Flucht und Migration

Stipendienausschreibung "ANKOMMER": Perspektiven für geflüchtete Menschen

Von fünf Glühbirnen wird eine eingeschaltet
Bild: © zagandesign - Fotolia.com

Gesucht werden in der zweiten Runde von ANKOMMER Gründer und Initiativen mit innovativen und übertragbaren Lösungsideen, die die beruflichen Startmöglichkeiten von Flüchtlingen in Deutschland verbessern. Die Bewerbungsfrist läuft bis 03. Oktober 2016.

Ankommen bedeutet mehr als nur Willkommen sein. Es bedeutet, Teil einer Gemeinschaft zu sein und sich einzubringen. Deshalb wurde bereits im vergangenen Jahr das Stipendienprogramm "ANKOMMER. Perspektive Deutschland" von der KfW Stiftung und der Social Impact gGmbH unter Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel gestartet.

ANKOMMER. Perspektive Deutschland wendet sich an angehende Start-ups und (sozial-)unternehmerische Initiativen, die mit innovativen Modellen und Konzepten die gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe von geflüchteten Menschen verbessern möchten, etwa durch Zugang zu Bildung und/oder zu Ausbildungs- und Arbeitsplätzen.

Die ausgewählten Teilnehmer/-innen werden mit dem Stipendienprogramm gefördert. Sie entwickeln mit Unterstützung eines interdisziplinären Expertenteams ihre Konzepte weiter und überführen sie in tragfähige unternehmerische Lösungen.

Dies findet in den Social Impact Labs, den Zentren für soziale Innovatoren der Social Impact gGmbH in Deutschland, statt. Das Spektrum solcher (sozial-)unternehmerischen Lösungen ist groß und die Lösungsansätze mitunter verblüffend einfach und kreativ. Dies zeigen die Ergebnisse aus der ersten Qualifizierungsrunde des Stipendienprogramms. Drei Teams wurden zusätzlich mit einem Startgeld in Höhe von 20.000 EUR ausgezeichnet.

Beispiele aus der ersten Runde

"CodeDoor" lehrt – teils mit hochkarätigen Branchenexperten – Menschen mit Fluchthintergrund in Frankfurt und Berlin das Programmieren. Sie können so schon nach kurzer Zeit in Berufe vermittelt werden, in denen seit Jahren erheblicher Fachkräftemangel besteht. CodeDoor hat inzwischen 30 ehrenamtliche Mitarbeiter, die 110 geflüchtete Menschen ausbilden. Fünf Prozent von ihnen fanden bereits vor ihrem Abschluss eine Arbeitsstelle in der deutschen Wirtschaft. In Berlin eröffnete CodeDoor nun auch die erste reine Frauenklasse.

"Stitch by Stitch" hat in Frankfurt eine Schneiderwerkstatt gegründet, in der ausschließlich Frauen mit Fluchthintergrund als Näherinnen beschäftigt werden. Zeitnah und effizient können so kleine Serienproduktionen für deutsche Modelabel-Startups angefertigt werden. Durch die Verbindung von Handwerk und Design werden wertvolle und traditionelle Techniken aus der jeweiligen Kultur in modernes Design miteingebracht. Damit werden gerade für geflüchtete Frauen Arbeitsmöglichkeiten und Chancen auf Selbstständigkeit geschaffen. Stitch by Stitch arbeitet in der ersten eigenen Werkstatt ab September mit drei Schneiderinnen zusammen, von
denen eine Auszubildende ist.

Die "Refugee Law Clinic" bildet an der Universität Leipzig Studierende
als Sprachvermittler/-innen und Rechtsberater/-innen für Arbeitsrecht von geflüchteten Menschen aus. Den Geflüchteten wird dadurch ein besserer Arbeitsmarktzugang ermöglicht, den Student/-innen wichtige Praxiserfahrung. Die Hochschullandschaft wird damit angeregt, ihr Angebot auf die aktuellen Bedarfe anzupassen.

Auch für den neuen Jahrgang ist eine Teilnahmemöglichkeit an einem Wettbewerb vorgesehen, bei dem es Startgeld zu gewinnen gibt. Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen unter:www.ankommer.eu

Über das Stipendium

Das Stipendium hat eine Laufzeit von bis zu acht Monaten und umfasst
Leistungen wie Coaching, Fachberatung, Workshops und ein Co-Working-
Arbeitsplatz in den Labs der Social Impact gGmbH in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Leipzig oder Duisburg. Die Programmteilnehmenden haben die Chance, ein Startgeld zu gewinnen. Nach dem Stipendium gibt es die Möglichkeit, an einem Mentoring-Programm teilzunehmen: Partner aus der Wirtschaft und dem dritten Sektor entwickeln mit den Stipendiaten die Lösungsansätze weiter, damit das Projekt in der Praxis durchstarten kann.

Interessierte können sich bis zum 03. Oktober 2016 online bewerben.

Quelle: KfW Stiftung vom 15.08.2016

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