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Europa / Kinderrechte

Österreich: Kinderrechte endlich ernst nehmen

Junge dunkelhäutige Frau mit Megaphon
Bild: © WavebreakmediaMicro - Fotolia.com

Den Handlungsbedarf bei der Einhaltung von Kinderrechten in Österreich verdeutlicht die Bundesjugendvertretung anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte. Die Kinderrechte ziehen sich durch alle politischen Ressorts und das Kindeswohl müsse bei allen politischen Entscheidungen an erster Stelle stehen, betont die gesetzliche Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen in Österreich.

Anlässlich des Tages der Kinderrechte am 20. November zeigt die Bundesjugendvertretung (BJV) den dringenden Handlungsbedarf bei der Umsetzung der Kinderrechte auf. „Kinderrechte fangen bei der Jugendwohlfahrt an, gehen über den Jugendschutz bis hin zum Umgang mit minderjährigen AsylwerberInnen. Kinderrechte ziehen sich durch alle politischen Ressorts, darum gehen Kinderrechte alle etwas an!“, erklärt BJV-Vorsitzende Caroline Pavitsits. Pavitsits verweist vor allem auf das Problem der Kinderarmut in Österreich: „Laut UN-Kinderrechtskonvention haben alle Kinder und Jugendlichen ein Recht darauf, ohne Armut aufzuwachsen und dennoch ist jedes 5. Kind in Österreich von Armut betroffen oder bedroht.“

Kinderrechte gehen alle an 

Obwohl Österreich die UN-Kinderrechtskonvention bereits im Jahr 1992 ratifiziert hat und zu den reichsten Ländern der Welt zählt, bekommen mehr als 300.000 Kinder Armut in unterschiedlichen Bereichen zu spüren, sei es bei Bildung, Wohnen, Gesundheit, Kleidung, Essen oder im Sozialleben. „Die Politik trägt hier die Verantwortung Kinderrechte wahrzunehmen und einzuhalten. Das Kindeswohl muss bei bei politischen Entscheidungen an erster Stelle stehen“, verdeutlicht die Vorsitzende.

Kampagne „Armut ist kein Kinderspiel“

Viele Kinder sind aufgrund der finanziellen Situation ihrer Familien bereits vor oder zu Beginn ihrer Schullaufbahn benachteiligt. Die ungleichen Chancen im Bildungssystem tragen wiederum im großen Maße zur langfristigen Verfestigung von Armut bei. „Laut aktuellster UNICEF -Studie wird Bildung in Österreich weiterhin vererbt. Das muss aufhören, denn Bildung darf kein Glückslos sein“, so Pavitsits. Konkret fordert die BJV ein Bildungssystem, das den Bedürfnissen aller Kinder gerecht wird.

Mit der Kampagne „Armut ist kein Kinderspiel“ machte die BJV im Frühjahr 2018 auf das Thema aufmerksam. Die BJV wird sich auch weiterhin für die Rechte und Anliegen von Kindern und Jugendlichen einsetzen und lädt aus diesem Anlass am 29. November zum Poetry Jam zum Thema Kinderrechte ein.

Poetry Jam - Your rights. Your stage.

Die BJV und die Bundesratspräsidentin Inge Posch-Gruska wollen von jungen Menschen wissen, was sie bewegt, was ihre Gedanken sind und vor allem wie sie die Rechte von Kindern und die Beteiligung von Jugendlichen erleben. Gemeinsam laden sie zum mitmachen und zuhören zum Poetry Jam ein.

Weitere Informationen zum Poetry Jam  finden sich auf der Facebook-Seite der Bundesjugendvertretung. 

Quelle: Österreichische Bundesjugendvertretung vom 20.11.2018