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Europa / Sozialforschung

Vier von fünf Erasmus+-Teilnehmenden finden nach dem Abschluss rasch einen Job

Eine Gruppe Jugendlicher sitzt fröhlich auf einer Treppe im Park mit Laptop und Büchern.
Bild: © yanlev - fotolia.com

Nach Erkenntnissen aus zwei neuen Studien, macht Erasmus+ Studierende in ihrem persönlichen und beruflichen Leben erfolgreicher und Universitäten innovativer. 80 Prozent der Erasmus+-Teilnehmenden finden innerhalb von drei Monaten nach ihrem Studienabschluss einen Job, bei 73 Prozent hat die Auslandserfahrung dazu beigetragen, eine erste Arbeitsstelle zu bekommen.

In zwei großangelegten Studien, die auf den Rückmeldungen von fast 77.000 Studierenden und Hochschulmitarbeiter(inne)n und von über 500 Organisationen basieren, wurden die Auswirkungen des Hochschulzweigs von Erasmus+ auf seine Hauptbegünstigten gemessen und analysiert. Aus Deutschland haben 182.052 Teilnehmer aus dem Hochschulbereich zwischen 2014 und 2017 an Erasmus teilgenommen.

Erasmus+ hilft Studierenden dabei, ihren Karriereweg und Arbeitsplätze schneller zu finden

Über 70 Prozent der ehemaligen Erasmus+-Teilnehmenden sagen, dass sie nach ihrer Rückkehr aus dem Ausland eher wissen, welchen Karriereweg sie einschlagen wollen. Durch ihre Auslandserfahrung können sie auch ihre Studien neu ausrichten, um sie besser an ihre Ziele abzustimmen. Aus der Studie zur Wirkung von Erasmus+ auf die Hochschulbildung geht außerdem hervor, dass 80 Prozent der Befragten innerhalb von drei Monaten nach dem Abschluss in einem Beschäftigungsverhältnis waren, und 73 Prozent sagen, ihre Auslandserfahrung habe ihnen dabei geholfen, ihre erste Arbeitsstelle zu bekommen. Neun von zehn Erasmus+-Absolvent(inn)en geben an, dass sie die im Ausland erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen bei ihrer täglichen Arbeit anwenden.

Erasmus+ steigert das Zugehörigkeitsgefühl zu Europa

Mehr als 90 Prozent der Studierenden im Rahmen von Erasmus+ verbessern ihre Fähigkeit, mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenzuarbeiten, und empfinden sich als Europäerinnen und Europäer. Am stärksten wirkt sich Erasmus+ auf Studierende aus, die vor ihrem Austausch weniger überzeugt von der EU waren, und auf Studierende, die Zeit in einem Land verbracht haben, dessen Kultur sich von ihrer eigenen stark unterscheidet. Von allen Erasmus+-Studierenden identifizieren sich jene aus Osteuropa am meisten mit der EU.

Erasmus+ fördert den digitalen Wandel und die soziale Inklusion

Akademische Mitarbeiter/-innen, die an Erasmus+ teilgenommen haben, stehen der Einbeziehung von Unternehmensbeschäftigten in ihre Kurse offener gegenüber als nichtmobile Kollegen (rund 60 Prozent gegenüber 40  Prozent). Mehr als 80 Prozent der Akademiker berichten, dass ihre Auslandserfahrung zu innovativeren Lehrplänen geführt hat. Zwei Drittel der teilnehmenden Universitäten gaben an, dass EU-weite Projekte auch dazu beitragen, die soziale Inklusion und Nichtdiskriminierung in der Hochschulbildung zu verbessern.

Erasmus+ unterstützt internationale Laufbahnen und das Unternehmertum

Andere Ergebnisse zeigen, dass ehemalige Erasmus+-Studierende im Vergleich mit Studierenden, die nicht ins Ausland gegangen sind, internationalere Laufbahnen einschlagen, und die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Ausland arbeiten, ist doppelt so hoch. Außerdem unterstützt Erasmus+ das Unternehmertum. Ein Viertel der Kooperationsprojekte haben zur unternehmerischen Bildung und zu einem verstärkten Unternehmertum beigetragen. Ein Drittel der Projekte trug zur Gründung von Spin-offs und Start-ups bei.

Besser auf Anforderungen der Arbeitswelt reagieren

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, erklärte: „Es ist beeindruckend, wie Erasmus+ jungen Menschen dabei hilft, auf dem modernen Arbeitsmarkt und in einer vielfältigeren Gesellschaft Fuß zu fassen. Ich freue mich, dass Erasmus+-Absolvent(inn)en bereit sind, neue Herausforderungen anzugehen, dass sie bessere Karriereaussichten haben und dass sie sich der Vorteile stärker bewusst sind, die ihnen die EU für ihr tägliches Leben bringt. Gleichzeitig sind die Universitäten, die an Erasmus+ teilnehmen, nicht nur internationaler, sondern auch besser in der Lage, auf die Anforderungen der Arbeitswelt zu reagieren.“

Hintergrund

Zwischen 2014 und 2018 haben über 2 Millionen Studierende und Beschäftigte von Hochschulen im Rahmen von Erasmus+ einen Lern-, Fortbildungs- oder Lehraufenthalt im Ausland absolviert. Während desselben Zeitraums wurden für fast 1.000 strategische Partnerschaften zwischen Hochschulen im Rahmen von Erasmus+ und 93 Wissensallianzen zwischen Universitäten und Unternehmen EU-Mittel zur Verfügung gestellt. Im Rahmen von mehr als 40 Prozent von ihnen konnten sich Studierende und akademische Mitarbeiter zukunftsorientierte Kompetenzen in den Bereichen Umwelt und Klimawandel, Energie und Ressourcen, Digitalisierung (IKT und digitale Kompetenzen) und Unternehmertum aneignen.

Über die Studien

In den beiden Studien (der Studie zur Wirkung von Erasmus+ auf die Hochschulbildung und der Studie zu strategischen Partnerschaften von Hochschulen und Wissensallianzen im Rahmen von Erasmus+) wurden die Auswirkungen des Programms auf seine beiden Hauptbegünstigten bewertet: Einzelpersonen und Organisationen.

In der ersten Studie wurden fast 77.000 Antworten analysiert, und zwar von rund 47.000 Erasmus+-Studierenden, 12.000 Absolventen und 10.000 Mitarbeitern mit Erfahrungen im Rahmen von Erasmus+. Die Ergebnisse der zweiten Studie basieren auf den Antworten von 258 strategischen Partnerschaften und Wissensallianzen, die 504 Organisationen repräsentieren und denen im Zeitraum 2014-2016 Mittel aus Erasmus+ zur Verfügung gestellt wurden, sowie auf 26 detaillierten Fallstudien.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 20.05.2019

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