Freiwilliges Engagement / Kinder- und Jugendarbeit

Landesjugendring Brandenburg: Junges Ehrenamt besser fördern

Fünf junge Erwachsene umarmen sich und lachen in die Kamera
Bild: © Lev Dolgachov - Fotolia.com

Den Tag des Ehrenamts nutzten zivilgesellschaftliche Organisationen und Politik, um sich für das Engagement tausender Brandenburger-/innen zu bedanken. Auch in Brandenburgs Jugendverbänden wird junges Engagement großgeschrieben. Aus Sicht des Landesjugendrings Brandenburg e.V. (LJR) reicht EIN Dank im Jahr jedoch nicht aus. Vielmehr fordert der LJR, junges Ehrenamt strukturell zu fördern.

Die Jugendverbände in Brandenburg fordern echte Anerkennung durch eine verbesserte strukturelle Förderung. Die Arbeit der 30 Brandenburger Jugendverbände und sieben kommunalen Jugendringe ist ohne Ehrenamt nicht denkbar. Unzählige Brandenburger Jugendliche bereiten Jüngeren und Gleichaltrigen durch ihr Engagement eine unvergessliche Zeit. Sie schaffen Räume, in denen Kinder und Jugendliche sich entfalten können und bringen ihnen bei, Verantwortung  zu tragen. Damit leisten sie einen unerlässlichen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dass sich junge Menschen engagieren, ist jedoch nicht selbstverständlich. Dazu Karolin Paschedag, Vorstand im LJR und Mitglied der Na-turschutzjugend: „Es ist nicht einfach, neben Schule, Ausbildung oder Studium und Zeit mit der Familie oder Freund(inn)en auch noch ein Ehrenamt unterzubekommen.“

Aus Sicht der Jugendverbandsarbeit braucht es daher mehr als Worte und symbolische Taten, um den wichtigen Beitrag der Ehrenamtlichen wertzuschätzen und zu unterstützen. So fordert der LJR, junges Ehrenamt strukturell zu fördern. Es braucht:

  • verbindliche Freistellungsregelungen im Bereich Schule und Hochschule,
  • zeitliche Freiräume für Schüler/-innen während der Woche und „Ferienschutz“ für Studierende, die ehrenamtlich Freizeiten organisieren und durchführen,
  • Verdienstausfallzahlungen bei Sonderurlaub für ehrenamtliches Engagement, in der Kinder- und Jugendarbeit,
  • Vergünstigungen für Ehrenamtliche im ÖPNV oder bei Freizeitangeboten.

Ein weiteres Problem ist die schlechte Ausstattung der Brandenburger Jugendverbände mit Jugendbildungsreferent(inn)en. Derzeit besitzt nur die Hälfte der 30 Brandenburger Jugendverbände eine Person, die junge Ehrenamtliche in der Organisation, Durchführung und Abrechnung von Ferienfreizeiten, Seminaren und Projekten unterstützt. Der in der letzten Woche unterzeichnete Koalitionsvertrag betont: „Ehrenamt braucht Hauptamt“. Dazu Julia Schultheiss, ebenfalls im Vorstand im LJR Brandenburg und Geschäftsführerin des Stadtjugendring Potsdam: „Für die Zukunft wünschen wir uns, dass diese schlaue Erkenntnis auch  auf die Fördersituation der Jugendverbände angewendet wird!“

Quelle: Landesjugendring Brandenburg e.V. vom 05.12.2019

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