EU-Jugendstrategie / Europa

Mit starken Argumenten: Nationalagenturen äußern sich zu "JUGEND IN AKTION 2.0"

Als Reaktion auf "Youth on the Move" regen die Nationalagenturen in einem ersten Papier die Fortsetzung des erfolgreichen Jugendprogramms JUGEND IN AKTION an. Die Grundlage dafür sollten allerdings eher die Ziele der EU-Jugendstrategie bilden.

"Besorgt" seien sie, meldeten die 33 Nationalen Agenturen für das EU-Programm JUGEND IN AKTION. Seit die Leitinitiative der EU-Wachstums-Strategie 2020, "Youth on the Move" auf dem Tisch liegt, scheint die EU-Jugendstrategie in den Hintergrund zu geraten. Auch ein künftiges Jugendprogramm ab 2014 soll zur Leitinitiative "Youth on the Move" beitragen. Pünktlich zu Beginn der öffentlichen Konsultationsphase und der Planungen zur finanziellen Vorausschau zum EU-Haushalt für die Phase 2014 - 2020 veröffentlichte das Netzwerk der Nationalagenturen von JUGEND IN AKTION "Überlegungen zu 'Youth on the Move' in der EU-Agenda 2020 und seine Verbindungen zum Programm JUGEND IN AKTION“. 

Die Nationalagenturen begrüßen, dass junge Menschen und deren Belange einen hohen politischen Stellenwert in der Leitinitiative erhalten. Lebenslanges Lernen, Beschäftigung, soziale Integration und transnationale Lernermobiltät sollten auch Leitgedanken für die Formulierung des kommenden Jugendprogramms sein. Allerdings solle das Folgeprogramm, ebenso wie das gegenwärtige, Lerngelegenheiten für alle Jugendlichen ermöglichen, und zwar auch jenseits formaler Bildungsgänge und nicht nur zum Zweck beruflicher Vorbereitung. JUGEND IN AKTION lege den Schwerpunkt auf nicht-formale Lerngelegenheiten, die den (jungen) Menschen ins Zentrum stellen, und die dessen politische und gesellschaftliche Partizipation sowie deren Persönlichkeit und europäisches Bewusstsein förderten. Welche wirkungsvolle Rolle das Programm hier spiele, belegten die wissenschaftlichen Evaluationsergebnisse, so das Papier. Die Aktivitäten im Programm förderten Schlüsselkompetenzen, europäische Identität, interkulturelle Verständigung, Partizipation, bürgerschaftliches Engagement, Beschäftigungsfähigkeit und Eigeninitiative.

Neben den Effekten für die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Programm heben die Nationalagenturen dessen unterstützende Funktion für die Jugendarbeit und Jugendpolitik in Europa hervor. So habe JUGEND IN AKTION wesentlich zur Anerkennung der Jugendarbeit und ihrer Qualifizierung beigetragen. Es habe Themen wie die Selbstbestimmung und politische Teilhabe von Jugendlichen, Qualitätsfragen des freiwilligen Engagements und von Mobilitätsmaßnahmen, das nicht-formale Lernen und Möglichkeiten seiner öffentlichen Anerkennung oder die Zusammenarbeit von Jugendarbeit, Jugendpolitik und Forschung überhaupt erst auf die jugendpolitische Agenda gebracht - sowohl auf EU-Ebene wie in einzelnen Mitgliedstaaten. Dazu beigetragen hätten auch die dezentrale Organisation des Programms sowie das Qualifizierungsnetzwerk SALTO oder die Partnerschaft für Jugendforschung mit dem Europarat.

Jugendpolitik und die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa habe sich mit Unterstützung von JUGEND IN AKTION als eigenständiger und zugleich ressortübergreifender Politikbereich profiliert. JUGEND IN AKTION 2.0 müsse diese jugendpolitische Zusammenarbeit noch stärker stützen. Die Grundlage dafür sei die erneuerte EU-Jugendstrategie. Diese müsse daher auch die Basis für ein Folgeprogramm sein. Nur ein Jugendprogramm, das fest im Jugendbereich und damit nahe an der Zielgruppe verankert ist, kann effektiv zu allen Zielen und Elementen der EU Strategie 2020 und der Initiative "Youth on the Move" beitragen, indem es den dafür notwendigen spezifischen und integrativen Ansatz zu jugendpolitischen Themen überhaupt erst ermöglicht.

 

JUGEND IN AKTION, als einziges EU-Förderprogramm, das ausdrücklich nicht-formale und informelle Lerngelegenheiten jenseits des formalen Bildungssystems biete, das sich deswegen an alle Jugendlichen, auch solche, die aus dem formalen System herausgefallen sind, richte, müsse erhalten bleiben, fordern die Nationalagenturen. Es repräsentiere damit „die andere Seite der Bildung“, die Jugendlichen Bildungsgelegenheiten durch eigene Erfahrungen und selbstbestimmtem Engagement, Selbstverantwortung und experimentellem Lernen biete. Die Initiative „Jugend in Bewegung“ könne nur dann einen Mehrwert darstellen, wenn sie die spezifischen Themen, Ansätze und Ziele der Jugendarbeit und besonders die EU-Jugendstrategie berücksichtige. Für JUGEND IN AKTION 2.0 gibt es aus der Sicht der Nationalagenturen keine Alternative.

Quelle: JUGEND für Europa vom 10.10.2010

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