Flucht und Migration / Hilfen zur Erziehung

Neuer Hilfsleitfaden "Misshandelt, zwangsverheiratet, ermordet" erschienen

Berlin. Die Zahlen sind eindeutig: Von den durchschnittlich 160 Hilfesuchenden, die sich jährlich an die TERRE DES FEMMES Beratungsstelle wenden, sind mehr als die Hälfte Kontaktpersonen (MitarbeiterInnen von Behörden sowie pädagogische Fachkräfte). Für sie steht seit heute der aktuelle Hilfsleitfaden "Im Namen der Ehre - misshandelt, zwangsverheiratet, ermordet" zum Download auf der TERRE DES FEMMES Homepage www.frauenrechte.de zur Verfügung.

"Das Bewusstsein für diese Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen ist unter dem Fachpersonal stark gestiegen, ebenso der Wunsch, den Betroffenen adäquat zu helfen", erklärt Christa Stolle, Geschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. Der Hilfsleitfaden bietet kompetente Anleitung für die Arbeit mit Migrantinnen, die von Gewalt im Namen der Ehre betroffen sind. Erstmals ist das neue Zwangsheirat-Bekämpfungsgesetz in einem Leitfaden berücksichtigt und alle Neuerungen sind praxisrelevant aufbereitet.

"Allein im Juni und Juli 2011 haben sich 17 Betroffene von drohender oder vollzogener Zwangsverheiratung an unsere Beratungsstelle gewandt", berichtet Stolle weiter. Hinter jedem Fall verbirgt sich dabei eine eigene Leidensgeschichte. Jede Hilfe muss individuell auf das Mädchen/die Frau abgestimmt sein. "Der Hilfsleitfaden ist das Ergebnis von 30 Jahren Erfahrung mit diesem Thema. Mit ihm schließen wir eine Lücke und tragen dazu bei, dass Mädchen und Frauen ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes und freies Leben führen können."

Quelle: TERRE DES FEMMES