Flucht und Migration / Bildungspolitik

Flüchtlingen berufliche Orientierung vermitteln

Eine junge Frau arbeitet im Techniklabor.
Bild: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Im Rahmen des Berufsorientierungsprogramms (BOP) des BMBF erhalten Ausbilderinnen und Ausbilder nun die Möglichkeit, ihre interkulturelle Kompetenz zu schulen. Das Ausbildungsprogramm fokussiert Handlungssituationen aus dem beruflichen Kontext der Fachkräfte und hilft ihnen auf die vielfältigen kulturellen Hintergründe der jungen Flüchtlinge einzugehen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt Ausbilderinnen und Ausbilder in der Berufsorientierung für Jugendliche mit einem neuen Fortbildungsangebot dabei, ihre interkulturellen Kompetenzen zu vertiefen. Gerade die Arbeit mit jungen Flüchtlingen erfordert interkulturelle Sensibilität: Die jungen Menschen kommen aus Ländern mit anderen gesellschaftlichen Hintergründen und Kommunikationsregeln. Nicht zuletzt verarbeiten viele junge Flüchtlinge traumatisierende Erlebnisse - Herausforderungen, denen auch die Ausbilderinnen und Ausbilder im Berufsorientierungsprogramm (BOP) des BMBF begegnen müssen. Im BOP gewinnen Jugendliche an der Werkbank erste Eindrücke vom Berufsleben. Das hilft ihnen, sich beruflich und sozial zu integrieren. Das Fachkräfteportal berichtete. 

Berufsorientierung für junge Flüchtlinge

"Praktische Berufsorientierung in den Werkstätten ist für junge Flüchtlinge eine ideale Gelegenheit, um gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern unsere Berufswelt zu erkunden. Die Fachkräfte der Bildungsträger müssen dabei auf die vielfältigen kulturellen Hintergründe gerade der jungen Flüchtlinge eingehen. Daher bieten wir für die Ausbilderinnen und Ausbilder eine intensive Seminarreihe zum Ausbau ihrer interkulturellen Kompetenzen an", sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka.

Im Mittelpunkt der Seminarreihe stehen Handlungssituationen aus dem beruflichen Alltag der Ausbilderinnen und Ausbilder. Die Fortbildung wird nach dem Blended-Learning-Prinzip gestaltet - sie ist also eine Kombination aus Seminaren an verschiedenen Standorten in Deutschland, Online-Kursen und Lehrbriefen zum Selbststudium. Innerhalb eines Jahres werden so Mitarbeitende der rund 300 im BOP tätigen überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten fortgebildet. Das BMBF plant und realisiert das Fortbildungsprojekt zusammen mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Für die Online-Einheiten wird die BIBB-eigene Lernplattform qualiboXX genutzt.

BOP hilft Jugendlichen ihre individuellen Fähigkeiten und Potenziale zu erfahren

Das Berufsorientierungsprogramm (BOP) richtet sich über überbetriebliche und vergleichbare Berufsbildungsstätten an Jugendliche der Sekundarstufe I an allgemeinbildenden Schulen. Es hilft den Schülerinnen und Schülern mittels einer Potenzialanalyse, ihre individuellen Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten zu erfahren. In Werkstatttagen lernen sie durch praktische Tätigkeiten verschiedene Berufsfelder kennen und setzen sich so mit den eigenen Interessen und Fähigkeiten auseinander. Berufsorientierung ist der Einstieg in die Entwicklung eines realistischen Berufswunschs. Dafür hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2008 über 360 Millionen Euro für mehr als 800.000 Schülerinnen und Schüler bereitgestellt. Die bewährten Instrumente der Potenzialanalysen und Berufsorientierung werden durch das BMBF derzeit angepasst bzw. erweitert, um jungen Flüchtlingen beim Einstieg in eine geeignete Ausbi! ldung zu helfen.

Mehr Informationen finden Sie unter www.berufsorientierungsprogramm.de und auf der Internetseite des BMBF

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 27.11.2015

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