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EU-Jugendprogramme

Politische Einigung zur Zukunft von Erasmus+ und des ESK erzielt

Eine Person hält einen Kompass hoch, im Hintergrund sind Wälder und Berg zu sehen
Bild: Pexels - pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Am 11.12.2020 haben die EU-Mitgliedstaaten, das EU-Parlament und die Europäische Kommission unter Federführung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft eine politische Einigung zu den Rechtstexten von Erasmus+ und dem Europäischen Solidaritätskorps erzielt. JUGEND für Europa informiert darüber, wie der weitere Zeitplan bis zum Start der beiden Programme aussehen wird.

Nach einem langen und teilweise durchaus schwierigen Verhandlungsprozess konnte die Einigung über die Zukunft der beiden EU-Programme Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps noch während der deutschen Präsidentschaft erfolgen.

Zur endgültigen Verabschiedung der beiden EU-Jugendprogramme fehlen noch die formelle Zustimmung des Parlaments und des Rats zum Mehrjährigen Finanzrahmen sowie die anschließende formelle Verabschiedung der beiden Programmbeschlüsse durch die Gesetzgeber. Erst nach Unterzeichnung und Veröffentlichung werden diese rechtskräftig und können die Programme starten. Es ist nicht auszuschließen, dass sich dieser Prozess noch bis ins nächste Jahr zieht.

Verschiebung der ersten Antragsfristen wahrscheinlich

Auch wenn die Vorbereitungen der Europäischen Kommission für den Programmstart nun mit Hochdruck voranschreiten, geht sie aktuell von einer Veröffentlichung des Programmhandbuchs frühestens Ende Februar aus. Damit stehen derzeit weder die genauen Rahmenbedingungen für die Antragstellung und Förderung schon fest noch die ersten Antragsfristen. Voraussichtlich dürften diese sich in das zweite Quartal 2021 verschieben.

Die Nationalagentur JUGEND für Europa informiert sobald neue Informationen vorliegen. Derweil finden sich erste Informationen zum Inhalt und zur Ausgestaltung der beiden Programme auf unseren Seiten www.jugend-in-aktion.de sowie www.solidaritaetskorps.de.

Europäisches Solidaritätskorps ab 2021

Am 11.12.2020 haben das Europäische Parlament und Rat der EU eine politische Einigung über das Europäische Solidaritätskorps für den Zeitraum 2021-2027 erzielt. Fördermittel in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro sollen zur Verfügung gestellt werden.

Mit einem eigenen Budget von 1,009 Mrd EUR wird das neue Programm mindestens 270.000 jungen Menschen die Möglichkeit bieten, durch Freiwilligentätigkeit oder durch eigene Solidaritätsprojekte einen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher und humanitärer Herausforderungen zu leisten. Das Programm will nicht nur inklusiver, sondern auch digitaler und umweltfreundlicher sein. Der Bereich „Jobs und Praktika“ wird ab 2021 im Europäischen Solidaritätskorps nicht mehr fortgeführt.

Aufbauend auf den früheren EU-Freiwilligeninitiativen für humanitäre Hilfe gibt das neue Programm jungen Menschen auch die Option, weit jenseits der Grenzen Europas freiwillig humanitäre Hilfe zu leisten. Organisationen können Unterstützung für den Kapazitätsaufbau und Hilfe durch Fachleute in Anspruch nehmen. Neben einer Reihe von Qualitäts- und Unterstützungsmaßnahmen enthält das neu gestaltete EU-Jugendportal nun auch Online-Schulungen für junge Menschen, die sich beim Europäischen Solidaritätskorps registriert haben und ihre Motivation ausloten, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse verbessern und sich auf die Teilnahme vorbereiten wollen.

„Das heutige Abkommen ist eine hervorragende Nachricht für junge Menschen in der EU und darüber hinaus. Das Programm wird im Januar 2021 beginnen, und das Parlament hat es geschafft, Freiwilligen viele Verbesserungen zu sichern. Freiwilligendienste werden die Haupttätigkeit des Programms sein, die von Anfang an unsere Priorität war. Wir sind jetzt in der Lage, eine höhere Qualität der Freiwilligentätigkeiten zu gewährleisten, indem wir die Aufnahmeorganisationen verpflichten, neue, nützliche Fähigkeiten und Kompetenzen anzubieten. In ähnlicher Weise können wir von nun an viel mehr Menschen mit weniger Chancen einbeziehen“, sagte Michaela Šojdrova (EVP, CZ), Berichterstatterin des Europäischen Solidaritätskorps im EU-Parlament. EU-Kommission und die Mitgliedstaaten sollen außerdem darlegen, wie sie Menschen mit weniger Chancen einbeziehen wollen.

Im Einklang mit dem Europäischen Green Deal sollen Freiwilligentätigkeiten das Prinzip „keinen Schaden anrichten (do no harm)“ einhalten. Die Aktivitäten werden später unter Berücksichtigung ihres Beitrags zu den Klimazielen der EU wie der Wahl klimaneutraler Transportmittel bewertet.

Erasmus+ ab 2021

Mit einem eigenen Budget von mehr als 26 Mrd. Euro (bestehend aus 24,5 Mrd. Euro zu jeweiligen Preisen und zusätzlichen 1,7 Mrd. Euro zu Preisen von 2018) wird das neue Programm nicht nur inklusiver und innovativer, sondern auch digitaler und umweltfreundlicher sein.

Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Verwirklichung des europäischen Bildungsraum bis 2025 und wird die Bereiche allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport für einen raschen Aufschwung und künftiges Wachstum mobilisieren. Das Programm wird den Lernenden in Europa viele neue Möglichkeiten eröffnen. Mit einer verbesserten Zugänglichkeit und flexibleren Mobilitätsformaten wird es einer breiteren Gruppe von Lernenden neue Optionen bieten, auch solchen mit geringeren Chancen, sowie Schülerinnen und Schülern, die nun an den Mobilitätsmaßnahmen teilnehmen können.

Es wird neue Kooperationsmöglichkeiten eröffnen, Innovationen bei der Lehrplangestaltung sowie bei Lern- und Lehrmethoden fördern und sowohl grüne als auch digitale Kompetenzen voranbringen. Außerdem werden aus dem Programm neue Leitinitiativen wie Europäische Hochschulen, Zentren für berufliche Exzellenz, Lehrkräfteakademien und DiscoverEU unterstützt.

Quelle: JUGEND für Europa vom 14.12.2020

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