Flucht und Migration / Sozialpolitik

Baden-Württemberg fördert Berufswerber mit Migrationshintergrund

Zwei Menschen in der Backstube

Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg fördert Berufswerberinnen und -werber mit Migrationshintergrund mit insgesamt rund drei Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Ziel ist es, mehr Jugendliche mit Migrationshintergrund für eine betriebliche Ausbildung zu gewinnen.

Dies erklärte der Minister für Finanzen und Wirtschaft Nils Schmid am Sonntag in Stuttgart. Bei den insgesamt 27 Vorhaben "Azubi statt ungelernt" in verschiedenen Regionen des Landes sind viele unterschiedliche Nationen vertreten.

"Die Berufswerber haben die Aufgabe, Eltern und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Gesprächen über das deutsche Berufsbildungssystem und dessen 350 Ausbildungsberufe zu informieren", erklärte Schmid. "Darüber hinaus erhalten die Eltern und Jugendlichen Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, bei ihren Bewerbungen und während der Ausbildungszeit." Eltern mit Migrationshintergrund haben in der Regel großen Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder. Deswegen setzen Berufswerber bei ihnen an, um die Vielseitigkeit und Chancen einer beruflichen Ausbildung in Deutschland aufzuzeigen.

Nach Angaben des Statistischen Landesamts sind 27 Prozent der 25- bis 35-Jährigen mit Migrationshintergrund in Baden-Württemberg ohne jede berufliche Ausbildung. „Das wollen wir dringend ändern", so der Minister. "Eine Berufsausbildung schafft eine Lebensperspektive für Jugendliche und sichert die Fachkräfte für unsere Wirtschaft in Baden-Württemberg.“

Der beruflichen Ausbildung kommt innerhalb des Bildungssystems eine Schlüsselrolle zu. Insgesamt finden zwei Drittel aller Jugendlichen durch die berufliche Ausbildung den Einstieg ins Berufsleben. Eine Berufsausbildung ist häufig die Voraussetzung für einen erfolgreichen beruflichen Werdegang und eine gelingende Integration in die Gesellschaft. Wer eine Berufsausbildung absolviert, unterliegt nach Angaben des Statistischen Landesamts einem knapp viermal kleineren Risiko arbeitslos zu werden als Ungelernte.

Bereits seit 2010 sind im Land mit großem Erfolg Berufswerberinnen und -werber mit türkischem Migrationshintergrund verschiedener Träger unterwegs. Diese Vorhaben werden nun fortgesetzt und auf weitere Nationalitäten ausgeweitet.

Ein Teil der neuen 27 Vorhaben haben bereits im August und Oktober 2012 angefangen, weitere starten am 1. Januar 2013. Sie laufen bis August oder September 2014.

Quelle: Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg vom 16.12.2012

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