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Europa / Kinder- und Jugendpolitik

Neun Länder, sechs Wochen, eine Frage: Wie sehen junge Menschen die EU?

Eine Person macht sich auf einer Landkarte, die nebem einem Latop auf dem Tisch liegt, Notizen
Bild: rawpixel.com

Ein britisch-deutsches Studentenduo war mit Unterstützung der TUI Stiftung auf #engageEUrope2019 Sommertour durch Belgien, die Niederlande, Schweden, Polen, die Tschechische Republik, Italien, Griechenland, Frankreich und Großbritannien. Bosse Spohn (22, Deutschland) und Onur Erden (22, Großbritannien) kommen dabei mit jungen Menschen ins Gespräch.

Wie fühlen sich junge Menschen in der und durch die EU repräsentiert? Haben sie das Gefühl, dass ihre Stimme gehört wird? Bosse Spohn und Onur Erden kamen auf ihrer Reise durch neun EU-Mitgliedsländer mit jungen Menschen ins Gespräch, um Antworten zu finden. Die TUI Stiftung ermöglichte die Reise mit einem Reisestipendium. Am 7. August starteten die beiden Studenten der Politikwissenschaft ihre Sommertour in Brüssel. Weiter ging es in viele europäische Städte, darunter Amsterdam, Stockholm, Warschau, Prag, Rom und Neapel. Vor kurzem waren sie in Athen, wo sie mit jungen Menschen ins Gespräch kamen und ihre Geschichten hörten.

Im Rahmen dieser Initiative trafen sie sich mit jungen griechischen TUI-Mitarbeitern an ihrem Standort in Athen. Die beiden Studenten diskutierten mit ihnen darüber, wie sie sich durch die Politik repräsentiert fühlen, wie sie über die EU denken, was gut funktioniert und was verbessert werden sollte. Sie diskutierten auch Ideen für mögliche Reformen des EU-Systems, um sicherzustellen, dass jungen Europäern Gehör geschenkt wird.

Mehrheit junger Griechen identifiziert sich als Europäer

Die vor kurzem von der TUI Stiftung veröffentlichte Studie „Junges Europa 2019” hat gezeigt, dass junge Europäer der europäischen Integration mehrheitlich positiv gegenüberstehen und sich der Vorteile der Mitgliedschaft ihres Landes in der EU bewusst sind. Auch in Griechenland beurteilen junge Menschen den europäischen Einigungsprozess positiv, und diese Zustimmung zu Europa ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Eine klare Mehrheit von 66 Prozent aller jungen Griechen ist für den Verbleib ihres Landes in der EU. Außerdem ist in Griechenland der Anteil junger Menschen am höchsten, die sie nicht nur als Bürgerinnen und Bürger ihres eigenen Landes, sondern auch als Europäerinnen und Europäer (73 Prozent) identifizieren. Daneben weist Griechenland auch den höchsten Anteil junger Menschen auf, die von der Demokratie als beste Staatsform überzeugt sind (73 Prozent). Die Erhebung hat jedoch auch gezeigt, dass junge Griechen einen gewissen Mangel an Repräsentation beklagen. Auch glaubt eine Mehrheit der Griechen, wie der Südeuropäer insgesamt, dass es ihrer eigenen Generation nicht besser gehen wird als der Generation ihrer Eltern.

Stimmungsbild der Jugend Europas

Bosse Spohn erklärt: „Durch die #engageEUrope2019 Sommertour kommen wir mit unseren Altersgenossen ins Gespräch – im Hostel, auf der Straße oder abends in der Bar. Dies ermöglicht es uns, ein Stimmungsbild der Jugend in Europas zu erhalten. Obwohl junge Griechen von staatlichen Behörden enttäuscht zu sein scheinen, schätzen sie die Zukunft der EU optimistisch ein. Wir erleben hier eine proaktive Jugend, die sich für Fortschritte beim Aufbau Europas einsetzt.“

Onur Erden sagt: „Wir hören genau hin und fragen nach, um zu verstehen, wie junge Menschen sich repräsentiert fühlen und wie sie über Europa denken. Die Europa-Begeisterung unter jungen Menschen ist weiterhin vergleichsweise hoch. In Griechenland haben wir festgestellt, dass junge Menschen optimistisch im Hinblick auf eine mit der EU-Mitgliedschaft verbundene bessere Zukunft sind, obgleich dieser Optimismus durch ein mangelndes Vertrauen in die Bewältigung der Finanzkrise überschattet wird. Griechenland steht stellvertretend für die Stimmung im Süden Europas. Die Stimmen junger Griechen sind ein wichtiger Faktor für die Zukunft der europäischen Integration. Eine integrierte Jugend Südeuropas ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die europäische Idee“, so Onur Erden.

Die Erlebnisse während der Tour und ein zusammenfassender Abschlussbericht werden auf der Webseite www.tui-stiftung.de präsentiert.

Quelle: TUI Stiftung vom 09.09.2019