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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

Südtirol und Österreich: Austausch und voneinander Lernen

Italienische Landesfahne in der Innenstadt von Bozen

Im Zeichen des Austausches und des voneinander Lernens stand der Antrittsbesuch der österreichsischen Bundesjugendministerin Bogner-Strauß im Landhaus in Bozen. Im Gespräch mit dem südtiroler Landeshauptmann Kompatscher und Landesrätin Deeg ging es u.a. um die Kinderbetreuung und verschiedene Fragen der Familien- und Jugendpolitik. Österreich und Südtirol wollen weiterhin eng kooperieren und von den wechselseitigen Erfahrungen Kooperieren.

Um den bestehenden guten Austausch zwischen Südtirol und Österreich weiter zu stärken, reiste Bundesministerin Juliane Bogner-Strauß am 11. Juni zu einem Antrittsbesuch nach Bozen. In ihrem Arbeitsgespräch mit Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrätin Waltraud Deeg fand ein umfassender Meinungsaustausch statt, insbesondere zu den Themen Familie, Kinderbetreuung, Frauen und Jugendliche.

Bedarfsgerechter Ausbau der Kinderbetreuung 

„Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen Südtirol und Österreich: Beide Länder sind sehr gut aufgestellt bei der Kinderbetreuung der Drei- bis Sechsjährigen, Nachholbedarf gibt es hier wie da noch bei den Unter-Drei-Jährigen“, so die Ministerin für Frauen, Familien und Jugend nach den Gesprächen. Ihr sei es wichtig, Wahlfreiheit für die Eltern zu schaffen: „Wer will, soll die Möglichkeit haben, rasch wieder in den Beruf einzusteigen. Dafür ist ein bedarfsgerechter Ausbau der Kinderbetreuung notwendig. Mir ist es auch ein Anliegen, mehr Bewusstsein dafür zu schaffen, was lange Auszeiten für die Pension bedeuten“, so Bogner-Strauß.

„Österreich ist für uns eine Benchmark“, erklärte nach dem Gespräch Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher. Südtirol orientiere sich gerne an Österreich, da der Vergleich mit anderen italienischen Regionen hinke. Gesprochen wurde über die Rolle der Familie, die Vereinbarkeit von Familien- und Arbeitsleben, die Kleinkindbetreuung, die Frauen- und die Jugendpolitik.

Was es Familien leichter macht? 

„Wir haben festgestellt, dass die Herausforderungen durchwegs ähnlich gelagert sind“, sagte Landeshauptmann Kompatscher. „In der Familienpolitik geht es um die Frage, was macht es Familien leichter, sich für Kinder zu entscheiden. Dabei sind die Leistungsansätze und die Wertungen ähnlich gelagert, wir haben aber festgestellt, dass sich die Leistungsniveaus unterscheiden.“

Ministerin Strauß-Bogner sprach von einem „herzlichen Empfang und einem wunderbaren Austausch“ bei ihrem „Antrittsbesuch in Südtirol“. Das Gespräch mit Landeshauptmann Kompatscher, an dem auch Familienlandesrätin Waltraud Deeg teilnahm, habe einen Vergleich ermöglicht. „In Österreich arbeiten wir derzeit stark am Ausbau der Kleinkindbetreuung, die derzeit 28 Prozent der Kinder unter drei Jahren erreicht. Das Arbeitsangebot für Frauen ist noch nicht ausgeschöpft. So könnten wir mehr Frauen eine Berufstätigkeit ermöglichen“, berichtete Bogner-Strauß. Die drei unterschiedlichen Betreuungssysteme für Kleinkinder, die sie in Südtirol kennengelernt habe, bezeichnete sie als beispielhaft. 

Erfahrungsaustausch und Best-Practice-Beispiele 

Bereits am Morgen hatte die österreichische Bundesministerin Bogner-Strauß gemeinsam mit Familienlandesrätin Deeg dem Eltern-Kind-Zentrum Elki in Bozen einen Besuch abgestattet. Durch ihre vielfältigen Angebote seien die Eltern-Kind-Zentren, die es beinahe in ganz Südtirol gibt, wichtige Anlaufstellen für Familien und ein Treffpunkt der Generationen, hob die Familienlandesrätin hervor. In diesem Zusammenhang gingen Bogner-Strauß und Deeg auch auf die Vereinbarkeit von Berufs- und Arbeitsleben ein und sprachen sich für den Ausbau der Kleinkindbetreuung und der Ferien- und Nachmittagsbetreuung aus. Zudem gelte es, neue Arbeitszeitmodelle zu schaffen, um Familien- und Arbeitszeiten besser aufeinander abzustimmen.

Die Ministerin zeigte sich über den Austausch mit Südtirol sehr erfreut, denn man könne von den gesammelte Erfahrungen und Best-Practice-Beispielen jeweils voneinander lernen.

Quelle: Bundeskanzleramt der Republik Österreich und Autonome Provinz Bozen - Südtirol vom 11. und 12.06.2018

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