Flucht und Migration / Freiwilliges Engagement

Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug: Integration und Teilhabe fördern – Perspektiven eröffnen

Dunkelhäutiger Junge mit Fußball lehnt an Baum
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Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) mit Flüchtlingsbezug eröffnet jungen Geflüchteten die Möglichkeit am Vereins- und Verbandsleben teilzunehmen. Dadurch entstehen Chancen für ihre sprachliche und gesellschaftliche Integration. Allein in Sachsen-Anhalt haben fast 180 junge Geflüchtete seit 2015 am BFD teilgenommen.

Fast 180 junge Geflüchtete in Sachsen-Anhalt haben seit Dezember 2015 einen Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug begonnen und engagieren sich ehrenamtlich in gemeinnützigen Einrichtungen. „Teilhabe am Vereins- und Verbandsleben eröffnet Chancen, die sprachliche und gesellschaftliche Integration voranzutreiben. Mitgestaltungsmöglichkeiten stärken das solidarische Miteinander und das Gefühl, angekommen zu sein“, sagt Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck in einem Fachgespräch mit Vertreterinnen und Vertretern von Bundespolitik, Bundesfamilienministerium, Einsatzstellen und Bundesfreiwilligendienstleistenden, das am Freitag in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt in Berlin stattgefunden hat.

Praktische Unterstützung für die Integration von Geflüchteten

Bundesfreiwilligendienstleistende engagieren sich in Sachsen-Anhalt in Kommunen, Kirchgemeinden, Wohlfahrtsverbänden oder Sportvereinen und bieten vielfältige Unterstützung in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe. Sie leisten ganz praktische Unterstützung für Integration, indem sie Geflüchtete in Alltagsfragen unterstützen, sie zu Ärzten und zu Behörden begleiten und so bei der Erstorientierung helfen. Immer häufiger sind es Geflüchtete selbst, die sich als Bundesfreiwillige für das Gemeinwesen engagieren und somit zur interkulturellen Begegnung beitragen.

Hoher Anteil von Geflüchteten im BFD-Sonderprogramm in Sachsen-Anhalt

„Bundesweit viel beachtet ist der hohe Anteil von Geflüchteten im BFD-Sonderprogramm in Sachsen-Anhalt. Dieser liegt bei ca. 40 Prozent, in den Großstädten des Landes sogar deutlich darüber“, betont Integrationsbeauftragte Susi Möbbeck, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration in Sachsen-Anhalt. „Wir sind deshalb gut beraten, erfolgreiche Ansätze auch weiterhin zu unterstützen.“

Dr. Heiko Geue, Leiter der Abteilung Engagementpolitik im BMFSFJ, unterstützt diese Perspektive: „Bundesfreiwilligendienste, die die Arbeit mit Flüchtlingen in den Mittelpunkt stellen, sind auf einem guten Weg. Es ist uns deshalb ein großes Anliegen, dass die erfolgreichen Aspekte dieses Sonderprogramms auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden können. Dazu zählt beispielsweise die Möglichkeit für junge Menschen unter 27 Jahren, den Bundesfreiwilligendienst in Teilzeit durchführen zu können.“

Über das Sonderprogramm des Bundesfreiwilligendienstes

Die Bundesregierung hatte im Dezember 2015 als Reaktion auf die steigenden Flüchtlingszahlen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes das Sonderprogramm für Tätigkeitsfelder innerhalb der Flüchtlingshilfe gestartet. Kommunale und zivilgesellschaftliche Akteure erhalten hier die Möglichkeit, Impulse für eine Stärkung von ehrenamtlichen Initiativen der Willkommenskultur mit Bildungs- und Integrationsaufgaben zu verknüpfen.

Ergänzende Mittel des Landes Sachsen-Anhalt

Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt die Umsetzung des „BFD mit Flüchtlingsbezug“ mit ergänzenden Mitteln, um gerade auch Menschen mit eigener Fluchterfahrung die Möglichkeit zu geben, sich in einer gemeinnützigen Organisation ehrenamtlich zu engagieren. Die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt hat in Kooperation mit dem Landesnetzwerk Migrantenorganisationen sowie der Landesarbeitsgemeinschaft Freiwilligenagenturen im Auftrag des Landes eine Servicestelle mit Beratungs- und Qualifizierungsangeboten entwickelt. Diese unterstützt und begleitet kommunale und nicht-verbandsgebundene Einsatzstellen bei der Einführung und Umsetzung des „BFD mit Flüchtlingsbezug“. Mehr als 100 Einsatzstellen und Einsatzorte in Sachsen-Anhalt wurden bisher durch die Servicestelle beraten und begleitet.

Das Sonderprogramm und die Servicestelle stärken das vielfältige Engagement u.a. der Wohlfahrtsverbände für gelingende Integration.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration vom 25.08.2017