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Europa / Förderinformationen

Nach 30 Jahren Erasmus: Teilnahmezahlen des Austauschprogramms steigen weiter

Wegweiser mit verschiedenen Städten Europas
Bild: © Eyematrix - Fotolia.com

Die EU-Kommission hat den Bericht zu Erasmus+ für das Jahr 2016 veröffentlicht. Insgesamt profitierte 40.000 deutsche Teilnehmende von dem Mobilitätsprogramm. Die Fördermittel unterstützten zudem Organisationen und Projekte in den Bereichen Jugend, allgemeine und berufliche Bildung. Außerdem leistete Erasmus+ einen Beitrag zur Bewältigung sozialer Herausforderungen.

Die Europäische Kommission hat am 30.11.2017 zum Abschluss des 30-jährigen Jubiläums des Erasmus-Programms den Bericht zu Erasmus+ für das Jahr 2016 veröffentlicht. Im akademischen Jahr 2015/2016 konnten Hochschulen im Rahmen von Erasmus+ 330.000 Studierende und Lehrkräfte empfangen und entsenden. Im akademischen Jahr 2015/16 haben über 40.000 deutsche Teilnehmende von der Förderung Erasmus+ profitiert und Studentenaustauschprogramme, Praktika oder Arbeitserfahrung im europäischen Ausland absolviert. Im selben Zeitraum kamen knapp 35.000 Teilnehmende nach Deutschland. Die Hochschulen, die die meisten Teilnehmenden entsandt haben, sind die Technische Universität München, die Universität Münster und die Humboldt-Universität Berlin.

Frankreich, Deutschland und Spanien waren die drei Länder, aus denen die meisten Teilnehmende stammten, während Spanien, Deutschland und das Vereinigte Königreich die drei beliebtesten Zielländer für den Austausch von Studierenden und Auszubildenden waren.

Teilnehmende an Erasmus+ verdoppeln

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, sagte: „Die Hälfte der siebenjährigen Laufzeit von Erasmus+ ist nun vorüber. Es macht mich froh und stolz, dass das Programm zur Einigkeit in Europa beigetragen und die Resilienz sowohl der einzelnen Teilnehmer als auch unserer Gesellschaft insgesamt gestärkt hat. Das Mobilitätsprogramm Erasmus+ hilft den Teilnehmern bei der Entwicklung von Fähigkeiten und Kompetenzen und stärkt eine europäische Identität, die die nationalen und regionalen Identitäten ergänzt und bereichert. Daher haben wir die Staats- und Regierungschefs der EU auf ihrer Tagung in Göteborg am 17. November ermutigt, auf einen europäischen Bildungsraum hinzuarbeiten und dafür zu sorgen, dass Mobilität bis 2025 für alle Realität wird, indem sie die Anzahl der Teilnehmer an Erasmus+ verdoppeln und es auch für benachteiligte Bevölkerungsgruppen erreichbar machen.“

Zahl der Erasmus+-Teilnehmenden auf über 2 Millionen gestiegen

Die Mittelausstattung von Erasmus+ wurde gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent aufgestockt, sodass die EU einen Rekordbetrag von 2,27 Mrd. Euro investierte, um 725.000 Europäer mit einem Mobilitätsstipendium zu unterstützen, damit diese im Ausland studieren, ein Praktikum absolvieren, unterrichten, arbeiten oder Freiwilligendienst leisten können. Somit steigt die Zahl der Erasmus+-Teilnehmende auf über 2 Millionen seit Beginn des laufenden Programms im Jahr 2014.

2016 wurden aus den Mitteln des Programms ferner 21.000 Projekte unterstützt, die von 79.000 Organisationen in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend durchgeführt wurden. Dies entspricht einem Anstieg von 15 Prozent gegenüber 2015.

Beitrag zur Bewältigung sozialer Herausforderungen

Aus dem heute veröffentlichten Bericht geht auch hervor, inwieweit Erasmus+ 2016 zur Bewältigung umfassenderer sozialer Herausforderungen beitrug. Hierzu zählen auch Maßnahmen, durch die die soziale Eingliederung gefördert und sichergestellt wird, dass junge Menschen soziale, staatsbürgerliche und interkulturelle Kompetenzen erwerben und ihr kritisches Denken schulen.

  • 2016 wurden mit 200 Mio. Euro aus dem Programm Erasmus+ 1.200 Kooperationsprojekte bezuschusst, durch die schwerpunktmäßig Toleranz, Nichtdiskriminierung und soziale Eingliederung gefördert werden.
  • Besonders aktiv war der Bereich Jugend mit Projekten zugunsten von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Migranten.
  • Eine spezifische Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen (13 Mio. Euro) wurde veröffentlicht, um die Entwicklung politischer Maßnahmen und Strategien zur Verhütung von Radikalisierung und Gewaltbereitschaft und zur Förderung der Eingliederung benachteiligter Lernender, darunter Menschen mit Migrationshintergrund, voranzutreiben. Im Rahmen der Ausschreibung wurden 35 Projekte finanziert, an denen 245 Organisationen beteiligt sind.

Mobilität und Austausch vorantreiben

Beim Sozial-Gipfel in Göteborg am 17. November forderte Präsident Juncker die Staats- und Regierungschefs der EU auf, die Anzahl der jungen Menschen in der EU, die an Erasmus+ teilnehmen, bis 2025 von 3,7 auf 7,5 Prozent zu verdoppeln, was für den Zeitraum 2021-2027 Mittel in Höhe von 29,4 Mrd. Euro erforderlich macht. Auf der Tagung einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU darauf, Mobilität und Austausch unter anderem durch ein deutlich gestärktes, inklusives und erweitertes Erasmus+-Programm für Lernende aller Art voranzutreiben.

Über das Erasmus+-Programm

Erasmus+ und seine Vorläuferprogramme gehören zu den erfolgreichsten Programmen der Europäischen Union. Seit drei Jahrzehnten bieten sie jungen Menschen insbesondere die Möglichkeit, im Ausland neue Erfahrungen zu sammeln und ihren Horizont zu erweitern. Was im Jahr 1987 als bescheidenes Austauschprogramm begann, an dem sich im ersten Jahr nur 3200 Studierende beteiligten, entwickelte sich zu einem richtungsweisenden Programm mit mittlerweile rund 300 000 teilnehmenden Hochschulstudierenden pro Jahr.

Das aktuelle Erasmus+-Programm verfügt in seiner Laufzeit von 2014 bis 2020 über Mittel in Höhe von 14,7 Mrd. EUR und wird 3,7% aller jungen Menschen in der EU die Möglichkeit verschaffen, im Ausland zu studieren, ein Praktikum zu absolvieren, Arbeitserfahrungen zu sammeln und Freiwilligendienst zu leisten; das heißt das Programm wird in dem Zeitraum rund 3,3 Millionen jungen Menschen zugute kommen. Auch das geografische Zielgebiet des Programms ist erheblich gewachsen: von 11 Ländern im Jahr 1987 auf mittlerweile 33 (alle 28 EU-Mitgliedstaaten sowie die Türkei, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Norwegen, Island und Liechtenstein). Außerdem besteht die Möglichkeit von Partnerschaften mit Ländern in aller Welt.

Quelle: Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vom 30.11.2017

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