Freiwilliges Engagement / Demokratie

Deutscher Engagementpreis 2018: Engagement sichtbar machen und würdigen

Die Preisträger/-innen des Deutschen Engagementpreises 2018 beim Gruppenfoto mit Bundesministerin Dr. Fanziska Giffey
Bild: © David Ausserhofer Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Engagementpreises 2018 mit Bundesministerin Dr. Giffey

Rund 30 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich freiwillig für eine gute Sache. Ihr Einsatz für die Gesellschaft ist unverzichtbar, doch Anerkennung und Respekt dafür kommen oft zu kurz. Deshalb gibt es seit 2009 den Deutschen Engagementpreis. Initiator und Träger ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit. Am Deutschen EngagementTag wurde die Auszeichnung in sechs Kategorien verliehen.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey unterstrich bei der Preisverleihung im TIPI am Kanzleramt: „Freiwilliges Engagement hält unsere Gesellschaft zusammen, macht unser Land lebenswerter und stärker. Umso wichtiger ist es, dass wir dieses Engagement sichtbar machen und würdigen. Mit dem Deutschen Engagementpreis ehren wir diejenigen, die sich besonders vorbildlich für andere einsetzen – freiwillig und unentgeltlich. Ihr Engagement macht unsere Gesellschaft besser. Im Kleinen wie im Großen.“

Freiwilliges Engagement hält die Gesellschaft zusammen

Die Bundesfamilienministerin überreichte den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis, für den rund 93.000 Menschen online abgestimmt hatten. Die Auszeichnung ging an das Projekt „Moje Tieden - gegen Altersarmut von Frauen in Ostfriesland“ des Zonta Club Leer-Ostfriesland. Im Mittelpunkt steht die spontane Unterstützung – meist finanzieller Art – älterer, sozial schwacher Frauen. Über Zuwendungen sollen den betroffenen Frauen außerdem ein aktives Miteinander und Wege aus der gesellschaftlichen Isolation ermöglicht werden, um sie an „Moje Tieden“ (schönen Zeiten) in der Gemeinschaft teilhaben zu lassen. Weitere Infos: www.zonta-leer-ostfriesland.de

Einsatz für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit

In der Kategorie Demokratie stärken gewann das Projekt „Wir schaffen das!“ der Regionalen Schule Rudolf Tarnow aus Boizenburg (Mecklenburg-Vorpommern). In einem von Fremdenhass und Ausgrenzung geprägten Klima setzten sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit ein und gingen gegen viele Widerstände aktiv gegen Rassismus und Intoleranz an ihrer Schule vor. Weitere Infos: www.rts-boizenburg.de/

„Paddeln und Fotokunst für saubere Flüsse und Meere“ nennt sich das Konzept des Clean River Project e.V. aus Winningen (Rheinland-Pfalz), das in der Kategorie Leben bewahren ausgezeichnet wurde. Das Clean River Project ist ein gemeinnütziges Umwelt-, Kunst- und Bildungsprojekt, das sich für saubere Flüsse und Meere einsetzt. Der beim Paddeln gesammelte Plastikmüll wird kreativ inszeniert, um das Bewusstsein für die Problematik zu fördern. Weitere Infos: www.cleanriverproject.de

Vermittlung von Kindern mit Behinderung in Pflegefamilien

Preisträger in der Kategorie Grenzen überwinden ist der Bundesverband behinderter Pflegekinder e. V. mit Sitz in Papenburg (Niedersachsen), der im ganzen Bundesgebiet die Vermittlung von Kindern mit Behinderung in geeignete Pflegefamilien aktiv unterstützt. Der Bundesverband ist einzigartig in seiner Art und leistet seit mehr als drei Jahrzehnten Pionierarbeit. Weitere Infos: www.bbpflegekinder.de

In der Kategorie Generationen verbinden wurde das Projekt „Silberpfoten – Für Senioren und ihre Tiere“ des Tierschutzvereins Stuttgart e.V. (Baden-Württemberg) ausgezeichnet. „Silberpfoten“ vereint Nachbarschaftshilfe, die Vernetzung von Jung und Alt sowie Tierschutz auf eine ganz besondere Weise. Weitere Infos: www.stuttgarter-tierschutz.de

Kriminalitäts- und Radikalisierungsprävention von und für junge Menschen

In der Kategorie Chancen schaffen setzte sich das Projekt „180 Grad Wende“ des Jugendbildungs- und Sozialwerk Goethe e.V. aus Köln (Nordrhein-Westfalen) durch - ein Kriminalitäts- und Radikalisierungspräventionsangebot für religiös und politisch begründeten Extremismus. Herzstück des Projekts ist ein ehrenamtliches Netzwerk aus Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit direktem Zugang zur Zielgruppe sowie ein breites Portfolio an Beratungs- und Bildungsprojekten. Die Initiative wurde von jungen Menschen gegründet und wird von ihnen geleitet. Weitere Infos: www.jubigo.de

Hintergrund

Ausgewählt wurden die Preisträgerinnen und Preisträger von einer 13-köpfigen Fachjury. Die bundesweit 554 Nominierten hatten 223 Ausrichter von Preisen für bürgerschaftliches Engagement vorgeschlagen. Moderiert wurde die Preisverleihung von Pinar Atalay, weitere prominente Gäste wie der Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie Christian Kipper, Bahnchef Dr. Richard Lutz, der Schauspieler Oliver Mommsen, die Energieökonomin Prof. Dr. Claudia Kemfert sowie die Schauspielerin und Sängerin Saskia von Winterfeld würdigten die Engagierten.   

Der Deutsche Engagementpreis wurde 2009 vom Bündnis für Gemeinnützigkeit ins Leben gerufen. Förderer sind das Bundesfamilienministerium, die Deutsche Fernsehlotterie und die Deutsche Bahn Stiftung.

Weitere Informationen zum Deutschen Engagementpreis: www.deutscher-engagementpreis.de

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 05.12.2018

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