Flucht und Migration / Sozialforschung

Beratungsangebote für Geflüchtete: Bedarfe und Nutzung

Zwei Frauen und ein Mann sitzen an einem Tisch und führen ein ernstes Gespräch
Bild: rawpixel.com

Die Nutzung von Asyl- und Migrationsberatung wirkt sich positiv auf den Erhalt von Hilfe im Bedarfsfall aus. Dies zeigt eine Kurzanalyse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Demnach kannten knapp ein Drittel der befragten Geflüchteten diese Angebote. Aufgrund ungedeckter Hilfebedarfe in Bezug auf Bildung und Beruf erscheint es wichtig, die Bekanntheit und Verfügbarkeit der Beratungsangebote weiter zu stärken, so das BAMF.

Zuwanderer stehen nach der Ankunft in Deutschland vor der Herausforderung, sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden zu müssen. Dies trifft insbesondere für geflüchtete Menschen zu, die ihr Herkunftsland häufig vergleichsweise kurzfristig und ohne umfassende Vorbereitung verlassen mussten. Die BAMF-Kurzanalyse 05/2018 liefert Erkenntnisse zu den Hilfebedarfen und der Nutzung von Beratungsangeboten von Geflüchteten, die zwischen 2013 und 2016 nach Deutschland gekommen sind. Ein Fokus der Analyse liegt auf dem Zusammenhang von der Inanspruchnahme von Beratungsangeboten und dem Erhalt von Hilfe im Bedarfsfall.

Unterstützung auf informellen und formellen Wegen

Neuzuwanderer können auf verschiedene Weise Unterstützung beim Ankommen in Deutschland erhalten. Neben informellen Wegen – wie etwa durch Kontakte zu Freunden oder Bekannten – stehen unterschiedliche formelle Unterstützungsangebote zur Verfügung. Hierzu zählen die breit angelegten und durch den Bund geförderten Beratungsangebote der Jugendmigrationsdienste (JMD) und der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE).

Zielgruppenspezifische Beratung

Diese zielgruppenspezifischen Beratungsangebote sollen die Zugewanderten beim Einleben und Zurechtfinden in Deutschland unterstützen, insbesondere in Bezug auf Deutschlernen, Bildung und Beruf, Wohnen, Gesundheit, Familie und Erziehung. Für die Gruppe der Geflüchteten kommen zudem weitere Angebote der Flüchtlings- und Asylberatung freier Träger hinzu, deren Schwerpunkt vor allem auf der Vermittlung und Beratung zu den verschiedenen Schritten des Asylverfahrens liegt. In der Kurzanalyse wird die Bekanntheit und Nutzung dieser Angebote untersucht und in Zusammenhang mit der Deckung der Hilfebedarfe gesetzt.

Bekanntheit von Angeboten sollte gestärkt werden

Die Kurzanalyse 05/2018 basiert auf Daten der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016. In der zweiten Jahreshälfte 2016 wurden etwa 4.500 Geflüchtete befragt, die zwischen 2013 und 2016 nach Deutschland gekommen sind und einen Asylantrag gestellt haben. Die Ergebnisse zeigen, dass knapp ein Drittel der Befragten eines der Angebote der Asyl- und Migrationsberatung zum Befragungszeitpunkt in der zweiten Jahreshälfte 2016 kannten oder bereits genutzt hatten. Zudem zeigt sich, dass sich die Nutzung von Asyl- und Migrationsberatung positiv auf den Erhalt von Hilfe im Bedarfsfall auswirkt. Dennoch bestehen weiterhin größere ungedeckte Hilfebedarfe unter den Geflüchteten, insbesondere in Bereichen, die eine eher längerfristige Perspektive in Deutschland betreffen, wie z.B. Bildung und Beruf. Es erscheint daher wichtig, die Bekanntheit und Verfügbarkeit von Asyl- und Migrationsberatung weiter zu stärken, um die wirkungsvolle Unterstützung einem noch größeren Personenkreis zu ermöglichen.

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vom 12.07.2018

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