Flucht und Migration / Sozialpolitik

Deutscher Verein: Migration bietet Chancen – wenn sie sozial ausgestaltet wird

Eine junge Frau afrikanischer Herkunft sitzt mit einem Mann im Gespräch und lächelt
Bild: © Daniel Ernst - fotolia.com

Zum Internationalen Tag der Migranten am 18. Dezember fordert der Deutsche Verein bessere Rahmenbedingungen für die Integration in Beruf und Gesellschaft. Ob ausländische Fachkräfte in Deutschland blieben, hinge besonders auch von den Arbeits- und Lebensbedingungen ab, die sie in Deutschland vorflinden. Außerdem seien bilaterale Abkommen mit den Herkundftsländern erforderlich.

Anlässlich des Internationalen Tags der Migranten am 18. Dezember 2019 erklärt Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V.: „Migration kann eine Chance sein – für Migrantinnen und Migranten ebenso wie für die Herkunfts- und Aufnahmeländer. Dafür braucht es Rahmenbedingungen. Rahmenbedingungen, die entwicklungs- und integrationspolitische Aspekte berücksichtigen. Dazu gehören neben den sozialen Rechten der Migrantinnen und Migranten auch die sozialen Bedingungen der Aufnahmegesellschaft.“ Potenziale und Chancen sieht der Deutsche Verein in einigen Neuregelungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes, das im März in Kraft tritt.

Integration in Berufsalltag und Gesellschaft

Dabei kommt es auf die Umsetzung an: Der Deutsche Verein betont, dass bei den von der Bundesregierung angekündigten Vermittlungsabsprachen im Bereich der Pflege, auch die Interessen der Herkunftsländer gewahrt werden müssen. Ausländische Fachkräfte müssen ebenso wie hiesige Betriebe vorbereitet und begleitet werden. Nur so kann die Integration in Berufsalltag und Gesellschaft gelingen. „Ob Fachkräfte kommen und bleiben, hängt aber nicht nur von Gesetzen und Vermittlungsabsprachen ab, sondern auch davon, welche Arbeits- und Lebensbedingungen sie hier vorfinden. Gerade im Bereich der Pflege gibt es noch Einiges zu tun, um die Arbeitsbedingungen attraktiver zu gestalten – das gilt für alle Pflegekräfte“ so Löher weiter.

Aber auch auf internationaler Ebene bleibt aus Sicht des Deutschen Vereins viel zu tun: Jenseits der EU sind bilaterale Abkommen erforderlich. Momentan gibt es diese mit gerade einmal 21 Staaten. Vorstand Löher: „Das muss sich ändern. Wir halten es für erforderlich, dass die Bundesregierung sich für weitere Abkommen einsetzt.“

Hintergrund

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. ist das gemeinsame Forum von Kommunen und Wohlfahrtsorganisationen sowie ihrer Einrichtungen, der Bundesländer, der privatgewerblichen Anbieter sozialer Dienste und von den Vertretern der Wissenschaft für alle Bereiche der Sozialen Arbeit, der Sozialpolitik und des Sozialrechts. Er begleitet und gestaltet durch seine Expertise und Erfahrung die Entwicklungen u.a. der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik, der Sozial- und Altenhilfe, der Grundsicherungssysteme, der Pflege und Rehabilitation sowie der Migration und Integration. Der Deutsche Verein wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Quelle: Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. vom 18.12.2019

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