Flucht und Migration / Förderung der Erziehung in der Familie

Staatsministerin Böhmer hält Mitwirkung der Eltern entscheidend für den Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund

Maria Böhmer und TV-Moderatorin Nazan Eckes besuchen Integrationsprojekt "Leseladen" des interkulturellen Bildungszentrums in Mannheim

Staatsministerin Maria Böhmer hat dazu aufgefordert, Migranteneltern stärker an der Bildung ihrer Kinder zu beteiligen. "Bildung ist ein hohes Gut in unserem Land und der Schlüssel zur Integration. Für eine erfolgreiche Bildung der Kinder ist die Mitwirkung der Eltern von zentraler Bedeutung. Sie müssen noch intensiver in die Lage versetzt werden, die Kinder fördern zu können. Projekte wie der "Leseladen" in Mannheim leisten dazu einen wertvollen Beitrag:

Sie machen Migranteneltern mit unserem Bildungssystem vertraut, senken Hemmschwellen und stärken ihre Bildungskompetenz. Das kommt unmittelbar den Eltern zu Gute und verleiht den Bildungschancen der Kinder einen kräftigen Schub", betonte Staatsministerin Böhmer anlässlich ihres Besuchs des "Leseladens" Mannheim.
 
In Begleitung der RTL-Moderatorin und Buchautorin Nazan Eckes informierte sich Böhmer im Rahmen ihrer Integrationstour über die Arbeit des gemeinnützigen Integrationsprojekts. Zielgruppe sind Kinder und Mütter aus dem Stadtteil Neckarstadt-West. Im Mittelpunkt steht die Lese- und Sprachförderung: Regelmäßige Vorlesestunden für Kinder und Mütter und die Anleitung zum gemeinsamen Lesen in der Familie sowie die Möglichkeit zum Ausleihen von neuen Büchern und Spielen bilden einen Schwerpunkt. "Nur wer gut Deutsch spricht, hat in unserem Land die Chance zum Aufstieg. Wichtig ist die Sprachförderung von Anfang an. In den Kindergärten werden hierbei die Grundlagen gelegt. Umso entscheidender ist es, dass mehr Migranteneltern diese Möglichkeit für ihre Kinder nutzen. 2008 war die Betreuungsquote von Kindern aus Zuwandererfamilien noch neun Prozent niedriger als bei deutschen 3-6-Jährigen. Zugleich ist es wichtig, dass die Eltern durch Projekte wie den Leseladen die Notwendigkeit vermittelt bekommen, zu Hause mit ihren Kindern außer ihrer Muttersprache auch Deutsch zu sprechen. Nur dadurch erhalten die Kinder gute Startchancen in unserem Land", erklärte Böhmer.
 
Auch die türkischstämmige Fernsehmoderatorin Nazan Eckes hat von dem Engagement ihrer Eltern profitiert. Nazan Eckes: "Wer Teil der Gesellschaft sein, mitreden und mitbestimmen will, muss auch ihre Sprache sprechen. Nur so können wir zusammen leben und arbeiten und Vorurteile abbauen. Mein Vater hat uns schon als Kind beigebracht, wie wichtig das ist und wenn er das nicht getan und ich nicht schon im Kindergartenalter Deutsch gelernt hätte, würde ich heute vielleicht nicht als Moderatorin bei einem deutschen Sender arbeiten."
 
Weitere Informationen zur Integrationstour von Staatsministerin Böhmer unter
www.integrationsbeauftragte.de

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 14.07.2011