Freiwilliges Engagement / Migration

Interkulturelle Woche zeigt Flagge für Menschenrechte

Ein illustriertes Auge mit bunten Farben, um das geschrieben steht "Interkulturelle Woche 2018"
Bild: © www.interkulturellewoche.de

Die Interkulturelle Woche (IKW) möchte ein starkes Signal für das friedliche Zusammenleben setzen. „Vielfalt verbindet.“ heißt das Motto der bundesweiten Aktionswoche, die am 23. September in Hannover eröffnet wird. Die bundesweit jährlich stattfindende IKW ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie.

Vielfalt ist Alltag in unserem Land. Überall begegnen sich Menschen verschiedener Herkunft – die einen sind seit Generationen hier zuhause, die anderen sind aus allen Himmelsrichtungen zugewandert: Das ist Deutschland – ein Land mit einer langen Geschichte und gewachsener kultureller Prägung. Doch seit einiger Zeit kommt dieses Gesellschaftsmodell unter Druck. Manche wollen Menschen, die eine vermeintlich „andere“ kulturelle Herkunft und religiöse Beheimatung haben, ihre Rechte streitig machen, wollen ausgrenzen und schrecken auch vor populistischen, nationalistischen und sogar rechtsradikalen Parolen nicht zurück. In dieser Situation will die Interkulturelle Woche (IKW) ein starkes Signal für das friedliche Zusammenleben setzen.

Auftakt der Interkulturellen Woche in Hannover

Der diesjährige Auftakt der Interkulturellen Woche in Hannover beginnt um 17 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Pauluskirche, Meterstraße 39. Gestaltet wird der Gottesdienst vom evangelischen Landesbischof Ralf Meister, dem katholischen Domkapitular Propst Martin Tenge (Predigt), Archimandrit Gerasimos Frangoulakis von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie und Pastorin Anke Merscher-Schüler von der Südstadt-Kirchengemeinde.

Im Anschluss findet ab 18.30 Uhr ein Empfang im „Haus der Religionen“, Böhmerstraße 8, statt. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Wolfgang Reinbold vom Rat der Religionen Hannover folgen Statements verschiedener Rednerinnen und Redner zum IKW-Slogan „Wir sind Hoffnung. Wir sind Zuflucht. Wir sind Vielfalt.“

Sprechen werden die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Carola Reimann, der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, Stefan Schostok, Aigün Hirsch vom Flüchtlingsrat Niedersachsen und Antonella Serio vom Deutschen Caritasverband, die auch Mitglied im „Ökumenischen Vorbereitungsausschuss“ ist, der die IKW organisiert. Im Anschluss sind alle Gäste bei einem Imbiss zu Gesprächen mit den Rednerinnen und Rednern sowie miteinander eingeladen.

Der Slogan, auf den sich die Statements beziehen, stammt vom offiziellen Plakat der IKW 2018, das in den Farben der Deutschland – Fahne gehalten ist – durchaus provokativ, reklamieren doch gerade die Populisten und Nationalisten die Flagge als „ihr“ Symbol. Das ist den Organisatoren bewusst, doch gerade darum haben sie die Gestaltung so gewählt: „Schwarz-Rot-Gold, Deutschland, überlassen wir nicht denen, die ausgrenzen“, erklärt Gabriele Erpenbeck, die Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses.

Statements zu „Wir sind Hoffnung. Wir sind Zuflucht. Wir sind Vielfalt.“

  • Dr. Carola Reimann sagt: „Als Integrationsministerin liegt mir die letzte Aussage des diesjährigen Slogans besonders am Herzen. Nur ein Land, das sich zur Vielfalt bekennt und in dem Vielfalt wirklich gelebt wird, kann auch Hoffnung bieten. Und nur in einem Land, in dem Vielfalt anerkannt und gewürdigt wird, ist auch eine wirklichsichere Zuflucht möglich.“
  • Oberbürgermeister Stefan Schostok, der Schirmherr des Hauses der Religionen, freut sich, dass Hannover gastgebende Stadt für den Auftakt der Interkulturellen Woche 2018 ist:
  • „Unsere Stadt ist seit jeher eine Einwanderungsstadt. Sie zeichnet sich durch Internationalität, Weltoffenheit und Vielfalt aus und ist dadurch für viele Menschen zu einem Ort der Hoffnung und Zukunft geworden. Teilhabe und Integration der Menschen, die hier Schutz suchen, ist uns ein wichtiges Ziel. Mitgefühl, Solidarität und Wertschätzung sind dabei das Fundament unserer Willkommenskultur.“
  • Aigün Hirsch positioniert sich so: „Deutschland ist viel mehr als das, was rechtsradikale und rassistische Strömungen täglich versuchen, zu transportieren. Lasst uns entschieden die Vielfalt feiern. Stellen wir uns laut, ausdauernd und so lange wie nötig gegen jede Ausgrenzung. Für die Freiheit, die uns alle bewegt.“
  • Antonella Serio warnt: „Ja, wir sind Vielfalt. Wir leben in einer offenen Gesellschaft – auch die Vielfaltsverweigerer, die sich nach einer vermeintlichen Homogenität sehnen, nutzen die Vorteile und Annehmlichkeiten einer demokratischen und vielfältigen Gesellschaft. Seine größten Katastrophen hat Deutschland dann erlebt, wenn mit Gewalt versucht wurde, aus der Vielheit eine Einheit zu machen. Sind wir heute wieder soweit?“

Rund 5.000 Veranstaltungen in mehr als 500 Städten und Gemeinden

Mit dem Startschuss in Hannover beginnt die „heiße Phase“ der Interkulturellen Woche. In hunderten Städten und Gemeinden in ganz Deutschland werden die unterschiedlichsten Veranstaltungen organisiert: von ökumenischen Gottesdiensten über interkulturelle Feste, Diskussionsrunden zu politischen Themen bis hin zu Ausstellungen, Buchpräsentationen, Filmabenden oder Konzerten reicht das Spektrum der Angebote. Viele Veranstaltungen finden auch schon vor dem offiziellen Start der IKW statt oder laufen noch nach ihrem Ende am 29. September. Unter diesen Vorzeichen bietet die Interkulturelle Woche wieder eine hervorragende Möglichkeit, in vielen Städten und an vielen Orten in Deutschland für Menschenrechte und gegen Rassismus, Diffamierung und Ausgrenzung Flagge zu zeigen. Denn Vielfalt bedeutet – bei allen dazugehörigen Konflikten – Reichtum. Vielfalt verbindet.

Über die Interkulturelle Woche

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW) ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. In mehr als 500 Städten und Gemeinden gibt es rund 5.000 Veranstaltungen. Der nationale „Tag des Flüchtlings“, dieses Jahr am 28. September, ist Bestandteil der IKW.

Weitere Informationen

Die Datenbank mit allen Veranstaltungen der Interkulturellen Woche steht online zur Verfügung. www.interkulturellewoche.de/datenbank

Quelle: Ökumenischer Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche (ÖVA)

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