Flucht und Migration / Sozialpolitik

Staatsministerin Böhmer fordert: Ausbildungschancen von jungen Migranten verstärken

Eine Gruppe drei junger Schülerinnen und Schüler

"Trotz leichter Fortschritte kann von einer Chancengleichheit beim Start ins Berufsleben noch keine Rede sein. Umso wichtiger ist es, der Offensive für bessere Ausbildungschancen von Migranten einen weiteren Schub zu verleihen“, betonte Staatsministerin Böhmer nach einer Sitzung des Pakt-Lenkungsausschusses.

Die Integrationsbeauftragte hat zurzeit gemeinsam mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Kultusministerkonferenz die Federführung beim Ausbildungspakt inne. Die Förderung von Migranten ist hierbei ein Schwerpunkt. Der Anteil der ausländischen Jugendlichen, die eine allgemeinbildende Schule ohne Abschluss verlassen, ist von 2004 bis 2010 um 39 Prozent gesunken. Zugleich ist im selben Zeitraum der Anteil von ausländischen Jugendlichen mit (Fach-) Hochschulreife um 36 Prozent gestiegen. Die Ausbildungsbeteiligungsquote junger Ausländer hat sich von 2009 bis 2010 aber nur leicht erhöht: von 31,4 auf 33,5 Prozent.

Um ihre Ausbildungschancen weiter zu verbessern, hält Staatsministerin Böhmer vier Punkte für besonders entscheidend:

  • "Die Arbeitgeber sind aufgefordert, verstärkt die Potenziale von jungen Migranten zu nutzen. Viele Betriebe setzen bereits auf ihre Kenntnisse und Fähigkeiten. Wer Migranten ausbildet, hat angesichts des demografischen Wandels und der wachsenden Vielfalt in unserem Land die Zeichen der Zeit erkannt. Migranten sind die Fachkräfte der Zukunft!
  • Die Elternmitwirkung ist für den Bildungs- und Ausbildungserfolg der Kinder unverzichtbar. Ich appelliere an die Eltern, ihre Kinder mit ganzer Kraft zu fördern und Unterstützungsangebote anzunehmen. Jährlich führe ich Ausbildungs- und Elternkonferenzen durch, um die Vernetzung der Eltern mit allen anderen bei der Berufsorientierung Beteiligten voranzutreiben.
  • Die Jugendlichen fordere ich auf, bei ihrem Berufswunsch flexibel zu sein. Nehmen Sie nicht nur einige wenige Berufe in den Blick, sondern informieren Sie sich über die ganze Bandbreite der Ausbildungsberufe! Flexibilität ist auch beim Ausbildungsort gefragt. In manchen Branchen und Regionen bleiben Ausbildungsstellen unbesetzt, weil passende Bewerber fehlen. Das ist eine große Chance - gerade auch für junge Migranten.
  • Ausbildungspatenschaften helfen jungen Migranten besonders wirkungsvoll beim erfolgreichen Übergang von der Schule in den Beruf. Kooperationen von Unternehmen, den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern bringen Jugendliche und Ausbildungsbetriebe zusammen. In zahlreichen bundesweiten als auch regionalen und lokalen Initiativen begleiten ehrenamtliche Paten junge Migranten und machen sie fit für die Ausbildung. Dieses zivilgesellschaftliche Engagement ist vorbildlich!“, so Staatsministerin Böhmer.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vom 06.02.2013