Freiwilliges Engagement / Sozialpolitik

DRK fordert: Freiwilligendienste attraktiver gestalten

Vier lächelnde junge Menschen tragen blaue T-Shirts auf denen Volunteer steht
Bild: rawpixel.com

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) fordert bessere Rahmenbedingungen für das freiwillige und ehrenamtliche Engangement und macht konkrete Vorschläge, u.a. eine Erhöhung des Taschengeldes und kostenloses Bahnfahren. Mit Blick auf den geplanten „Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz“ dürfe kein monetärer Wettbewerb entstehen. Das DRK bietet insgesamt 15.000 Plätze in den verschiedenen Freiwilligendiensten an.

Vor dem Start der Freiwilligendienste am 1. September ruft das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Interessierte auf, sich auf noch verfügbare Plätze zu bewerben, und fordert bessere Rahmenbedingungen für den freiwilligen Einsatz. „Die Corona-Pandemie zeigt deutlich, wie wichtig ehrenamtliches und freiwilliges Engagement für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist. Wir begrüßen daher auch die Debatte um ein Pflichtjahr für alle und einen ‚Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz‘. Was wir jedoch ablehnen, ist ein Wettbewerb der Angebote für Freiwilligendienste, der vor allem über monetäre Anreize geführt wird“, sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt.

Keinen Wettbewerb der Angebote über monetäre Anreize

Der geplante „Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz“ bei der Bundeswehr soll mit circa 1.550 Euro pro Monat vergütet werden. Teilnehmer der „klassischen“ Freiwilligendienste wie das Freiwillige Soziale Jahr, das Freiwillige Ökologische Jahr, der Bundesfreiwilligendienst oder der Internationale Freiwilligendienst erhalten derzeit ein Taschengeld von wenigen hundert Euro. „Der Unterschied bei der Vergütung ist zu groß. Es darf nicht der Eindruck eines Zwei-Klassen-Systems zwischen zivilem und militärischem Dienst entstehen, der zu Frustration bei denjenigen führen könnte, die sich im Rahmen der Freiwilligendienste in der Altenpflege, in Kitas, in der Jugendhilfe oder anderen sozialen Bereichen engagieren“, sagt Hasselfeldt weiter.

Freiwilligendienste insgesamt attraktiver gestalten

Um die Vergütung nicht zu sehr in den Vordergrund zu rücken, aber die Freiwilligendienste dennoch attraktiver und für Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen, fordert das DRK neben einer Erhöhung des Taschengelds auch kostenlose Bahn- und ÖPNV-Tickets für alle Freiwilligen. „Außerdem schlagen wir vor, die schulischen Abschlussnoten nach einem absolvierten Freiwilligendienst im Nachgang um 0,2 Punkte zu verbessern sowie einen Rentenpunkt für ein Jahr Freiwilligendienst zu veranschlagen“, sagt Hasselfeldt.

Das Deutsche Rote Kreuz stehe einem Dialog zwischen Politik, Wohlfahrtsverbänden und allen anderen Beteiligten über neue, gemeinsame Ansätze offen gegenüber, um die Freiwilligendienste attraktiver zu gestalten. Das DRK bietet allein im Freiwilligen Sozialen Jahr 12.000 Plätze an – mehr als jeder andere Wohlfahrtsverband. Hinzu kommen rund 3.000 Plätze beim Bundesfreiwilligendienst.

Zum Thema „Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz“ (PDF, 89 KB) hat das DRK ein Positionspapier veröffentlicht. Weitere Informationen zu dem geplanten Angebot der Bundeswehr finden sich dort. 

Weitere Informationen zu den Freiwilligendiensten des Deutschen Roten Kreuzes stehen unter www.freiwilligendienste.drk.de zur Verfügung.

Quelle: Deutsches Rotes Kreuz e.V. vom 31.07.2020