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Gender / Europa

Schleswig-Holsteins Gleichstellungsminister begrüßt EU-Pläne gegen Gewalt an Frauen

Schleswig-Holsteins Gleichstellungsminister Emil Schmalfuß zeigt sich erfreut, dass die spanische EU-Ratspräsidentschaft das Thema Gewalt gegen Frauen nun ganz oben auf die Agenda setzt. Allerdings werd mit dem Sammeln von Daten zunächst keiner Frau direkt geholfen, notwendig sei eine öffentliche Debatte über die Stärkung von Frauenrechten und auch ein Umdenken in den Gesellschaften.

Nach Schätzungen des Europarates ist häusliche Gewalt für mehr Todesfälle und Gesundheitsschäden bei Frauen zwischen 16 und 44 Jahren verantwortlich als etwa Krebs oder Verkehrsunfälle. Die spanische Ratspräsidentschaft will sich des Themas verstärkt annehmen und zunächst eine Beobachtungsstelle einrichten, die europaweit Daten sammeln und austauschen soll. Dazu erklärt Schleswig-Holsteins Gleichstellungsminister Emil Schmalfuß: "Auch in Deutschland wird noch immer ein Viertel aller Frauen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Opfer von Gewalt ihrer Partner. Ich begrüße ausdrücklich, dass die spanische Ratspräsidentschaft das Thema Gewalt gegen Frauen nun ganz oben auf die Agenda setzt. Allerdings wird mit dem Sammeln von Daten zunächst keiner Frau direkt geholfen, notwendig sind eine öffentliche Debatte über die Stärkung von Frauenrechten und auch ein Umdenken in den Gesellschaften."

"Mit KIK, dem Kooperations- und Interventionskonzept, verfügt Schleswig-Holstein als einziges Flächenland über eine landesweit institutionalisierte Kooperation von Polizei, Justiz, Jugendhilfe, Frauenhäusern und Beratungseinrichtungen für Opfer wie für Täter häuslicher Gewalt. Diese verbindliche Zusammenarbeit ist vorbildhaft und hat sich bewährt", so Schmalfuß weiter.

Hilfe für Betroffene bietet außerdem die landesweite Frauen-Helpline mit der Telefonnummer 0700/999 11 444. Die Helpline ist immer dann geschaltet, wenn in den Beratungsstellen und Frauenhäusern keine geschulten Mitarbeiterinnen erreichbar sind: nachts und an Wochenenden. Weitere Informationen finden betroffene Frauen unter www.helpline-sh.de.

In Schleswig-Holstein wurden 2008 über 9.000 Frauen durch die 23 Frauenberatungsstellen unterstützt. Mehr als 1.100 Frauen suchten mit knapp 1.100 ihrer Kinder Zuflucht in den insgesamt 16 Frauenhäusern im Land. Diese Einrichtungen werden von Land und Kommunen mit 6,7 Millionen Euro pro Jahr gefördert. 

Quelle: Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration des Landes Schleswig-Holstein