Freiwilliges Engagement / Sozialpolitik

Engagierte Städte setzen ihre Arbeit fort

Vier junge Erwachsene stehen lachend mit Armen gegenseitig auf den Schultern im Freien
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Das Bundesfamilienministerium und sechs Stiftungen bleiben Partner in der Engagementförderung. Sie führen das Förderprogramm „Engagierte Stadt“ mit weiteren zwei Millionen Euro bis 2019 fort. Im Netzwerk der teilnehmenden Städte findet ein Austausch von Ideen, Konzepten und Lösungen statt. Außerdem sind Netzwerktreffen, Barcamps, Webinare, thematische Veranstaltungen und Regionaltreffen Teil des Förderprogramms.

Die Engagierte Stadt geht in die zweite Phase. „Ich freue mich, dass wir das gemeinsame Förderprogramm mit sechs Stiftungen zur systematischen Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements bis Ende 2019 fortführen“, erklärt Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley. Damit haben die Städte in ganz Deutschland die Chance, ihre neu entwickelten Netzwerke für Engagement weiter auszubauen und zu verstetigen.

Mitte 2015 hatten sich 272 Städte zwischen 10.000 und 100.000 Einwohner zur Teilnahme an dem Programm beworben. Eine Fachjury hatte 50 von ihnen ausgewählt – von Ribnitz-Damgarten an der Ostsee bis Kaufbeuren im Allgäu. Alle eint der Wille, die Rahmenbedingungen für Bürgerengagement vor Ort grundlegend zu verbessern.

Das Gemeinweisen zusammen gestalten

„Großartige Beispiele für bürgerschaftliches Engagement gibt es in jeder Kommune in Deutschland", weiß Karin Haist, Leiterin des Bereichs Gesellschaft bei der Körber-Stiftung und eine der Sprecherinnen des Programms. „Doch Engagierte Städte wollen mehr. Sie schaffen verlässliche Bedingungen, unter denen Vereine, Initiativen, Verwaltung und Wirtschaft optimal zusammenarbeiten können. Sie vereinbaren gemeinsame Ziele. Sie verbinden ihre Projekte zu übergreifenden Kooperationen. Und sie ermöglichen allen Bürgerinnen und Bürgern, ihr Gemeinwesen zusammen zu gestalten.“

Einige arbeiten an Netzwerken für Demokratie und Toleranz, andere machen sich gemeinsam fit für den demografischen Wandel, die nächsten starten organisationsübergreifend auf den Weg zu einer familienfreundlicheren Kommune.

Bündelung finanzieller Ressourcen

Zur Förderung dieser Strukturen schlossen sich erstmals Stiftungen, Unternehmen und die Bundesregierung zusammen, um durch die Bündelung von finanziellen Ressourcen eine finanzielle „Hebelwirkung“ zu erzeugen. Diese Mittel fließen ausdrücklich nicht in Einzelprojekte. Vielmehr helfen sie engagementfördernden Einrichtungen in den Städten, sich besser zu vernetzen und Gemeinschaftsaktivitäten zu koordinieren.

Von 2015 bis 2017 in der 1. Phase haben die 50 Engagierten Städte mehr als drei Millionen Euro erhalten und konnten von einem umfangreichen Beratungsangebot profitieren. „Eine ausgezeichnete Investition in die Zukunft“, kommentiert Familienministerin Barley mit Blick auf die beeindruckenden Arbeitsergebnisse.

Für die kommenden beiden Jahre 2018 und 2019 sind weitere zwei Millionen Euro vorgesehen (2. Phase). Dem Förderkonsortium gehören in der nächsten Runde neben dem Bundesfamilienministerium die Bethe Stiftung, die Bertelsmann Stiftung, die Breuninger Stiftung, die Joachim Herz Stiftung, die Körber-Stiftung und die Robert Bosch Stiftung an.

Qualifizierungs- und Netzwerkangebote für teilnehmende Städte

Alle 50 Engagierten Städte bleiben Teil des Programms und können an den zahlreichen Qualifizierungs- und Netzwerkangeboten teilnehmen. Darüber hinaus hatten sie die Möglichkeit, sich mit ihren Konzepten zur Weiterentwicklung der begonnenen Arbeit zu bewerben. Die Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der fördernden Partner, hat 43 Organisationen ausgewählt, die zusätzlich zu der ideellen, auch eine finanzielle Förderung in Höhe von bis zu 30.000 Euro erhalten.

Austausch von Ideen, Konzepten und Lösungen

Der Austausch von Ideen, Konzepten und Lösungen in einem starken Netzwerk ist ein besonderes Merkmal des Programms. Angeboten werden Netzwerktreffen, Barcamps, Webinare, thematische Veranstaltungen und Regionaltreffen. In der zweiten Programmphase soll dieses gemeinsame Lernen noch ausgebaut werden. Für alle Engagierten Städte wird es Strategieworkshops und passgenaue Beratungsangebote geben. Und am Ende wird ein Bauplan für eine gut funktionierende Engagierte Stadt entstehen, den alle rund 11.000 Städte und Gemeinden in Deutschland für ihre engagementfördernde Entwicklung nutzen können.

„Die Aufbruchstimmung und die Kreativität in den Engagierten Städten hat uns alle beeindruckt. Ich freue mich auf mehr davon“, zeigt sich Ministerin Barley begeistert.

Quelle: Robert Bosch Stiftung vom 05.09.2017

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