Freiwilliges Engagement / Sozialpolitik

Soforthilfeprogramm „Ehrenamt stärken“ kommt an

Orangefarbene Holzfiguren stehen in einer Reihe.
Bild: © Ralf Geithe - fotolia.com

Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert Initiativen in ländlichen Räumen, die von der Corona-Pandemie beeinträchtigt wurden. Mehr als 560 Interessensbekundungen sind seit Ende Juni beim Ministerium eingegangen – die ersten Förderbescheide wurden nun verschickt.

Die Corona-Pandemie hat viele ehrenamtliche Initiativen und Helfende ins Straucheln gebracht: Kontaktbeschränkungen erschweren die Arbeit. Die Einhaltung der Schutz- und Hygienemaßnahmen kostet zusätzliches Geld. Mehr denn je, sind Menschen in der Pandemie aber auf dieses Engagement vor der Haustür angewiesen.

Die Bundesministerin für ländliche Räume, Julia Klöckner, hat deshalb in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Landkreistag das millionenschwere Soforthilfeprogramm „Ehrenamt stärken. Versorgung sichern.“ aufgelegt. Damit greift die Ministerin den Ehrenamtlichen gezielt unter die Arme: Sie können Zuwendungen etwa für Schutzausrüstung, Mieten für Fahrzeuge oder digitale Ausstattung erhalten. 

Geförderte Initiativen in verschiedenen Bundesländern

Unter anderem werden folgende Initiativen bereits gefördert:

  • Der Tafel Zerbst e.V. in Sachsen-Anhalt erhält 4.120 Euro. Mit dem Geld soll unter anderem ein Fahrrad, Transportboxen und ein Handy angeschafft werden, um Bedürftige der Risikogruppen trotz Kontaktbeschränkungen weiterhin mit Lebensmitteln zu versorgen und die Kommunikation zu erleichtern.
  • Der Förderverein des Mutter-Kind-Haus e.V. in Landau-Isar in Bayern erhält für seine Essensausgabe 5.797 Euro. Mit dem Geld sollen unter anderem zwei Fahrräder mit Lastenanhänger, Mobiltelefone und Headsets angeschafft werden. Die Technik soll die Kontaktaufnahme zwischen den Mitgliedern der Initiative und mit bedürftigen Menschen erleichtern, denen Lebensmittel – kontaktfrei – in Kisten an die Haustür geliefert werden.
  • Der Landleben Schönbeck e.V. in Mecklenburg-Vorpommern erhält 6.163 Euro. Mit dem Geld sollen u. a Lebensmitteltransportboxen, ein Pavillon und Tische angeschafft werden, um so die Übergabe von Lebensmitteln unter Wahrung der Corona-Sicherheitsregeln zu ermöglichen.
  • Der DRK-Ortsverein Schwarzenbek und Umgebung e.V. in Schleswig-Holstein erhält 7.300 Euro. Mit dem Geld soll unter anderem neue Software und eine Lizenz für Videokonferenzen erworben werden, um die wachsende Zahl an Freiwilligen besser zu vernetzen. Über die Tafel werden rund 1.000 bedürftige Personen pro Woche mit Lebensmitteln versorgt. Zudem hilft der Verein älteren Menschen beim Einkaufen.

Das Ehrenamt in Zeiten von Corona entlasten

Bewerben konnten sich Initiativen, die überwiegend in kreisangehörigen Städten und Gemeinden mit maximal 50.000 Einwohnern tätig sind. Mit 2.000 bis 8.000 Euro gefördert werden unter anderem:

  • Neuanschaffungen und Beauftragungen für Maßnahmen, die dem Schutz der Gesundheit von Mitgliedern und deren Kontaktpersonen dienen (z.B. Schutzmasken, Desinfektionsmittel),
  • Neuanschaffungen, Beauftragungen und Fahrtkostenerstattungen für Maßnahmen, die Transportleistungen zur Sicherstellung der Nahversorgung, insbesondere mit Lebensmitteln, sowie Mobilitätsaufwendungen auf Seiten der Mitglieder der Initiativen betreffen (z.B. Fahrräder, Transportboxen),
  • Neuanschaffungen und Beauftragungen für Maßnahmen, die die Zusammenarbeit von Mitgliedern der Initiative untereinander und mit Kontaktpersonen mit Hilfe einer digitalen Ausstattung der Initiative verbessern (z. B. Kameraequipment und Headsets für Videokonferenzen).

Bundesministerin Klöckner: „Die Corona-Krise darf nicht zu einer Krise des Ehrenamts werden. Denn besonders jetzt sind viele Menschen auf Unterstützung angewiesen. Deshalb helfen wir den Helfenden – insgesamt fünf Millionen Euro haben wir für Initiativen vor Ort bereitgestellt. Damit wollen wir einen Beitrag leisten, dass wichtige Angebote in der Fläche weiter möglich sind. Das ist mir ein großes Anliegen: Ehrenamt ist keine Selbstverständlichkeit – und gerade deshalb so wertvoll für die Temperatur unserer Gesellschaft.“

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vom 13.08.2020

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