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Europa / Flucht und Migration

Österreich: Bundesjugendvertretung fordert sachliche Integrationsdebatte

Puzzleteile liegen auf einem Tisch, ein schwarzes und ein weißes stehen senkrecht nebeneinander.
Bild: verdateo - Fotolia.com

Anlässlich der jüngsten Aussagen der neuen Integrationsministerin zu einer möglichen Ausweitung des Kopftuchverbotes an Schulen fordert die österreichische Bundesjugendvertretung (BJV) eine sachliche und ernsthafte Debatte über Integration. Es brauche Dialog statt Verbote und Stigmatisierung so die BJV.

„Es ist positiv, dass in der neuen Regierung ein Ministerium für Integration eingerichtet wurde. Bis jetzt sind aber leider nur Rufe nach Verboten zu hören. Integration sieht anders aus“, so die Kritik von BJV-Vorsitzendem Derai Al Nuaimi.

Dialog statt Spaltung

Die jüngsten Aussagen zum Thema Kopftuch reihen sich in politische Maßnahmen ein, die eine religiöse Gruppe herausgreifen und stigmatisieren. „Wir fordern, dass nicht weiter auf Kosten von Muslim(inn)en politisches Kleingeld geschlagen wird. Langfristig ist dieser rassistische Diskurs Gift für das gesellschaftliche Klima“, gibt Al Nuaimi zu Bedenken. Der Vorsitzende betont, dass junge Menschen Teil der Gesellschaft sind und selbstbestimmt ihre Ausbildung und ihren Beruf ausüben wollen, egal welcher Herkunft sie sind oder welcher Religion sie angehören: „Frauen mit Kopftuch aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen, ist der völlig falsche Weg.“

Die BJV appelliert an die Bundesregierung, Integration und Zusammenhalt zu fördern. „Wir fordern Integrationsministerin Raab auf, den Dialog mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen zu suchen und Möglichkeiten zu schaffen, aufeinander zuzugehen. Schnellschüsse sind hier fehl am Platz“, erklärt Al Nuaimi.

Regierungsprogramm ernst nehmen

Abschließend äußert die BJV Kritik an widersprüchlichen Aussagen einzelner Regierungsmitglieder zum Regierungsprogramm: „Seit zwei Wochen haben wir endlich ein Regierungsprogramm. Leider gab es bereits mehrere Ankündigungen von Maßnahmen, die nicht im Arbeitsprogramm stehen. Das führt zu Verunsicherung. Wir fragen uns, wieviel das Regierungsprogramm tatsächlich wert ist“, so Al Nuaimi.

Quelle: Österreichische Bundesjugendvertretung vom 14.01.2020

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