Flucht und Migration / Europa

Norwegen startet Innovationswettbewerb, um syrischen Flüchtlingskindern das Lesen beizubringen

Smartphone
Bild: JESHOOTS / pixabay.com

Norwegen hat eine Initiative ins Leben gerufen, um eine Lern-App für Smartphones zu entwickeln. Sie soll syrischen Kindern beim Lesenlernen helfen und somit auch deren psychosoziale Situation verbessern. In Zusammenarbeit mit norwegischen und internationalen Partnern wurde ein internationaler Innovationswettbewerb ausgerufen.

"Mit diesem internationalen Wettbewerb setzen wir die Ausbildung von Kindern, die auf der Flucht sind, auf die Agenda. Ziel dabei ist, neue, digitale Lösungen zu entwickeln, die es Kindern ermöglichen, überall dort zu lernen, wo sie sich gerade aufhalten, und so eine Kontinuität in der Ausbildung zu sichern," sagte der norwegische Außenminister Børge Brende.

Die Anwendungssoftware soll ein spielbasiertes Lernwerkzeug in arabischer Sprache sein, das als Unterrichtsergänzung für den Gebrauch zu Hause konzipiert ist. Ziel ist es, verschiedene Applikationen im Laufe des ersten Halbjahres 2016 zu entwickelt und anschließend zu testen, so dass die beste Software so schnell wie möglich genutzt werden kann.

"Unser Wunsch ist natürlich, dass alle Kinder die Möglichkeit haben, die Schule zu besuchen. Leider sieht die Wirklichkeit anders aus. Millionen Kinder sind auf der Flucht und müssen mit einer hohen Stressbelastung leben, die auch Auswirkungen auf ihre Lernfähigkeit hat. Vielen Kindern wird der Schulbesuch vorenthalten, und allein in den letzten vier Jahren hat es mehr als 4000 Angriffe auf syrische Schulen gegeben", sagte Brende.

Ein großer Teil der syrischen Flüchtlinge hat Zugang zu einem Smartphone, eine Grundvoraussetzung dafür, dass ein solches Projekt eine große Reichweite haben kann. Viele syrische Eltern sind gut ausgebildet und in der Lage, ihre Kinder bei der Nutzung eines solchen Lernwerkzeugs zu unterstützen.

Das Projekt ist Teil der globalen Bildungsinitiative der norwegischen Regierung und eine von vielen Maßnahmen, um Kindern in Kriegs- und Krisengebieten Zugang zur Bildung zu ermöglichen. Infrage kommende Unterstützer aus verschiedenen Fachbereichen wie Computerspielentwicklung, Arabische Sprache, Bildung in Krisengebieten, Pädagogik und Psychologie sind zur Teilnahme an zwei internationalen Dialogkonferenzen am 26. Oktober in Oslo und am 29. Oktober in Washington eingeladen.

Norwegen richtet den Wettbewerb aus in Kooperation mit der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens (NTNU), mit All Children Reading: A Grand Challenge for Development, mit dem Mobilfunkanbieter Orange und mit dem Internationalen Netzwerk für Ausbildung in der Krise (INEE).

Weitere Informationen finden Sie unter www.norad.no/eduapp4syria.

Quelle: Königlich Norwegische Botschaft