Flucht und Migration / Europa

Zahl der unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden in der EU geht zurück

Junge steht vor Wand und blickt in die Ferne
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Nahezu 14.000 unbegleitete Minderjährige waren unter den 2019 in der EU registrierten Asylsuchenden. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies fast 20% weniger. In Deutschland wurden 34 Prozent weniger unbegleitete Minderjährige registriert als 2018. Dies zeigen die aktuellen statistischen Informationen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union.

Im Jahr 2019 wurden 13.800 Asylbewerber, die in den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union internationalen Schutz suchten, als unbegleitete Minderjährige eingestuft. Diese Zahl entspricht einem Rückgang um fast 20% gegenüber 2018 (16.800) und folgt hiermit weiterhin dem Abwärtstrend nach dem Spitzenjahr 2015 (92.000), so die aktuellen Daten von Eurostat.

Auf EU-Ebene machten im Jahr 2019 unbegleitete Minderjährige 7% aller Asylbewerber aus, die noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet hatten. Die Mehrheit der unbegleiteten Minderjährigen war männlich (85%). Zwei Drittel waren zwischen 16 und 17 Jahre alt (9.200 Personen), während die Altersgruppen der 14- bis 15-Jährigen einen Anteil von 22% (3.100 Personen) und die der unter 14-Jährigen 11% (1.500 Personen) ausmachten. Zwei von drei Asylbewerbern, die im Jahr 2019 in der EU als unbegleitete Minderjährige eingestuft wurden, waren Staatsangehörige eines der folgenden sechs Länder: Afghanistan (30%), Syrien und Pakistan (beide 10%) sowie Somalia, Guinea und Irak (jeweils 5%).

Vier von zehn unbegleiteten Minderjährigen beantragten Asyl in Griechenland oder Deutschland

Im Jahr 2019 wurde die größte Anzahl der als unbegleitete Minderjährige eingestuften Asylbewerber in Griechenland registriert (3.300 unbegleitete Minderjährige bzw. 24% aller, die in den EU-Mitgliedstaaten registriert wurden), gefolgt von Deutschland (2.700 bzw. 19%), Belgien (1.200 bzw. 9%) und den Niederlanden (1.000 bzw. 8%). Unter den Mitgliedstaaten mit mehr als 500 Asylbewerbern, die im Jahr 2019 als unbegleitete Minderjährige eingestuft wurden, wurden die höchsten Anstiege im Vergleich zum Vorjahr in Österreich verzeichnet (500 mehr bzw. +120%), gefolgt von Belgien (500 mehr bzw. +63%), Griechenland (700 mehr bzw. +26%) und Slowenien (100 mehr bzw. +21%). Im Gegensatz dazu wurden die stärksten Rückgänge unter den EU-Mitgliedstaaten mit über 500 als unbegleitete Minderjährige eingestuften Asylbewerbern in Italien (3.200 unbegleitete Minderjährige weniger im Jahr 2019 als 2018 bzw. -83%) und Deutschland (1.400 weniger bzw. -34%) verzeichnet.

Die höchsten Anteile unbegleiteter Minderjähriger unter allen minderjährigen Asylbewerbern wurden im Jahr 2019 in Slowenien registriert, wo 80% aller unter 18-jährigen Asylbewerber unbegleitet waren, gefolgt von Bulgarien (72%), der Slowakei (70%) und Rumänien (35%).

Jeder Dritte unbegleitete Minderjährige war Staatsangehöriger Afghanistans

Afghanistan (30% aller unbegleiteten Minderjährigen) stellte die größte Gruppe Staatsangehöriger unter den im Jahr 2019 als unbegleitete Minderjährige eingestuften Asylsuchenden in den EU-Mitgliedstaaten. Von den 4.200 Afghanen, die 2019 in der EU als unbegleitete Minderjährige eingestuft wurden, ersuchten drei von fünf Asyl in Griechenland (1.200), Belgien oder Österreich (jeweils 600). Afghanen stellten in zwölf Mitgliedstaaten die größte Staatsangehörigkeitsgruppe dar. Syrische Staatsbürger folgten an zweiter Stelle der in den EU-Mitgliedstaaten als unbegleitete Minderjährige eingestuften Asylbewerber. Von den 1.400 Syrern, die im Jahr 2019 in den EU-Mitgliedstaaten Schutz suchten und als unbegleitete Minderjährige eingestuft wurden, stellten fast zwei Drittel ihren Asylantrag in Griechenland, Deutschland oder den Niederlanden (jeweils 300). Pakistanische Staatsbürger stellten die drittgrößte Gruppe Asylsuchender, die als unbegleitete Minderjährige in den EU-Mitgliedstaaten einen Asylantrag stellten. Von den 1.400 in den EU-Mitgliedstaaten schutzsuchenden Pakistanern, die als minderjährig eingestuft wurden, stellten etwas über zwei Drittel ihren Asylantrag in Griechenland (900).

Quelle: Eurostat vom 28.04.2020

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