Flucht und Migration / Kinder- und Jugendarbeit

Sachsen-Anhalt: Bildungsprojekt für junge Geflüchtete erhält knapp 62.000 Euro

Lächelndes Mädchen hält ihre buntbemalten Hände hoch
Bild: rawpixel.com

In einer neuen Lernwerkstatt in der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt können geflüchtete Kinder und Jugendliche ihr Recht auf Bildung und Teilhabe nach der UN-Kinderrechtskonvention und der EU-Aufnahmerichtlinie wahrnehmen. In einer einjährigen Pilotphase betreuen pädagogische Fachkräfte und Ehrenamtliche dort seit März 2018 rund 60 Kinder und Jugendliche.

Das Land unterstützt das einjährige Pilotprojekt einer Lernwerkstatt innerhalb der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) in Halberstadt mit knapp 62.000 Euro. Susi Möbbeck, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration sowie Integrationsbeauftragte der Landesregierung, hat heute den Zuwendungsbescheid an den Caritasverband für das Bistum Magdeburg e.V. übergeben. Seit März 2018 unterstützen zwei pädagogische Fachkräfte, mit ehrenamtlicher Unterstützung, rund 60 Flüchtlingskinder und -jugendliche bis 17 Jahre beim Spracherwerb und bei der ersten Orientierung in Deutschland.

Lernwerkstatt schließt eine Lücke

Das pädagogische Bildungsangebot der Lernwerkstatt ist kein klassischer Lehrbetrieb. Altersgemischte Kleingruppen konzentrieren sich auf die Grundfächer Deutsch, Mathematik, Sachkunde sowie Lebensalltag in Deutschland. „Mit der Lernwerkstatt schließen wir eine Lücke“, sagt Möbbeck, „damit können Kinder und Jugendliche ihr Recht auf Bildung wahrnehmen.“ Die UN-Kinderrechtskonvention und die EU-Aufnahmerichtlinie verpflichten zu einem frühzeitigen Zugang zu Bildung und Teilhabe, spätestens nach drei Monaten. Zudem fehlten den Kindern und Jugendlichen beim Übergang von der Erstaufnahme in die Kommunen notwendige Deutschkenntnisse, um dem Regelunterricht folgen zu können, so Möbbeck weiter.

Bildung bringt Zukunftsperspektiven

„Ein langjähriges flüchtlings- und kinderpolitisches Anliegen der Caritas kann nun umgesetzt werden. Bildung bringt Zukunftsperspektiven. Bildung ist entscheidend für den Entwicklungsweg einer Biografie. Keine Bildung endet in einer gesellschaftlichen Sackgasse“ sagt Monika Schwenke, Abteilungsleiterin Migration/Integration der Caritas, bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids.

Erstorientierungskurs für erwachsene Geflüchtete

Beim Erstorientierungskurs für erwachsene Asylbewerberinnen und Asylbewerber steht ebenfalls das Erlernen der deutschen Sprache und erste Kenntnisse über das Leben in Deutschland im Mittelpunkt. Geflüchtete erhalten dabei frühestmöglich Informationen über Rechte und Regeln, Grundwerte, Bildungssystem und Alltagsleben. Das Projekt, dem die Integrationsbeauftragte ebenfalls einen Besuch abstattete, ist eine Kooperation zwischen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. und dem Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA e.V.), das vom Bund gefördert wird.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt vom 09.03.2018

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