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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

Österreich: Kinderarmut effektiv bekämpfen

Ein kleiner Junge hält einen 5-Euro-Schein hoch
Bild: © somenski - Fotolia.com

Die österreichische Bundesjugendvertretung (BJV) fordert die Bundesregierung dazu auf, Kinder in der Mindestsicherung nicht schlechter zu stellen. Alle Kinder müssten gleich behandelt werden, unabhängig von ihrer Herkunft oder der jeweiligen Familiensituation. Deshalb brauche es eine eigene Kindergrundsicherung und weitere Maßnahmen, um Kinderarmut effektiv zu bekämpfen.

Die österreichische Bundesjugendvertretung (BJV) ruft die Bundesregierung auf, ihre Pläne zur Mindestsicherung noch einmal zu überarbeiten und kritische Stimmen ernst zu nehmen: „Sozialer Zusammenhalt und soziale Sicherheit müssen an oberster Stelle stehen. Vor allem geht es darum, Armutskreisläufe zu durchbrechen und nicht auf dem Rücken der Schwächsten zu sparen“, so BJV-Vorsitzende Caroline Pavitsits.

Alle Kinder gleich behandeln 

Die BJV spricht sich insbesondere dafür aus, alle Kinder gleich zu behandeln: „Laut UNO-Kinderrechtskonvention, zu der sich Österreich verpflichtet hat, haben Kinder das Recht auf soziale Absicherung und einen angemessenen Lebensstandard. Diese Rechte müssen für alle Kinder in ganz Österreich gelten“, betont Pavitsits.

Diesem Grundsatz widersprechen die aktuellen Vorhaben: „Einerseits lehnen wir ab, dass die Mindestsicherung immer noch unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt. Außerdem werden Kinder durch unterschiedliche Kinderzuschläge ungleich behandelt. Dass jetzt Kinder und Jugendliche aufgrund der Anzahl ihrer Geschwister oder Herkunft ihrer Eltern benachteiligt werden, finden wir inakzeptabel“, kritisiert Pavitsits.

Armutskreisläufe so früh wie möglich durchbrechen 

Gerade bei den Kinderzuschlägen zu sparen, ist Sparen ohne Weitblick, verdeutlicht die Vorsitzende: „Es ist allgemein bekannt, dass Armut in viele Bereiche hineinwirkt, von Gesundheit über Bildung bis zum Arbeitsmarkt. Es ist die Aufgabe der Politik, Maßnahmen zu schaffen, um diese Kreisläufe so früh wie möglich zu durchbrechen.“

„Jedes fünfte Kind in Österreich ist von Armut betroffen oder bedroht. Es braucht daher Schritte, um Kinderarmut effektiv zu bekämpfen, beispielsweise durch eine eigene Kindergrundsicherung“, so Pavitsits abschließend. 

Weitere Informationen zur aktuellen Kampagne der BJV „Armut ist kein Kinderspiel"

Quelle: Österreichische Bundesjugendvertretung vom 28.05.2018