Freiwilliges Engagement / Kinder- und Jugendarbeit

Freiwilligendienste für alle? BKJ bietet Mitwirkung für Ausgestaltung an

Zwei Jugendliche mit T-Shirts auf denen Volunteer steht
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Alle, die sich in einem Freiwilligendienst engagieren wollen, sollen die Möglichkeit dazu bekommen, versprach Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey im Sommer. Am 3. Dezember stellte die Ministerin ihr Konzept für den Ausbau der Freiwilligendienste in Berlin vor. Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) begrüßt Giffeys Schritte zu mehr Teilhabe und bietet ihre Mitwirkung an, wenn es um die Ausgestaltung geht.

Der von der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) im Verbund mit den Zentralstellen im FSJ, FÖJ und BFD geforderte Ausbau an Freiwilligenplätzen und die Verbesserung der Rahmenbedingungen zur besseren Teilhabe und leichteren Zugänglichkeit der Freiwilligendienste, kann nur durch eine größere Berücksichtigung im Haushalt des Bundes erreicht werden. Im Bundeshaushalt 2019 werden 65 Millionen Euro mehr für die Freiwilligendienste als besonderes Format des freiwilligen Engagements zur Verfügung gestellt, um die Qualität in der pädagogischen Begleitung von Freiwilligen zu sichern. So können die Zuschüsse für die pädagogische Begleitung erhöht werden, die seit sechs Jahren stagnieren und durch Kosten- und Tarifsteigerungen rückläufig waren.

Die Vorstandsvorsitzende der BKJ, Prof.in Dr.in Susanne Keuchel, sieht dies als wertvolles Signal: „Demokratie braucht Beteiligung und durch Partizipation wächst gesellschaftlicher Zusammenhalt. Das zu fördern, ist eine wichtige Aufgabe der Freiwilligendienste Kultur und Bildung und anderer Programme der BKJ. Freiwilliges Engagement braucht aber auch Menschen, die sich kümmern. Deshalb ist es wichtig, dass die Zuschüsse für die pädagogische Begleitung in den Freiwilligendiensten nach langer Zeit erhöht werden, denn Menschen, deren Arbeit anerkannt und wertgeschätzt wird, sind gute Multiplikator(inn)en für kulturelle Teilhabe“.

Freiwillige Bildungs- und Orientierungsjahre unter dem Dach eines „Jugendfreiwilligenjahres”

Das Geld ist bereitgestellt, nun präsentierte die Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey in Berlin, wie sie im Einzelnen die verfügbaren Mittel einsetzen möchte: Unter dem Dach eines Jugendfreiwilligenjahres bleiben die Formate FSJ, FÖJ und BFD bestehen und sollen weiterhin als freiwillige Bildungs- und Orientierungsjahre entwickelt und gestärkt werden. Alle Menschen, die sich in solch einem Jahr für die Gesellschaft engagieren, sollen in Zukunft monatlich ein Freiwilligengeld von aktuell 402 Euro plus 25 Euro Fahrtkostenzuschuss erhalten.

Verbesserung der Rahmenbedingungen

Die Verbesserung der Rahmenbedingungen ist ein zentraler Grundsatz des neuen Konzepts für ein „Jugendfreiwilligenjahr” des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Auch legt das Konzept einen Schwerpunkt auf Menschen in besonderen Lebensumständen, mit Behinderungen und anderen Benachteiligungen. Betont wird die Einführung von Teilzeit und die Entwicklung weiterer Unterstützungsformen, wie zum Beispiel der Assistenzbedarf.

Weitere Informationen sind der Berichterstattung zur Meldung des BMFSFJ vom 3. Dezember 2018 zu entnehmen.

Sonderkontingent Flucht und Asyl in Regelförderung und Teilzeit-Freiwilligendienst

Jens Maedler, Leiter des Bereichs Freiwilliges Engagement und Ehrenamt der BKJ, stellt fest: „Viele Forderungen der BKJ und anderer Zentralstellen zur Bundestagswahl 2017 wurden bereits erfüllt oder umgesetzt. Die Bilanz des BMFSFJ an dieser Stelle kann sich sehen lassen. Das betrifft zum einen die Übernahme des Sonderkontingents Flucht und Asyl in die Regelförderung und die Erarbeitung eines Gesetzes, das einen Freiwilligendienst in Teilzeit ermöglichen soll.

Kritisch bleibt aber die Frage nach der Regelung des Taschengeldes in Teilzeit, verbunden mit der grundsätzlichen Forderung, dass Freiwillige frei über ihr Taschengeld in voller Höhe verfügen können müssen, egal, ob sie in einer Bedarfsgemeinschaft leben, Geflüchtete sind oder auf anderweitige Transferleistungen angewiesen sind.“

Die BKJ freut sich über das Konzept des BMFSFJ, das es ermöglicht über viele Entwicklungen in den Freiwilligendiensten in einen Dialog zu treten.

Hintergrund

Etwa 2.600 Menschen pro Jahr sind für ihren Freiwilligendienst in Theaterwerkstätten, in soziokulturellen Zentren und literarischen Gesellschaften, in Heimatmuseen, Kunstprojekten, Jugendverbänden, in Bildungseinrichtungen, Zirkusinitiativen, Musik- oder Jugendkunstschulen, in Stadt und Land, bundesweit und im Rahmen der Freiwilligendienste Kultur und Bildung tätig.

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) als bundeszentraler Träger sowie Zentralstelle verantwortet und koordiniert bundesweit die Freiwilligendienste Kultur und Bildung. Die der BKJ angeschlossenen Träger im Verbund Freiwilligendienste Kultur und Bildung sind verantwortlich für die Umsetzung und Qualitätssicherung der Dienste, sie gewährleisten die Begleitung von Freiwilligen und Einsatzstellen sowie die Durchführung von Bildungstagen. Die Freiwilligen leisten ihren Einsatz in gemeinwohlorientierten Einrichtungen des Kultur- und Bildungsbereichs.

Pressemitteilung „Freiwilligendienste für alle? – Bundesfamilienministerin Giffey stellt neues Konzept vor“

Über die BKJ

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) ist der Dachverband der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Deutschland. Sie ist ein Zusammenschluss von 56 bundesweit agierenden schulischen und außerschulischen Institutionen, Fachverbänden und Landesdachorganisationen der Kulturellen Bildung. Die Mitgliedsorganisationen repräsentieren die unterschiedlichen Künste, Kultursparten und kulturpädagogischen Handlungsfelder. Ihr Ziel ist die Weiterentwicklung und Förderung der Kulturellen Bildung: gesellschaftlich sensibel, nachhaltig, möglichst für jeden Menschen zugänglich, von Anfang an und ein Leben lang.

Quelle: Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) vom 03.12.2018

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