Flucht und Migration / Qualifizierung

Zum internationalen Tag der Migrantinnen und Migranten – IBB bietet Seminare in Dortmund und Italien

Glücklicher dunkelhäutiger junger Mann
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Wie gelingt die Integration von Flüchtlingen in Süd-Italien? Wie können Mentorinnen und Mentoren in Dortmund Neu-Zugewanderte unterstützen? Wie geht es Zugewanderten mit Behinderungen? Zum Internationalen Tag der Migrantinnen und Migranten am Sonntag, 18. Dezember 2016, stellt das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e. V. in Dortmund (IBB) seine Angebote zur Weiterentwicklung der inklusiven Gesellschaft im Jahr 2017 vor.

"Neu-Zugewanderte werden häufig als ‚die Flüchtlinge' bezeichnet, als ob es hier um eine homogene Gruppe von Menschen ginge", sagt Hildegard Azimi-Boedecker, Leiterin des Fachbereichs Beruf international und Migration im IBB. "Die Wirklichkeit sieht anders aus: EU-Zugewanderte aus Rumänien, Geflüchtete aus Eritrea, Minderjährige aus Syrien und Schwangere aus Afghanistan stehen auf dem Weg zur Integration vor unterschiedlich hohen Hürden."

Neben Inhouse-Seminaren zur kultursensiblen Arbeit, die von Kliniken und sozialen Einrichtungen gebucht werden können, gibt es immer auch Studienfahrten für Haupt- und Ehrenamtliche. Erstmals bietet der IBB e.V. im Oktober 2017 eine Fachkräfte- Studienfahrt nach Süd-Italien an. Wie gelingt die Integration Geflüchteter auf Italienisch? Wo liegen die besonderen Probleme der Region, die auch Einfallstor für so genannte "Bootsflüchtlinge" aus Afrika ist? Von welchen guten Erfahrungen in der ländlichen Integration könnte man lernen? Diesen Fragen wird die Reisegruppe in Gesprächen mit Betroffenen sowie Vertreterinnen und Vertretern städtischer Einrichtungen und Hilfsorganisationen auf den Grund gehen.

Neu aufgelegt wird die Reihe zur Qualifizierung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe. Gleich am 9. Januar2017 beginnt die neue Ausbildung für angehende Dortmunder interkulturelle Mentoren (DoKuMente). In acht Abendseminaren und an drei Samstagen erfahren Interessierte Wissenswertes über Religionen und Familienstrukturen, aber auch über Dortmunder Einrichtungen und Anforderungen von Schule und Arbeitswelt. So ausgestattet, sollen sie Neuzugewanderte in ihrem ersten Jahr in Deutschland begleiten, insbesondere, wenn Geflüchtete außerhalb der Sammelunterkünfte auf sich allein gestellt sind. Interessierte können sich noch kurzfristig anmelden unter der Rufnummer 0231-952096-0 oder per E-Mail an info@DontReadMeibb-d.de.

An haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte richtet sich der Netzwerkkongress Inklud:Mi am 5. Juli 2017. In der Internationalen Woche in Dortmund schauen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis auf die besonderen Probleme von Migrantinnen und Migranten mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen. "Die Vernetzung und Fachfortbildung von Haupt- und Nebenamtlichen der verschiedenen Dienste ist ein wichtiger Baustein der Inklusionsarbeit", sagt Hildegard Azimi-Boedecker. "Diesmal geht es um die besonders schutzbedürftige Gruppe der Kinder und Jugendlichen."

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe fokus.F – gefördert durch die Landesinitiative KOMM-AN – bietet der IBB e.V. wieder einzelne Länderabende an. Neben Syrien/Irak und Afghanistan/Iran stehen erstmals auch die ost- und zentralafrikanischen Länder im
Mittelpunkt. Vielfach unbeachtet von der Öffentlichkeit kommen auch aus dieser Weltregion viele Geflüchtete nach Dortmund. Bei fokus.F geht es um Hintergrundinformationen und um die Asylpraxis für die Betroffenen aus diesen Ländern.

Der Internationale Tag der Migrantinnen und Migranten – im Dezember 2000 von der UNO ausgerufen – erinnert an die 1990 unterzeichnete Konvention zum Schutz der Rechte aller Zugewanderten und ihrer Familienangehörigen, die 2003 in Kraft getreten ist.

Weitere Informationen unter www.ibb-d.de.

Quelle: Internationales Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund (IBB Dortmund) vom 16.12.2016.

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