Freiwilliges Engagement / Sozialpolitik

Neuer Freiwilligendienst der Bundeswehr – Diakonie übt Kritik

Beine mit Tarnhose und Bundeswehrstiefeln
Bild: planet_fox - pixabay.com

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hat den neuen Freiwilligendienst der Bundeswehr unter dem Motto „Dein Jahr für Deutschland“ vorgestellt. Die Diakonie kritisiert die Bezeichnung als militärischer Freiwilligendienst. Dies entwerte das Engagement 100.000 Engagierter in den zivilgesellschaftlichen Freiwilligendiensten.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat am 23.07.2020 in Berlin den neuen „Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz“ der Bundeswehr vorgestellt. Der freiwillige Wehrdienst soll Frauen und Männer ansprechen, die sich für Gemeinwohl und regionale Aufgaben im Heimatschutz interessieren. Der gesellschaftliche und soziale Charakter des insgesamt einjährigen Dienstes soll dabei im Vordergrund stehen.

Dazu sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: „Dein Jahr für Deutschland" nur als militärischen Freiwilligendienst zu sehen, entwertet das Engagement 100.000 freiwillig engagierter Menschen in den zivilgesellschaftlichen Freiwilligendiensten. Dieser neue Dienst steht in keiner Weise in der Seitens der Kirchen erfundenen und seit Jahrzehnten etablierten Tradition Ein Jahr für Dich und Andere".

Es sei ein Armutszeugnis, dass mit hohem Werbebudget und attraktiven Konditionen für einen militärischen Freiwilligendienst geworben wird, aber für die zivilgesellschaftlichen Freiwilligendienste keine adäquaten Angebote und Leistungen zur Verfügung stehen. Der Dienst an der Gesellschaft, ob nun in militärischer oder zivilgesellschaftlicher Form, sollte gleich und fair behandelt werden, so Lilie.

In Diakonie und evangelischer Kirche engagieren sich rund 14.000 Freiwillige im Freiwilligen Sozialen Jahr, Freiwilligen Ökologischen Jahr, Bundesfreiwilligendienst oder einem internationalen Freiwilligendienst. Insgesamt gibt es über alle Anbieter hinweg jährlich etwa 100.000 Freiwilligendienstleistende.

Quelle: Diakonie Deutschland, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. vom 24.07.2020

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