Freiwilliges Engagement / Sozialpolitik

Caritas-Kampagne fordert bessere Bedingungen für Engagement und Ehrenamt

Schild Engagement und Schild Gleichgültigkeit zeigen in entgegengesetzte Richtungen
Bild: © kamasigns - Fotolia.com

Solidarisch handelnde Menschen werden immer wieder bedroht und die Zahl rechtsextremer Gewalttaten nimmt zu. Mit seiner Kampagne „Sei gut, Mensch!“ fordert der Deutsche Caritasverband mehr Wertschätzung und bessere Bedingungen für Engagement und Ehrenamt. Die Kampagne lädt auch ein, aktiv zu werden und Menschen beizustehen, die Hilfe brauchen.

„Wer Anderen Gutes tut und sein Handeln auf das Gemeinwohl ausrichtet, darf nicht verunglimpft werden“, betont Caritas-Präsident Peter Neher zum Start der Caritas-Kampagne 2020 „Sei gut, Mensch!“.

Es gibt in Deutschland, wie auch in Europa und weltweit, immer lauter werdende, menschenverachtende und intolerante Gruppen und Organisationen. Es darf nicht sein, dass helfen und solidarisch sein, zum Vorwurf wird. „Wir wollen und dürfen die Deutungshoheit darüber, was „gut“ ist und was „gute Menschen“ sind, nicht denen überlassen, die den Begriff lächerlich und verächtlich machen“, so Neher.

Anerkennen und ermutigen

Solidarisch handelnde Menschen werden immer wieder mit Stalking und Beschimpfungen bedroht und die Zahl rechtsextremer Gewalttaten nimmt zu. „Deshalb müssen wir Menschen, die bereit sind Gutes zu tun, ermutigen und ihnen verstärkt unsere Anerkennung aussprechen“, so Neher. Für den Zusammenhalt in der Gesellschaft brauche es dringend „Gutmenschen“, die Verantwortung für die Nächsten und die Gemeinschaft übernehmen und sich entschieden gegen die Herabsetzung und Diffamierung guten Handelns wehren.

Mehr tun für Menschen, die Verantwortung übernehmen

Die Kampagne lädt auch ein, aktiv zu werden und Menschen beizustehen, die Hilfe brauchen. Dazu fordert der Deutsche Caritasverband von der Politik bessere Rahmenbedingungen für Engagement, Ehrenamt und die Menschen, die soziale Verantwortung übernehmen.

Anrechnen von Ehrenamt gefordert

Stellschrauben für mehr Anerkennung und gute Rahmenbedingungen seien beispielsweise die Förderung von Betreuungsvereinen, verbesserte Löhne und Arbeitsbedingungen in der Pflege, kostenlose ÖPNV-Fahrten für Engagierte im Bundesfreiwilligendienst und im Freiwilligen Sozialen Jahr. „Eine Anrechnung ehrenamtlichen Engagements auf Studienvoraussetzungen und ein einheitliches Taschengeld von 400€ monatlich für Freiwillige wären hilfreicher, als die Debatte um einen Pflichtdienst“, unterstreicht Neher. Hartz IV-Empfängerinnen und -Empfängern sollte außerdem die Aufwandsentschädigung, die sie möglicherweise für ein freiwilliges Engagement erhalten, im SGB II und im SGB XII nicht als Erwerbseinnahme verrechnet werden.

Weitere Informationen

Die Plakate zur Kampagne zeigen Menschen, die Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen, die sich für den Zusammenhalt einsetzen und die sich haupt- und ehrenamtlich in Caritas-Einrichtungen und -Diensten engagieren.

Mehr über diese Menschen und ihre Erfahrungen finden sich auf der Kampagnen-Webseite: www.SeiGutMensch.de #seigutmensch

Zum Download finden sich die Sozialpolitischen Positionen zur Kampagne (PDF 156 KB) und das Statement von Caritas-Präsident Peter Neher (PDF, 222 KB).

In der Sozialcourage Spezial-Ausgabe, dem Magazin für soziales Handeln, finden sich zahlreiche Projekte, Fakten und Informationen zum Thema „Sei gut, Mensch!“: www.sozialcourage.de

Quelle: Deutscher Caritasverband vom 16.01.2020