Freiwilliges Engagement / Kinder- und Jugendpolitik

Engagement muss Spaß machen

Eine Gruppe von zehn jungen Erwachsenen macht ein Foto von sich selbst.
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„Was Studien immer wieder belegen, liegt uns im Blut: Engagement muss vor allem Spaß machen“, ist Lukas Stede, stellvertretender Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. überzeugt.

Das bestätigt auch der Bundesarbeitskreis „Jugend macht Politik“ des größten Jugendverbandes im ländlichen Raum, der am Wochenende in Augsburg tagte. Und auch der regelmäßig erscheinende Deutsche Freiwilligensurvey stellt heraus, dass Jugendliche die am meisten engagierte Gruppe sind. Doch eins der Hauptmotive ist generationenübergreifend: gemeinsam Spaß zu haben und Freunde zu treffen.

Hindernisse im Alltag

„Das passt“, sagen die Landjugendlichen im Arbeitskreis einhellig. So einfach das klingt, so hindernisreich ist das im Alltag: mangelnde Zeit, weil die Schule immer weiter zum Ganztag ausgebaut wird, Haftungsrisiken für Vorsitzende in Ortsgruppen bei Veranstaltungen, bürokratische Auflagen, deren Prinzipien einiges an Wissen voraussetzen. „Als Verband setzen wir uns dafür ein, dass Engagierte hier mehr Kapazitäten für das bekommen, was sie eigentlich tun wollen - sich gemeinsam mit anderen in die Gesellschaft einbringen“, stellt Lukas Stede als Arbeitskreisleiter klar.

BDL aktualisiert seinen Forderungskatalog

Die Delegierten der Landjugend-Landesverbände brachten in der alten Domstadt ihre Erfahrungen, Vorstellungen und Ideen zusammen, entwickelten und diskutierten zum Beispiel Forderungen, um Engagement-Spielräume zu schaffen. Die sollen langfristig in einem Grundsatzpapier des BDL zusammengeführt werden. „Ob es um die Struktur der geplanten Deutschen Engagementstiftung oder um die Gestaltung von Förderrichtlinien geht, der BDL bringt seine Expertise gern ein. Denn wir spüren immer wieder: Schreibtischtäter kennen die ländlichen Räume nicht so gut wie wir“, ergänzt der BDL-Vize.

„Land tickt anders“

Auch wenn der Stellenwert der ländlichen Räume gegenüber den städtisch geprägten Regionen aufholt, sieht der BDL noch erheblichen Bedarf, Politiker, Ministeriumsvertreter und Mitarbeiter aufzuklären, die meist in Städten leben und von denen nur wenige in ländlichen Regionen groß geworden sind: „Dinge, die in der Stadt funktionieren, lassen sich nicht einfach aufs Land übertragen. Das gilt auch fürs Engagement. Das läuft in Stadt und Land auch nicht in gleichen Bahnen“, urteilt Lukas Stede für den BDL.

Angefangen bei den anderen Voraussetzungen und Anforderungen an Mobilität in ländlichen Regionen, vertretenen Verbänden und Organisationen bis hin zu vorhandenen Systemen, Förderprogrammen und Strukturen: „Land tickt anders“, stellt der junge Mann klar, weiß aber auch, dass das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über einiges Know-how verfügt, wie Förderprogramme in ländlichen Räumen ausgestaltet sein müssen, um die regionale Struktur tatsächlich zu befördern.

Engagementfreundliche Strukturen in ländlichen Regionen

Der BDL-Arbeitskreis „Jugend macht Politik“ erhofft sich daher gerade mit Blick auf engagementfreundliche Strukturen in ländlichen Regionen eine enge Zusammenarbeit der beteiligten Ministerien. „Schließlich wollen wir alle das Gleiche: Engagement soll Spaß machen und es sollen noch viel mehr mitmachen. Denn gemeinsam schaffen wir mehr“, ist sich der stellv. BDL-Bundesvorsitzende sicher.

Quelle: Bund der Deutschen Landjugend e. V. (BDL) vom 03.12.2018