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Gender / Europa

Studie: Die moderne junge Österreicherin - wie ist sie wirklich?

Eine Grafik zur Selbsteinschätzung junger Österreicherinnen

Politik und Marketing bemühen sich seit Jahren um zeitgemäße Bilder der „modernen jungen Frau“ und scheitern dennoch häufig am Selbstverständnis von Mädchen und jungen Frauen wie auch anderen Lebensrealitäten. Das Institut für Jugendkulturforschung hat junge Österreicherinnen daher in einer bundesweiten Repräsentativstudie erstmals direkt gefragt, wie sie sich eine „moderne junge Frau“ vorstellen.

Darüber hinaus wollten die Forscher auch wissen, mit
welchen Werten sich die jungen Frauen identifizieren. Das Ergebnis: Selbstbestimmt sein und das Leben genießen sind Grundpfeiler der Lebensphilosophien junger Frauen in den 2010er Jahren:

  • 91% der jungen Frauen im Alter von 16 bis 29 Jahren können sich gut mit Menschen identifizieren, die Entscheidungen nicht anderen überlassen, sondern selbst entscheiden, wo es in ihrem Leben lang geht. Und immerhin 81% zählen sich zu jener Gruppe von Menschen, die sich nicht gerne etwas vorgeben lassen, sondern Aktivitäten selbst planen und auswählen.
  • 86% stehen dazu, dass sie Spaß haben wollen. Und 91% sagen, sie seien jenen Leuten, denen es wichtig ist, das Leben zu genießen, selbst sehr ähnlich.
  • In Bezug auf Gesellschaftspolitik zeigt sich ein Widerspruch zwischen deklarierten Werten und alltäglichem Handeln: Während sich immerhin 62% der jungen Österreicherinnen sehr stark mit Menschen identifizieren, die meinen, dass die „Völker der Welt in Harmonie zusammenleben sollten“, zählt sich nur ein Drittel der jungen Frauen zu jenen, die auch selbst aktiv etwas für Frieden und Harmonie zwischen allen Gruppen tun.

Was verstehen junge Österreicherinnen unter einer „modernen jungen Frau“?

Bittet man Mädchen und junge Frauen, eine „moderne junge Frau“ in ein paar kurzen Worten zu beschreiben, zeigt sich, dass die „moderne junge Frau“ allem voran als handlungsfähige, öffentliche Akteurin gesehen wird. Die jungen Österreicherinnen skizzieren zwei Grundtypen, die aus der Welt des Privaten selbstbewusst heraustreten:

  • 43% der 16- bis 29-jährigen jungen Österreicherinnen zeichnen das Bild einer selbstbewussten Akteurin, die intellektuell unabhängig ist, sich als eigenständig positioniert, selbstbestimmt agiert und teils auch sehr durchsetzungsfähig auftritt (im bildungsnahen Segment mit Ausbildung mit Matura sind es 46,4%, im Segment mit Ausbildung ohne Matura 40%). Bei politisch links orientierten jungen Frauen ist dieses Bild der unabhängigen jungen Frau mit 53% Nennungen besonders stark verankert.
  • Knapp jede vierte junge Österreicherin im Alter von 16 bis 29 Jahren definiert die „moderne junge Frau“ in aller erster Linie über Erwerbsintegration: 22% der jungen Österreicherinnen denken an eine junge Frau, die im Berufsleben steht und sich klar über ihre berufliche Qualifikation definiert oder aber als junge Mutter Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen versucht (im bildungsnahen Segment sind es 26,5%, im Segment „Ausbildung ohne Matura“ immerhin 19,1%)

  • 14% der jungen Österreicherinnen meinen darüber hinaus, eine „moderne junge Frau“ würde sich durch spezielle Werte und Eigenschaften wie beispielsweise „sozial/engagiert“,
    „spontan/flexibel“, „tolerant/weltoffen“, „zielorientiert/diszipliniert“ oder hilfsbereit und freundlich auszeichnen. Intellekt wie auch (gutes) Aussehen werden nur von jeweils rd. 6% der Mädchen und jungen Frauen als primäres Charakteristikum einer „modernen jungen Frau“
    genannt.

Mehr Informationen zur Studie erhalten Sie beim Institut für Jugendkulturforschung unter: jugendforschung@DontReadMejugendkultur.at

Quelle: Institut für Jugendkulturforschung, Pressedienst Ausgabe 30, 1.8.2011

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