Flucht und Migration / Hilfen zur Erziehung

Unbegleitete Minderjährige aus dem Ausland: Gute Betreuung gesichert

Junge Männer unterschiedlicher Herkunft sitzen mit blonder Lehrerin im Sprachkurs.
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Ausländische Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Familien nach Deutschland kommen, werden hierzulande gut versorgt. Zu dem Ergebnis kommt der Bericht zur Situation unbegleiteter Minderjähriger in Deutschland, den das Kabinett am 4. März 2020 beschlossen hat. Die Zahl der ankommenden Minderjährigen sinkt seit Mai 2016 kontinuierlich.

Im Februar vergangenen Jahres lebten in Deutschland knapp 15.000 unbegleitete Kinder und Jugendliche aus dem Ausland. Hinzu kamen etwa 24.000 junge Volljährige, die ehemals als unbegleitete Minderjährige eingereist waren. Insgesamt befanden sich Ende Februar 2019 damit knapp 40.000 junge Menschen aus dem Ausland in der Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe. Ein Höchststand war im Februar 2016 mit rund 60.000 erreicht.

Gut versorgt von Anfang an

Ausländische Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Familien nach Deutschland kommen, haben ein Recht darauf, dem Kindeswohl entsprechend untergebracht, versorgt und betreut zu werden.

Angesichts der ab 2014 zunehmenden Flüchtlingszahlen musste reagiert werden: Am 1. November 2015 trat das Gesetz zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung unbegleiteter ausländischer Kinder und Jugendlicher in Kraft. Seitdem werden unbegleitete Minderjährige auf die einzelnen Bundesländer verteilt.

Bundesweite Aufnahme hat sich bewährt

Dieses Verfahren wird von Ländern und Kommunen verantwortungsvoll umgesetzt und hat sich bewährt. Die Kinder und Jugendlichen werden durch die entsprechenden Einrichtungen in der Regel gut und bedarfsgerecht versorgt. Zu diesem Ergebnis kommt der vom Kabinett beschlossene Bericht zur Situation unbegleiteter, minderjähriger Ausländer in Deutschland.

Der Bericht zeigt auch: Die im Regelsystem der Kinder- und Jugendhilfe vorgesehenen Maßnahmen, Leistungen und Angebote stärken diese besonders schutzbedürftigen Kinder und Jugendlichen von Anfang an. Dazu zählen beispielsweise die Gesundheits- und Drogenprävention, aber auch Informationen zu rechtlichen Grundlagen und zu kulturellen Hintergründen in Deutschland. Darüber hinaus wird der familiäre Hintergrund angeprochen und aufgearbeitet. Ziel ist, mit diesen Maßnahmen die notwendigen Schritte in ein selbstständiges Leben und eine Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen.

Hohe Motivation der Kinder und Jugendlichen

Deutlich wird darüber hinaus: Die unbegleiteten Kinder und Jugendliche sind im Durchschnitt sehr motiviert, Deutsch zu lernen und einen Schulabschluss zu erreichen. Dabei ist ihre Ausgangslage sehr unterschiedlich. Manche sind Analphabeten, andere haben eine hohe schulische Vorbildung. Verschiedene Maßnahmen der Bundesländer im schulischen Bereich sorgen dafür, den Kindern und Jugendlichen einen erfolgreichen Start in das deutsche Bildungssystem zu ermöglichen.

Vereine unterstützen die Integration

Unterstützt werden die Länder bei ihren Integrationsbemühungen von zahlreichen lokalen Vereinen und Initiativen. Sie helfen dabei, dass die ausländischen Kinder und Jugendlichen bereits kurz nach ihrer Ankunft in Deutschland Fuß fassen, Freundschaften schließen, unsere Kultur und Werte kennenlernen und sich mit ihren Interessen und Potenzialen einbringen können.

Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Verbesserung der Unterbringung, Versorgung und Betreuung unbegleiteter ausländischer Kinder und Jugendlicher am 1. November 2015 berichtet die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag jährlich über deren Situation. Hauptherkunftsländer der schutzsuchenden unbegleiteten Minderjährigen waren im Jahr 2018 Afghanistan, Somalia und Guinea.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 04.03.2020

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