Flucht und Migration / Jugendforschung

Geringe Migrationsbereitschaft junger Menschen aus der arabischen Welt

Schülerinnen, die ein Kopftuch tragen, sitzen am Bordstein und unterhalten sich mit einem gleichaltrigen Jungen
Bild: rawpixel.com

Sechs Jahre nach dem Arabischen Frühling: Wie gestalten sich Lebensgefühl, Selbstverständnis und Zukunftsvorstellungen junger Menschen in der arabischen Welt? Wie sehen sie ihr Verhältnis zu Politik, Gesellschaft und Religion? Die im Januar 2018 erschienene MENA-Jugendstudie der Friedrich-Ebert-Stiftung beschäftigt sich mit diesen Fragen und ist das Ergebnis einer großen repräsentativen Umfrage unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus neun arabischen Ländern.

Am 25. Januar stellen Sonja Hegasy und der Herausgeber der Studie, Jörg Gertel, die Jugendstudie am ZMO vor. Beide stehen im Rahmen und im Anschluss der Veranstaltung für Fragen zur Verfügung.

Lage der Jugend im Nahen Osten 

„Zwischen Ungewissheit und Zuversicht“. So lautet der resümierende Titel zur Lage der Jugend im Nahen Osten und Nordafrika. Aufbauend auf einer Befragung von rund 9.000 jungen Menschen zwischen 16 und 30 Jahren aus Ägypten, Bahrein, Jemen, Jordanien, Libanon, Marokko, Palästina, Syrien und Tunesien, gibt die Studie Einblick in verschiedene Themenbereiche der Lebenswelten junger Menschen in der MENA-Region. Diese reichen von Wertvorstellungen und Religiosität über Ökonomie und Kommunikation bis hin zu Politik, Engagement und Migration.

Ökonomische Probleme und autoritäre Machtstrukturen

Die Studie zeigt das Bild einer Jugend, die besonders durch ökonomische Probleme und autoritäre Machtstrukturen in der Entfaltung ihrer Talente, ihres Engagements und Wissens gehemmt wird. Dabei machen die 15- bis 29-Jährigen inzwischen 30 Prozent der Bevölkerung der MENA-Länder aus und der Arabische Frühling hat deutlich gezeigt, welche entscheidende Rolle diese Altersgruppe als politisierte Kraft spielen kann. Gleichzeitig bringt die Studie auch eine Reihe unerwarteter Ergebnisse hervor. Darunter eine verhältnismäßig geringe Migrationsbereitschaft, ein wiederum starke Bereitschaft zu gesellschaftlichem Engagement und nicht zuletzt ein optimistischer Blick in die Zukunft.

Vorstellung der Studie 

Am 25. Januar 2018 stellen ZMO-Vizedirektorin Sonja Hegasy und der Herausgeber der Studie, Jörg Gertel, die Studie in einer gemeinsamen Veranstaltung am Berliner Leibniz-Zentrum Moderner Orient unter dem Titel „Interviewing Youth - Constructing Knowledge. Insights from the FES MENA Youth Study 2016/2017“ vor. Nach einer allgemeinen Einführung zur Studie, werden sie auf die Forschungsmethodik eingehen und die Reichweite der Studie hinsichtlich der gesetzten Parameter diskutieren.

Die Veranstaltung findet in den Räumen des ZMO statt. Im Rahmen und Anschluss der Veranstaltung stehen Sonja Hegasy und Jörg Gertel für Rückfragen zur Verfügung.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und Hintergründe der MENA-Jugendstudie der Friedrich-Ebert-Stiftung stehen online zur Verfügung.  

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft vom 15.01.2018 

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