Flucht und Migration / Kindertagesbetreuung

Förderung von Kinderbetreuung für Teilnahme am Integrationskurs

Drei Kinder beschäftigen sich im Kindergarten gemeinsam mit Spielzeugautos.
Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Die Teilnahme am Integrationskurs soll nicht an einer fehlenden Kinderbetreuung scheitern. Bundesfamilien- und Bundesinnenministerium fördern deshalb in diesem Jahr spezielle Kinderbetreuungsangebote mit zehn Millionen Euro zusätzlich. Ab dem vollendeten ersten Lebensjahr haben auch Kinder mit Fluchthintergrund einen regulären Rechtsanspruch.

Die Bundesregierung erleichtert Eltern mit kleinen Kindern die Teilnahme an Integrationskursen. Ab sofort fördern das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministerium des Innern (BMI) für diese Mütter und Väter eine kursbegleitende Betreuung, wenn deren Kinder noch nicht in eine reguläre Kita oder Kindertagespflege gehen können.

Hilfe für geflüchtete Frauen 

Bundesfamilienministerin Schwesig betont: "Ich freue mich, dass wir mit diesem Angebot vor allem vielen geflüchteten Frauen mit kleinen Kindern helfen können. Künftig haben sie die gleichen Möglichkeiten wie Männer, einen Integrationskurs zu besuchen und unsere Sprache zu lernen – die Grundvoraussetzung für eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz. Das ist auch im Hinblick auf die Gleichberechtigung sehr wichtig. Die Fehler der Vergangenheit, sich nur auf die Arbeitsmarktintegration der Männer zu konzentrieren, dürfen wir nicht wiederholen."

Integrationskursbegleitende Kinderbetreuung 

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière: "Das Erlernen der deutschen Sprache ist das A und O gelingender Integration. Mir ist wichtig, dass unsere Integrationskurse auch wirklich besucht werden. Mit der Förderung von integrationskursbegleitender Kinderbetreuung und von Beratungsmöglichkeiten eröffnen wir Eltern dazu neue Möglichkeiten.“

Die Kosten von bis zu zehn Millionen Euro werden zu gleichen Teilen durch das BMFSFJ und das BMI finanziert. Gefördert werden:

  • Die Möglichkeit einer privaten Kinderbetreuung in Verantwortung des Integrationskursträgers, wenn kein Regelbetreuungsangebot zur Verfügung steht oder die Inanspruchnahme aus persönlichen Gründen nicht zumutbar ist.
  • Eine Beratungspauschale, die die Integrationskursträger für die Beratung und Unterstützung der Kursteilnehmenden im Hinblick auf Regelbetreuungs- oder Brückenangebote beantragen können.

Rechtsanspruch für Kinder mit Fluchthintergrund 

Gemeinsames Ziel von BMI und BMFSFJ ist es, dass Kinder mit Fluchthintergrund so schnell wie möglich in eine reguläre Kindertagesbetreuung integriert werden. Kinder aus geflüchteten Familien haben deshalb ab dem vollendeten ersten Lebensjahr – wie alle anderen Kinder auch – einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung oder auf eine Betreuung bei Tagesmüttern und -vätern.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 22.03.2017

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