Flucht und Migration / Sozialforschung

BAMF-Kurzanalyse: Sozialstruktur, Qualifikationsniveau und Berufstätigkeit von Asylsuchenden

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Asylantragsteller in Deutschland waren im Jahr 2015 zu drei Vierteln männlich und zu knapp 70 Prozent jünger als 33 Jahre. Mehr als ein Drittel hat eine höhere Schulbildung und zwei Drittel waren zuletzt erwerbstätig. Zu diesen Ergebnissen kommt das Forschungszentrum des BAMF in einer statistischen Auswertung vorliegender Antragsdaten.

Die dritte Ausgabe der BAMF-Kurzanalysen wertet die Daten zur Sozialen Komponente (sog. "SoKo"-Daten) von volljährigen Asylerstantragsstellenden aus und liefert Erkenntnisse über die Sozialstruktur, die Schulbildung, über den zuletzt ausgeübten Beruf und die Sprachkenntnisse.

Erhebung der Daten

Die Teilnahme am Arbeitsmarkt stellt einen der wichtigsten Aspekte der Integration dar. Um eine gezielte Einschätzung der Potenziale, aber auch der Bedarfe und entsprechende Planungen für Fördermaßnahmen vornehmen zu können, sind Hintergrundinformationen über das Qualifikationsniveau der Asylbewerber in Deutschland von großer Bedeutung.

Für die Antragstellung werden die Stammdaten wie Geschlecht, Alter, Familienstand und Muttersprache erfasst. Die "SoKo"-Daten werden im Rahmen der Erstantragstellung des Asylantrags auf freiwilliger Basis erhoben.

Rund 73 Prozent der volljährigen Erstantragstellerinnen und Erstantragssteller haben die Fragen zu Schulbildung und Beruf beantwortet. Diese Antworten beruhen dabei auf eigenen Einschätzungen der Befragten und sind – aufgrund der mangelnden Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Schulsysteme und Berufsbezeichnungen – mit entsprechender Vorsicht zu interpretieren. Dennoch geben die Daten einen guten ersten Überblick über die Sozial- und Qualifikationsstrukturen.

Ähnliche Bildung – unterschiedliche Erwerbstätigkeit

Ungefähr drei Viertel der volljährigen Asylerstantragsteller und lediglich ein Drittel der Asylerstantragstellerinnen war zuletzt erwerbstätig: Männer hauptsächlich in handwerklichen Berufen oder als Hilfskraft, Frauen verstärkt im Dienstleistungssektor oder in Lehrberufen. Die befragten Frauen haben durchschnittlich ein niedrigeres Bildungsniveau.

Volljährige Asylerstantragstellende waren 2015 zu drei Vierteln männlich und zu 68 Prozent jünger als 33 Jahre. Besonders hoch ist der Anteil der 18-20 Jährigen aus Afghanistan (23 %). Asylantragstellende aus Serbien, Mazedonien und aus dem Iran weisen ein deutlich höheres Durchschnittsalter auf. Neben dem durchschnittlich höheren Alter ist auch das Bildungsniveau der Antragstellenden aus dem Iran auffällig.

Weitere Informationen stehen unter www.bamf.de/forschung zur Verfügung.

Die gesamte Kurzanalyse mit dem Titel "Sozialstruktur, Qualifikationsniveau und Berufstätigkeit von Asylsychenden" (pdf 176 KB) kann ebenfalls auf der BAMF-Webseite eingesehen werden. 

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vom 19.05.2016

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