Flucht und Migration

Asyl: Neue Ankunftszentren im Rahmen des Integrierten Flüchtlingsmanagements

Junger schwarzer Mann sitzt auf einem Bett und verbirgt sein Gesicht in seinen Händen
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In Ankunftszentren sollen neu ankommende Asylsuchende künftig das komplette Asylverfahren durchlaufen können. Hierdurch soll das Asylverfahren deutlich beschleunigt werden. Kinder und Jugendliche sind hiervon besonders betroffen, weil mehr als ein Drittel der Asylanträge von Minderjährigen gestellt werden.

Die Beschleunigung des Asylverfahrens ist die zentrale Herausforderung, vor der das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gegenwärtig steht. Einen maßgeblichen Beitrag hierzu wird das neu entwickelte Konzept des integrierten Flüchtlingsmanagements leisten, mit dem die Aufgaben von der Ankunft der Asylsuchenden bis zur Integration oder Rückkehr strukturiert bewältigt werden können.

Ankunftszentren als Kern eines neuen integrierten Flüchtlingsmanagements

Kern des neuen Konzepts sind die so genannten Ankunftszentren des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge als erste Anlaufstelle für neu ankommende Asylsuchende, in denen viele bis dato auf mehrere Stationen verteilte Schritte im Asylverfahren gebündelt werden. Nach Möglichkeit findet das gesamte Asylverfahren unter dem Dach des Ankunftszentrums statt, von der ärztlichen Untersuchung durch die Länder, über die Aufnahme der persönlichen Daten und der Identitätsprüfung, der Antragstellung und Anhörung bis hin zur Entscheidung über den Asylantrag.  Hierzu werden die Antragsteller je nach Herkunftsland in sogenannte Cluster eingeteilt. Menschen mit sehr guter Bleibeperspektive sowie Antragsteller aus sicheren Herkunftsländern mit eher geringen Bleibeaussichten können in der Regel vor Ort innerhalb von 48 Stunden angehört und beschieden werden. Komplexere Fälle werden an die bestehenden Außenstellen des Bundesamts abgegeben.  

Neuer Verfahrensablauf des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge

Dieser neue Verfahrensablauf des Bundesamts wurde bereits erfolgreich in Heidelberg, Bad Fallingbostel sowie – für Personen aus sicheren Herkunftsländern – in Manching und Bamberg getestet. In diesen Wochen gehen weitere Ankunftszentren in Lebach, Dresden, Leipzig und Trier an den Start, zahlreiche weitere Standorte folgen im März. In enger Zusammenarbeit mit den Bundesländern eröffnet das Bundesamt im Frühjahr 2016 in jedem Bundesland mindestens ein Ankunftszentrum. Die Personalstärke an den einzelnen Standorten ist unterschiedlich und richtet sich nach der Zahl der Asylsuchenden, die dort vom Bundesland zugeführt werden.

Kooperation aller am Ayslverfahren Beteiligter unter einem Dach

"Durch die enge Kooperation aller am Asylverfahren Beteiligten unter dem Dach des Ankunftszentrums kann die Wartezeiten für viele Asylsuchende erheblich reduziert werden" erläutert der Stellvertretende Leiter des Bundesamts, Dr. Georg Thiel, die Planung der Behörde. "Durch den kurzfristigen Personalaufwuchs des Bundesamts werden wir in der Lage sein, in jedem Bundesland mit mindestens einem Ankunftszentrum zeitnah vor Ort zu sein". 

Integriertes Flüchtlingsmanagement als Instrument zur besseren Integration

Neben der Beschleunigung des Asylverfahrens trägt das integrierte Flüchtlingsmanagement vor allem dazu bei, Menschen mit guter Bleibeperspektive schnell in die Gesellschaft zu integrieren. Dazu können die Antragsteller mit guter Bleibeperspektive bereits bei der Asylantragstellung einen Kurzlebenslauf ausfüllen, der der Bundesagentur für Arbeit als Grundlage zur Arbeitsvermittlung in den Jobcentern dient. Auch Informationen zum Integrationskurs sind direkt vor Ort verfügbar. 

Ein Film zum "Integrierten Flüchtlingsmanagement" steht auf der Homepage des Bundesamtes zur Verfügung: www.bamf.de/integriertes-fluechtlingsmanagement

Quelle: Bundessamt für Migration und Flüchtlinge vom 18.02.2016

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