Flucht und Migration

Über 400.000 Teilnehmende an Berufssprachkursen

Junge Männer unterschiedlicher Herkunft sitzen mit blonder Lehrerin im Sprachkurs.
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Seit Mitte 2016 erweitern die Berufssprachkurse das Sprachförderangebot des Bundes für Menschen mit Migrationshintergrund. Sie vermitteln arbeitsuchenden und beschäftigten Migrantinnen und Migranten ebenso wie Geflüchteten berufsbezogene Deutschkenntnisse zur Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt. Ein besonderer Fokus liegt derzeit auf der Gruppe der Auszubildenden.

„Für die nachhaltige Integration von Geflüchteten ist von zentraler Bedeutung, Deutsch zu lernen. Dabei muss die Sprachförderung eng verzahnt werden mit der Integration in den Arbeitsmarkt“, so Uta Saumweber-Meyer, Abteilungsleiterin im BAMF. „Mit der berufsbezogenen Sprachförderung bauen wir auf den Integrationskursen auf und verbinden im Gesamtprogramm Sprache (GPS) diese beiden Maßnahmen modular miteinander.“

Teilnehmen an den Berufssprachkursen können Menschen mit Migrationshintergrund, die einer sprachlichen Weiterqualifizierung bedürfen und arbeitsuchend oder arbeitslos sind, eine Ausbildungsstelle suchen oder bereits angetreten haben. Ebenfalls zur Zielgruppe zählen Personen, die ihren Berufs- oder Ausbildungsabschluss anerkennen lassen.

BAMF bietet Sprachkurse direkt an Berufsschulen an

Insbesondere auf die Gruppe der Auszubildenden hat das Bundesamt zuletzt den Fokus gelegt. Immer mehr junge Menschen beginnen eine Berufsausbildung ohne die erforderlichen sprachlichen Fähigkeiten mitzubringen. „In etlichen Branchen ist die Situation angespannt, Ausbildungsplätze können nicht besetzt werden. Daher bieten wir Berufssprachkurse auch dort an, wo die Auszubildenden sind: direkt an den Berufsschulen“, so Frau Saumweber-Meyer. Dazu schließt das Bundesamt gemeinsam mit den zuständigen Landesbehörden und Regionaldirektionen der Bundesagentur für Arbeit Rahmenvereinbarungen ab.

Fachspezifische Sprachkurse

Bei der Umsetzung arbeitet das Bundesamt mit erfahrenen Sprachkursträgern zusammen. In Osnabrück ist dies beispielsweise die Sprachschule inlingua, die an der Berufsbildenden Schule zu Beginn des Ausbildungsjahres 2019 mit Berufssprachkursen begonnen hat. Im Anschluss an den Berufsschulunterricht erhalten Schülerinnen und Schüler eines Gewerbe-Technik Kurses 300 Unterrichtseinheiten sprachliche Förderung in kleinen Klassen von acht bis elf Teilnehmenden. Im Vordergrund steht dabei fachspezifische Sprache. Die Sprachkenntnisse können die Teilnehmenden sowohl in der Berufsschule als auch in der täglichen Arbeit in den Ausbildungsbetrieben gewinnbringend und praxisnah einsetzen.

Inzwischen existieren vier solcher Rahmenvereinbarungen in den Bundesländern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Saarland. Für die Rahmenvereinbarungen mit Bayern und Nordrhein-Westfalen laufen derzeit die letzten Abstimmungen.

Weitere Informationen zur berufsbezogenen Sprachförderung für Menschen mit Migrationshintergrund finden sich auf der BAMF-Webseite.

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vom 28.11.2019

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