Flucht und Migration / Coronavirus

Hilfe und Beistand für Flüchtlingskinder aus Griechenland – Wichtige Geste der Menschlichkeit

Kinder stehen dicht gedrängt an einem Zaun
Bild: © UNICEF/ UNI312603/Romenzi Kinder im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos

Für die ersten 50 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingskinder gibt es einen Lichtblick. Sie wurden aus ihrer verzweifelten Lage auf den griechischen Inseln gerettet und sind am 18. April 2020 in Deutschland angekommen. UNICEF Deutschland sieht darin eine wichtige Geste der Menschlichkeit und ein Signal für Europa. Die Caritas unterstützt bei Betreuung und Unterbringung.

UNICEF: Wichtige Geste der Menschlichkeit und Signal für Europa

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen wertet die Aufnahme der jungen Flüchtlinge aus Griechenland als eine wichtige Geste der Menschlichkeit und ein Signal für Europa. Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, sagte zur Ankunft der geflüchteten unbegleiteten Kinder aus Griechenland: „Mit der Aufnahme der ersten 47 geflüchteten Kinder aus Griechenland hat die deutsche Bundesregierung gezeigt, dass es trotz der großen Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie möglich ist, für Kinder in größter Not einzustehen.“

Für jedes einzelne Kind ist Sicherheit und Schutz von unschätzbarer Bedeutung

Für jedes aufgenommene Kind sei es von unschätzbarer Bedeutung, endlich in Sicherheit zu sein. Jedes dieser Kinder bekomme nun endlich eine sichere Unterkunft, gesundheitliche Versorgung und den Schutz, auf den es ein Recht hat. Ihre Aufnahme wertet UNICEF als eine Geste der Menschlichkeit – und gerade jetzt als ein wichtiges Signal für Europa. Aber dabei dürften es Deutschland und Europa nicht belassen!

„Eine handverlesene Zahl von Kindern nach engen Kriterien aufzunehmen, ist angesichts der großen Not auf den griechischen Inseln keine ausreichende Antwort auf die humanitäre Krise, unter der Tausende Kinder seit langer Zeit leiden. Deutschland muss zu seiner Zusage stehen, weitere schutzbedürftige Kinder aus Griechenland aufzunehmen, egal wie alt sie sind oder woher sie kommen. Dabei muss das Kindeswohl im gesamten Prozess an erster Stelle stehen, so wie jetzt bei den ersten Kindern vereinbart und von UNICEF unterstützt.“

Aufnahme schutzbedürftiger Kinder ist eine menschenrechtliche Verpflichtung

Die Aufnahme schutzbedürftiger Kinder, insbesondere in diesen Zeiten, sei für alle europäischen Staaten eine menschenrechtliche Verpflichtung. UNICEF ruft daher die weiteren EU-Länder, die sich zur Aufnahme geflüchteter Kinder bereit erklärt haben, dazu auf, trotz der großen Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie zu ihren Zusagen zu stehen.

„Die Kinder in den griechischen Flüchtlingslagern können nicht länger warten. Für sie ist jeder Tag, den sie dort verbringen, ein Tag zu viel. Die Covid-19-Pandemie kann für die Kinder und ihre Familien unter den katastrophalen Lebensumständen in den Lagern verheerende Folgen haben.“

Caritas gibt Flüchtlingskindern aus Griechenland Beistand

„Die Caritas hat angeboten, bei der Betreuung und Unterbringung zu unterstützen. Wir wollen den Kindern und Jugendlichen in Deutschland beistehen“, sagt Caritas-Präsident Peter Neher. Dazu sind wir aktuell in Abstimmung mit dem Bundesinnenministerium, dem Innenministerium Niedersachsen und den niedersächsischen Behörden.

Entwurzelt, demoralisiert und ohne Hilfe fast verloren

Am 15. April 2020 waren erste Kinder und Jugendliche aus dem Lager auf Lesbos von der Caritas in Luxemburg in Empfang genommen worden. Alle deutschen Aufnahmen sollen künftig über Hannover erfolgen. In Niedersachsen werden die Kinder und Jugendlichen versorgt. Hier wurde auch alles für die 14-tägige Corona-Quarantäne eingerichtet, in die alle aufgenommenen Menschen kommen, bevor sie in andere Bundesländer in dafür vorgesehene Einrichtungen gehen.

Kinder und Jugendliche auf der Flucht brauchen schnelle und unbürokratische Hilfe 

Aufgrund der unerträglichen Zustände in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln setzt sich die Caritas in Deutschland gemeinsam mit den Caritas-Verbänden in anderen EU-Mitgliedstaaten für eine Verteilung in der gesamten Europäischen Union ein. „Es geht auch darum, das Versprechen einzuhalten, das zehn Staaten gegeben haben, darunter die Bundesregierung. Angesichts der ca. 14.000 schutzbedürftigen Kinder auf den griechischen Inseln, ist es wichtig, dass die jetzt laufende Aktion gut gelingt. Ihr Gelingen ist die Voraussetzung dafür, dass nächste Schritte folgen können. Kinder und Jugendliche auf der Flucht brauchen schnell und unbürokratisch unsere Hilfe. Die Caritas steht dazu bereit, nicht nur in Deutschland, sondern in Europa“, so Neher.

Weitere Informationen zum Eintreffen der Kinder aus den griechischen Lagern finden sich auch beim Bundesinnenministerium.

Quelle: Deutsches Komitee für UNICEF e.V. vom 18.04.2020 und Deutscher Caritasverband e.V. vom 16.04.2020

Info-Pool