden sich auch auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe. 

Quelle: Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. vom 04.12.2017

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