Flucht und Migration / Freiwilliges Engagement

Informations- und Erfahrungsaustausch zu gelingender Flüchtlingsarbeit in den Kommunen

Menschenmenge
Bild: © adisa - Fotolia.com

Das Deutsche Institut für Urbanistik veranstaltet am 21. Juni 2016 gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Landkreistag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und der Stadt Jena die Tagung "Vom guten Ton zur guten Tat: Verantwortungsvolle Kommunikation und Information als Erfolgsfaktoren gelingender Flüchtlingsarbeit in den Kommunen". Konkrete Beispiele aus der Praxis und Informationsangebote für Bürger, Flüchtlinge und Verwaltungsmitarbeiter werden erörtert.

Der gegenwärtige Zuzug von Flüchtlingen und Asylsuchenden führt in vielen Städten, Kreisen und Gemeinden zu deutlich sichtbaren Veränderungen: Notunterkünfte werden ad hoc errichtet, Wohnviertel verändern ihr Gesicht, Willkommensfeste werden durchgeführt, Flüchtlinge und Asylsuchende verändern das Stadtbild. Auch das Zusammenleben in den Kommunen verändert sich.

So gründen Freiwillige Flüchtlingsinitiativen, um den Neuankömmlingen auf vielfältige Weise das Ankommen und Einleben zu erleichtern. Sie arbeiten in Kleiderkammern, organisieren Sprachkurse und übernehmen Patenschaften. Sport- und andere ortsansässige Vereine sprechen gezielt Flüchtlinge und Asylsuchende an, um sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen, während die Beschäftigten in den Verwaltungen versuchen, trotz enger finanzieller Handlungsspielräume pragmatisch alle erdenklichen Ressourcen für die Aufnahme und Unterbringung zu mobilisieren.

Doch zur Realität gehören leider auch Anti-Asyl-Demonstrationen, Brandanschläge auf Unterkünfte und Gewalttaten gegen einzelne Personen. Noch überwiegt jedoch die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung. Aber der zu beschreitende Weg ist noch lang, denn der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden folgt die viel größere und deutlich länger dauernde Aufgabe der Integration.

Umso wichtiger ist, wie das Flüchtlingsthema in den Städten, Kreisen und Gemeinden auf allen Ebenen kommuniziert wird, um die durch den Zuzug von Flüchtlingen und Asylsuchenden ausgelösten Veränderungen gemeinsam gestalten zu können und negative Auswirkungen auf das Zusammenleben zu verhindern. In der Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern müssen Politik und Verwaltung daher nicht nur verdeutlichen, welche Veränderungen warum auf den Einzelnen zukommen, sondern auch welche Strategien es dazu in der Kommune gibt, mit welchen konkreten Zielen sie unterlegt sind  und welche Maßnahmen daraus abgeleitet werden. Den Flüchtlingen und Asylsuchenden sollten Politik und Verwaltung die Unterstützungs-angebote leicht verständlich und möglichst auch aus dem Blickwinkel der Neuankömmlinge aufbereiten. Dies könnte durch das Vorhandensein interkultureller Kompetenz an den entscheidenden (Schnitt-)Stellen wesentlich begünstigt werden.

In der Veranstaltung wird daher auch anhand konkreter Beispiele aus der Praxis u. a. aufgezeigt und erörtert:

  • wie und über welche Kommunikationskanäle die Bürgerinnen und Bürgern von Politik und Verwaltung über den Zuzug von Flüchtlingen und Asylsuchenden in ihrer Kommune informiert werden
  • welche Strukturen Bürgerinnen und Bürger vorfinden, die Ihnen persönliches Engagement ermöglichen
  • welche Informationsangebote die Städte, Kreise und Gemeinden für die Flüchtlinge und Asylsuchenden bereitstellen
  • wie interkulturelle Kompetenzen innerhalb der Verwaltung und unter den Bürgerinnen und Bürgern für den Dialog genutzt werden können.

Veranstaltungsinformationen

Programmflyer (PDF, 278 KB)

Zielgruppen: Mitglieder des Verwaltungsvorstands sowie weitere Fach- und Führungskräfte aus Kommunalverwaltungen, insbesondere aus den Bereichen Integration, Soziales, Jugend, Bildung, Stadtplanung, Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, den Servicebereichen Personal und Organisation, den Pressestellen sowie Ratsmitglieder

Veranstalter: Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH (Difu), Deutscher Städtetag (DST)
Deutscher Landkreistag (DLT), Deutscher Städte- und Gemeindebund (DStGB), Stadt Jena

Veranstaltungsort:
Stadt Jena, Historisches Rathaus
Markt 1
07743 Jena

Anmeldungen sind noch bis zum 07. Juni möglich.

Online-Anmeldung

Quelle: Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH

Info-Pool