Flucht und Migration / Sozialforschung

BAMF-Forschung: Geflüchtete fühlen sich in Deutschland willkommen – Lebenszufriedenheit auf stabilem Niveau

Bunte Hände halten ein Schild mit dem Text Refugees welcome hoch
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Rund drei Viertel der befragten Geflüchteten fühlen sich nach eigenen Angaben in Deutschland willkommen. Das zeigt eine Studie des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Die IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten ist eine jährliche Erhebung, bei der bis zu 5.700 Geflüchtete wiederholt befragt werden.

Untersucht wurde, wie Geflüchtete ihre eigene Lebenssituation und ihre Deutschkenntnisse beurteilen. 44 Prozent schätzen ihre Deutschkenntnisse als gut oder sehr gut ein. 85 Prozent haben an einem Sprachkurs teilgenommen, insbesondere Personen mit mittlerem Bildungsniveau haben aufgeholt.

Willkommenheitsgefühl spielt wichtige Rolle

„Die Geflüchteten bewerten ihre Lebensumstände in Deutschland alles in allem eher positiv“, fasst Projektleiterin Dr. Nina Rother zusammen. „Dabei spielt auch das Gefühl, in Deutschland willkommen zu sein, eine wichtige Rolle.“ Weitere wichtige Faktoren für die Lebenszufriedenheit der Geflüchteten sind die familiäre und gesundheitliche Situation, der aufenthaltsrechtliche Status sowie die Erwerbs- und Wohnsituation und das Ausmaß der sozialen Kontakte zu Deutschen.

Negativ beeinflusst wird die allgemeine Lebenszufriedenheit von Sorgen um die persönliche wirtschaftliche Situation. Die Zufriedenheit mit der Erwerbs- und Einkommenssituation variiert erwartungsgemäß je nach individueller Erwerbstätigkeit. „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich trotz der Verbesserungen bei Arbeit und Einkommen ein großer Teil der Geflüchteten mit dem bereits Erreichten nicht zufriedengibt, sondern weiter vorankommen will“, erklärt Dr. Rother.

Gestiegene Teilnahme an Sprachkursen 

Zentrale Voraussetzung für die berufliche und soziale Integration sind gute Deutschkenntnisse der Geflüchteten. Diese haben sich 2018 weiter verbessert. 44 Prozent schätzen ihre Deutschkenntnisse inzwischen als gut oder sehr gut ein, 2017 waren es 35 Prozent, bei der ersten Befragung 2016 22 Prozent. Der Anteil von Personen ohne jegliche Deutschkenntnisse ist auf fünf Prozent gesunken.

Ein enger Zusammenhang zeigt sich zwischen dem Sprachniveau und der Teilnahme an einem Sprachkurs. 85 Prozent hatten bis zum Befragungszeitpunkt 2018 ein Sprachförderangebot besucht, 65 Prozent einen Integrationskurs . Damit wurde das zentrale Sprachangebot des Bundes am häufigsten in Anspruch genommen. „Wir beobachten, dass Personen mit ungünstigeren Lernvoraussetzungen mittlerweile etwas häufiger an Sprachkursen teilnehmen“, so Dr. Rother zu den Ergebnissen der Studie. „Auch deutlich mehr Frauen mit Kindern ab dem Kindergartenalter nehmen an den Kursen teil – 2018 machten sie ein Viertel der Teilnehmenden aus.“

Hintergrund

Datengrundlage der gemeinsamen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ist eine Wiederholungsbefragung von Personen, die in den Jahren 2013 bis 2016 als Asylsuchende nach Deutschland gekommen sind. Bislang wurden rund 8.000 Geflüchtete in den Jahren 2016, 2017 und 2018 befragt.

Die IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten ist eine jährliche Erhebung, bei der bis zu 5.700 Geflüchtete wiederholt befragt werden. Interviewt werden Personen, die zwischen Januar 2013 bis Dezember 2016 in Deutschland eingereist sind und einen Asylantrag gestellt haben, sowie ihre Haushaltsmitglieder.

Weitere Informationen zur Studie finden sich beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Dort steht auch die BAMF-Kurzanalyse (PDF, 298 KB) zur Verfügung.

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vom 18.02.2020

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