Flucht und Migration

Fachtagung zeigt Wege zur Integration von Geflüchteten: Wertebildung als zentraler Baustein der Integration

Eine multikulturelle Gruppe lernt unter einem Baum
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Wie kann Integration gelingen? Dieser Fragestellung haben sich rund 250 Expertinnen und Experten bei der Tagung "Wertebildung in der Einwanderungsgesellschaft" des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge und der Bertelsmann-Stiftung in Berlin gewidmet.

"Werte können nicht einfach proklamiert, sondern müssen in der Auseinandersetzung um konkrete gesellschaftliche und politische Herausforderungen immer erneut bekräftigt werden. Nur dann sind sie lebendig. Das gilt generell und auch für eine Einwanderungsgesellschaft“, sagte Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Platform, die bei der Veranstaltung die Keynote hielt.

Wertevielfalt und Wertedialog

Die Tagung behandelte grundsätzliche Fragen des Zusammenlebens: Welche Werte bilden die Grundlage unserer Gesellschaft? Wie gehen wir mit Wertevielfalt um und wie lässt sich der Wertedialog zwischen unterschiedlichen Gruppen gestalten? Neben Herausforderungen, Chancen und Ansätzen der Wertebildung in der Einwanderungsgesellschaft stand dabei die Frage nach guter Praxis im Mittelpunkt: Wie kann und sollte Wertebildung im Kontext von Integration gestaltet werden?

Dr. Uta Dauke, Vizepräsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, betonte die wichtigen gesetzlichen Aufgaben des Bundesamts im Bereich der Integration. Das Bundesamt unterstützt Wertebildung etwa durch Integrationskurse, die neben einem Sprachkurs auch einen Orientierungskurs mit dem Fokus auf gesellschaftliches Zusammenleben enthalten. "Das Bewusstsein für unsere Werte bildet das Fundament für eine gute Integration in unsere Gesellschaft und schafft nachhaltige Voraussetzungen für gesellschaftlichen Zusammenhalt", sagte Dr. Dauke.

Menschenrechtsbezogene und demokratische Grundwerte

Stephan Vopel, Leiter des Programms Lebendige Werte der Bertelsmann Stiftung, machte deutlich, dass in der Wertebildung menschenrechtsbezogene und demokratische Grundwerte die Basis bilden. Zugleich müssten sich alle Beteiligten in der Wertebildung mit unterschiedlichen, auch konkurrierenden Werten konstruktiv auseinandersetzen können. "Wertebildung betrifft nicht nur diejenigen, die zu uns kommen. Wir müssen auch Offenheit und Akzeptanz von Vielfalt bei uns entwickeln", betonte Vopel.

Bei einer Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Schwan, Christoph Schwennicke, Chefredakteur des politischen Magazins Cicero, Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland und Suat Yilmaz, stellvertretende Leitung des NRW-Zentrums für Talentförderung, wurde das Thema aus verschiedenen Positionen analysiert. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Integration in die Gesellschaft gelingen kann und welche gesellschaftlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Die Diskutanten waren sich darin einig, dass Werte in einer offenen Gesellschaft immer wieder neu ausgehandelt werden müssten. Workshops, etwa zu Vorurteilen, Grundwerten und Wertepluralismus, rundeten die Veranstaltung ab.

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vom 10.11.2016

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